Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Fabrikeinsturz

Retter finden Überlebende nach Fabrikeinsturz in Bangladesch

10.05.2013 | 09:54 Uhr
Retter finden Überlebende nach Fabrikeinsturz in Bangladesch
Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 1000 gestiegen. Helfer retteten am Freitag eine Überlebende aus den Trümmern.Foto: afp

Dhaka.  Mehr als zwei Wochen nach dem verheerenden Fabrikeinsturz in Bangladesch haben Helfer eine Frau lebend aus den Trümmern gerettet. Die Frau sei in ein Militärkrankenhaus gebracht worden, teilte ein Armeesprecher mit. Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer auf über 1000.

Zweieinhalb Wochen nach dem Hauseinsturz in Bangladesch haben Rettungskräfte noch eine Überlebende gefunden. Die Frau hatte 17 Tage in einer Trümmerspalte überlebt. Fernsehsender berichteten am Freitag live von der Rettung. Die Frau heiße Reshma Begum und werde nun auf der Intensivstation behandelt, sagte Oberstleutnant Emran Hossain.

"Als ich rief, ob da drinnen noch jemand am Leben sei, antwortete sie und bat um Hilfe", sagte Major Moazeem. Daraufhin sei sofort der Einsatz schwerer Maschinen wie Bagger und Kräne eingestellt worden. "Sie war in einer Lücke im Keller gefangen", sagte er, habe sich aber bewegen können. Eine knappe Stunde dauerte es, bis die Retter mit Hammern, Handbohrern und Sägen zu ihr vorgedrungen waren. Dann reichten sie ihr Wasser und Kekse.

Zahl der Toten überschreitet 1000

Nach Angaben des Zentrums für Katastrophenmanagement bargen die Rettungskräfte bis Freitagnachmittag 1043 Leichen aus den Trümmern des Gebäudes. Fast 2500 Menschen wurden verletzt, als das achtstöckige Geschäfts- und Fabrikgebäude in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka am 24. April in sich zusammenstürzte.

Die Helfer arbeiteten mit Kränen, Bulldozern und Baggern, um weitere Opfer des Unglücks vom 24. April zu finden, sagte ein Armeesprecher. Zuletzt hatte die Armee von etwas mehr als 900 Leichen gesprochen.

Identität vieler Todesopfer kann nicht geklärt werden

Einige Tote seien bereits stark verwest gewesen und hätten nur aufgrund von Mobiltelefonen in ihren Taschen oder Arbeitsausweisen identifiziert werden können. Die meisten Toten seien Frauen. Mindestens 150 Leichen, deren Identität nicht geklärt werden konnte, wurden laut Zakaria in anonymen Gräbern auf einem staatlichen Friedhof bestattet.

Das Hochhaus nahe der Hauptstadt Dhaka, das mehrere Textilfabriken beherbergte, war am 24. April eingestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich etwa 3000 Menschen darin aufgehalten haben. 2437 Menschen wurden nach offiziellen Angaben lebend gerettet. Zwölf mutmaßliche Verantwortliche wurden festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes und leitende Mitarbeiter mehrerer Textilfirmen. 18 Textilwerke wurden nach der Katastrophe aus Sicherheitsgründen geschlossen. (dpa/afp)



Kommentare
12.05.2013
14:37
Retter finden Überlebende nach Fabrikeinsturz in Bangladesch
von jessiesrevenge | #1

ich hoffe mal das auch die Urheber wie Primark, Mango und wie die anderen Sklavenhändler heißen eine emfpindliche Strafe bekommen!

Aus dem Ressort
Experten warnen vor einem Verbot von Flügen nach Westafrika
Ebola
Die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika dürfen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht isoliert werden. Flug- und Reiseverbote würden die Wirtschaft schwächen und somit indirekt den Kampf gegen die Seuche behindern, gar zu weiterer Ausbreitung führen, warnt die WHO. Schon 2630 Tote.
Jeder Dritte will Verkaufsverbot für Lebkuchen im September
Weihnachtsgebäck
Fast zwei Drittel der Deutschen wollen Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtslieder vor November aus den Läden verbannen. Einige fordern von der Regierung sogar ein Verkaufsverbot vor einem bestimmten Stichtag. Das hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov in einer Online-Umfrage ermittelt.
ICE prallt bei Ingolstadt gegen einen umgestürzten Baum
Bahn-Unfall
Am Sonntagabend prallte ein ICE auf der Strecke zwischen Ingolstadt und München gegen einen Baum. Bei dem Unfall wurde zwar niemand verletzt, doch die Oberleitung auf einer Länge von 750 Metern von den Masten gerissen. Für die Fahrgäste begann mit dem Unfall eine lange Nacht.
Kundendaten auf DHL-Seite nach Technikfehler öffentlich
Datenschutz-Panne
Stundenlange Datenschutz-Panne bei der Deutschen Post: Bei der Online-Paketverfolgung von DHL waren in der vergangenen Woche Sendungsdaten von Kunden öffentlich für andere einsehbar. Die Post räumte den Vorfall ein und machte einen "technischen Fehler" verantwortlich. Dieser sei inzwischen behoben.
Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt in NRW gestiegen
Gewalt
Häusliche Gewalt nimmt immer mehr zu - die Zahl der Strafanzeigen hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Bei einer Tagung wollen Ärzte nun überlegen, wie sie den Opfern besser helfen können. Sie glauben, dass nicht nur die reale Zunahme der Gewalttaten Grund für Anstieg ist.
Umfrage
Jeder dritte Deutsche fordert ein Verkaufsverbot für Weihnachtsgebäck im Spätsommer . Und Sie?

Jeder dritte Deutsche fordert ein Verkaufsverbot für Weihnachtsgebäck im Spätsommer . Und Sie?

 
Fotos und Videos