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Rippchen-Manni verrät seine Tricks am Grill

20.05.2009 | 10:55 Uhr

Bocholt. Der Deutsche Meister am Steak-Grill kommt aus Bocholt. „Die Holzkohle von der Tankstelle ist nicht trocken genug”, sagt er. Für den garantiert perfekten Grillabend hat Rippchen-Manni aber noch weitere Tipps und Tricks parat.

„Rippchen-Manni” schwört auf Speckschwarten. Damit reibt der gelernte Metzger aus Bocholt den Rost vor dem Grillen ein. „Dann klebt das Fleisch nicht fest und die Stücke bekommen diese schönen Grillstreifen”. Rippchen-Manni, der eigentlich Manfred Blumenrath heißt, ist Deutschlands bester Mann, wenn es darum geht, Steaks über Holzkohle punktgenau zu garen: außen schön kross und innen noch saftig rosa.

„Das ist die Königsdisziplin. Da muss alles stimmen”, sagt Blumenrath, der am vergangenen Wochenende den ersten Platz bei den Deutschen Grillmeisterschaften 2009 in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen in der Kategorie „Hüftsteak” in der Klasse der Amateure belegt hat. In der NRZ verrät Rippchen-Manni seine Tricks für den garantiert perfekten Grillabend.

Zu Christi Himmelfahrt und dem kommenden Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst die erste Warmfront des Jahres vorhergesagt mit Temperaturen tagsüber bis 24 Grad: „Nur Mut. Wer jetzt nicht den Grill rausholt, wird es nie tun”, sagt der 47-Jährige.

Der 20-Minuten-Tipp: „Auf die richtige Holzkohle kommt es an.” Bei Holzkohle und Holzkohlebriketts sichert die DIN 51749 die Brennleistung. Die zulässigen Anteile an Kohlenstoff, Wasser und Asche sind dann eindeutig definiert. Holz, das vorher mit Holzschutzmitteln oder anderen Anstrichstoffen behandelt wurde, darf zur Produktion von Holzkohle nicht verwendet werden.

„Ich kaufe die Holzkohle und Briketts nie am Tag des Gebrauchs an der Tankstelle oder im Baumarkt. Diese Holzkohle ist viel zu feucht. Besser ist, 30 Kilo Briketts schon Wochen vorher im Heizungskeller einzulagern. Diese Kohle ist dann trocken und glüht in 20 Minuten im Anzündkamin grillfertig durch.” Die besten Grillbriketts bestehen aus Buchenretorte. Wichtig: Mit Holzkohle wird nur angeheizt. Gegrillt wird mit Briketts. Die brennen länger und gleichmäßiger. Cococha-Würfel – das sind gepresste Kokosschalen – sind teurer, brennen noch länger.

Der Temperatur-Tipp: Der Grill hat die richtige Temperatur, wenn man die Handfläche drei Zentimeter über den Rost hält und dabei langsam „NRZ, NRZ, NRZ” sagen kann, ohne dabei die Hand wegziehen zu müssen. Muss man die Hand früher wegziehen, ist der Grill zu heiß und der Rost muss höher gestellt werden. Hält man länger aus, ist der Grill nicht heiß genug. Das Ergebnis sind Schuhsohlen.

Der Braten-Tipp: Große Stücke wie eine Lammkeule oder ein ganzes Hähnchen gelingen nur im Kugelgrill beim indirekten Grillen und langen Garzeiten (Lammkeule zweieinhalb Stunden). Ein ganzes Hähnchen ist nach einer Stunde fertig gegrillt, wenn die Kerntemperatur von 75° C in der Brust und 80 Grad C in der dicksten Stelle des Flügels erreicht wird (ein Thermometer verwenden).

So gelingt auch das berühmte amerikanische „Beer Butt Chicken”. Dazu setzt man das gewürzte eingeölte Huhn mit dem Allerwertesten auf eine halbvolle Dose Bier in den Kugelgrill. Wie gesagt: außen kross und innen saftig. NRZ

Christoph Girschik

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