Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Prozess

Rentner tötet 29-jährige Ehefrau „wegen Beschimpfungen“

08.06.2012 | 15:39 Uhr
Funktionen
Rentner tötet 29-jährige Ehefrau „wegen Beschimpfungen“

Berlin.   Weil er seine Frau mit einem Kissen erstickte, muss ein 60-jähriger Berliner fünf Jahre hinter Gitter. Er habe die Beschimpfungen seiner 30 Jahre jüngeren Frau nicht mehr ertragen, gab der Rentner an. Er hatte die junge Ukrainerin aus einem Bordell freigekauft.

Weil er seine Frau umgebracht hat, ist ein 60-jähriger Berliner zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Rentner im Oktober vergangenen Jahres seine 30 Jahre jüngere Frau bei einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in Marzahn mit einem Kissen erstickt hatte, um ihren Beschimpfungen ein Ende zu bereiten.

Das Gericht sprach den Angeklagten am Freitag des Totschlags in einem minderschweren Fall schuldig. Dem Urteil zufolge handelte der 60-Jährige im Affekt. Auslöser seien die „konzentrierten Beschimpfungen und Beleidigungen“ der 29-Jährigen gewesen. Im Prozess hatte der Angeklagte über seinen Anwalt die Tötung gestanden. Er habe sich gedemütigt gefühlt und nicht mehr unter Kontrolle gehabt. „Ich hatte soviel für sie getan. Ich war so sauer“, hieß es in dem Geständnis.

Angeklagter fuhr mit Leiche im Auto mehrere Tage durch die Gegend

Dem Gericht zufolge hatte er seine Ehefrau 2003 kennengelernt, als sie noch als Prostituierte tätig war. Für 25.000 Euro habe er die Ukrainerin freigekauft, hieß es. Seit 2004 waren sie verheiratet. Das Gericht ging davon aus, dass der Rentner „zumindest ahnte“, dass seine junge Frau wieder in ihrem alten Beruf arbeitete. Das habe zu einem massiven Streit geführt. Dem Gericht zufolge ertrug der Angeklagte die Beschimpfungen der Frau nicht mehr und wollte, dass das Geschrei aufhört. Deshalb habe er der Frau ein Kissen aufs Gesicht gedrückt, bis sie sich nicht mehr rührte.

Mehrere Tage war der Angeklagte mit der Leiche im Auto durch die Gegend gefahren, weil er ihren Tod nicht wahrhaben wollte. Er kaufte ihr sogar noch einen Hund, weil sie sich das Tier schon immer gewünscht hatte. Die Frauenleiche wurde erst eine Woche später bei einer Unterführung an der Bundesstraße 404 bei Lübeck entdeckt. (dapd)

Kommentare
08.06.2012
16:18
Wie jetzt?
von graphos | #1

Der bringt seine Frau um, fährt mit der Leiche durch die Gegend und kauft dann noch den Hund für sie? Das ist ja voll makaber…

1 Antwort
Rentner tötet 29-jährige Ehefrau „wegen Beschimpfungen“
von katschi72 | #1-1

Makaber finde ich eher wie man einen Menschen der soviel für einen getan hat permanent beschimpfen kann.

Aus dem Ressort
Weihnachtsgrüße können WhatsApp-Sperre zur Folge haben
WhatsApp
Weihnachtsgrüße per WhatsApp verschicken? Eigentlich kein Problem. Doch das Unternehmen droht, User die zu oft den gleichen Text senden, zu sperren.
Spaniens Weihnachtslotterie schüttet Milliardengewinn aus
Glückspiel
Das Glück in Zeiten der Krise: Der spanische "El Gordo" ist die größte Lotterie der Welt. Es dauert Stunden, bis alle 160 Gewinner gezogen sind.
Autofahrer rast unter "Allahu Akbar"-Rufen in Menschenmenge
Tragödie
Unter "Allahu Akbar"-Rufen ist ein Mann mit seinem Auto im französischen Dijon in eine Menschenmenge gefahren. Er war offenbar psychisch gestört.
Youtube-Star Unge schließt Kanäle nach Streit mit Mediakraft
Youtube
Mehr als 30 Millionen Klicks erzielte Simon Unge mit zwei Youtube-Kanälen. Nach einem Streit mit dem Netzwerk Mediakraft, hat er diese geschlossen.
Auf Weihnachtsmarkt geflohener Häftling wird noch gesucht
Flucht
Am Donnerstag entwischte ein psychisch kranker Häftling seinen Betreuern auf dem Kölner Weihnachtsmarkt. Doch warum bekam er überhaupt Freigang?
Fotos und Videos