Roger Cicero im Alter von 45 Jahren gestorben

Roger Cicero ist tot. Der Musiker starb im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Hirnschlages.
Roger Cicero ist tot. Der Musiker starb im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Hirnschlages.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
  • Musiker starb am Gründonnerstag an den Folgen eines Hirninfarkts
  • Seine anstehende Tour war ausverkauft
  • Kollegen und Freunde reagieren bestürzt

Hamburg.. Roger Cicero ist tot. Wie das Management des Musikers bestätigte, ist er mit 45 Jahren an den Folgen eines Hirninfarkts gestorben.

Cicero habe in den vergangenen Wochen noch zahlreiche Promotion- und TV-Auftritte für sein neues Album "Cicero sings Sinatra" absolviert, teilte sein Management mit. "Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes auf", heißt es weiter. Im Krankenhaus habe sich sein Zustand rapide verschlechtert. "Roger Cicero verstarb am Abend des 24. März im Kreise seiner Lieben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben."

Cicero nahm im November eine mehrwöchige Auszeit

Noch über den Jahreswechsel hatte der Jazzsänger ("Frauen regier'n die Welt") aus gesundheitlichen Gründen eine mehrwöchige Auszeit nehmen und öffentliche Auftritte absagen müssen. Im November 2015 war bei ihm ein akutes Erschöpfungssyndrom mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung diagnostiziert worden. Er habe daraufhin absolute Ruhe halten müssen, aber nicht ins Krankenhaus gewollt, erzählte er im Januar der "Bild"-Zeitung. Deshalb habe er fünf Wochen in einem Hotelzimmer verbracht.

In einem seiner letzten TV-Interviews bei der Landesschau Baden-Württemberg im SWR sprach Roger Cicero Mitte März noch von seiner Genesung. Auf die Frage, ob er nun wieder fit sei und „richtig angreifen“ könne, antwortete Cicero völlig überzeugt: „Ich würde sagen ,Ja’.“

Die ausverkaufte Tour sollte jetzt fortgesetzt werden, unter anderem war für den 8. April ein Konzert in Düsseldorf angesetzt.„Erschüttert und ungläubig stehen ich und mein Team vor dieser brutalen Nachricht. Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl sind bei seiner Familie und den Angehörigen“, teilte Dieter Semmelmann vom Management Semmel Concerts mit.

Xavier Naidoo reagiert "todtraurig"

Kollegen und Freunde reagierten bestürzt auf die Nachricht vom Tode Ciceros. Er sei "fassungslos und todtraurig!", schrieb Xavier Naidoo auf seiner Facebook-Seite. Er hatte Cicero 2014 in die erste Staffel seiner Musikshow "Sing meinen Song" geholt, bei der Musiker ihre Lieder "tauschen" und jeweils die Hits der anderen singen. Die Sendung, in der neben Cicero auch Sarah Connor, Sasha, Andreas Gabalier, Gregor Meyle und "Guano Apes"-Frontfrau Sandra Nasic teilnahmen, wurde für Sender Vox zum Quoten-Erfolg. Auch das Team der Sendung äußerte via Facebook sein "tiefes Mitgefühl und Beileid". Cicero werde dem Team "immer im Gedächtnis bleiben. Sein Tod hinterlässt nicht nur musikalisch eine große Lücke". Sänger Sasha schrieb: "Ich verstehe es nicht, mein Schock und meine Trauer sind groß!!!"

Sohn eines Jazz-Pianisten

Der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero studierte Jazz in den Niederlanden und finanzierte mit Clubauftritten sein Leben, bis ihm die Begegnung mit Texter Ramond und Komponist Mathias Hass zum Durchbruch verhalf. Mit Swing und Wortspielereien entdeckte der Sänger eine Nische. Das Lied "Zieh die Schuh aus" katapultierte ihn in die Charts.

2007 trat Cicero beim Eurovision Song Contest (ESC) an und belegte mit "Frauen regier'n die Welt" den 19. Platz. Zu seinen Markenzeichen gehörte der obligatorische Hut. Die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte in Düsseldorf kürte ihn zum "Hutträger des Jahres 2015".

Das Management des Sängers bat Fans, "auf Wunsch der Familie (...) von Kondolenzbriefen Abstand zu nehmen". Weiter hieß es: "Roger Cicero würde sich sicher über eine Spende für die Organisation 'Save the Children' freuen, die er jahrelang unterstützt hat und die ihm sehr am Herzen lag."

Cicero hinterlässt einen Sohn. Von der Mutter des Kindes hatte er sich 2013 getrennt. (dpa/we)