Reise ohne Rückkehr: Roboter "Asimov" und sein Flug zum Mond

Karsten Becker möchte seinen Roboter Asimov zum Mond schicken. Zurück kommt er allerdings nicht.
Karsten Becker möchte seinen Roboter Asimov zum Mond schicken. Zurück kommt er allerdings nicht.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Er hat einen Traum. Für einen Wettbewerb baut Karsten Becker mit seinen Kollegen einen Roboter, der schnellstmöglich zum Mond gebracht werden soll.

Hamburg.. Die Aufgabe, die Karsten Becker erfüllen muss: Ein Fahrzeug zum Mond schicken. Dort soll es 500 Meter herumkurven und Aufnahmen mit einer Kamera machen. Die Fotos und Videos sollen auf die Erde gesendet werden.

Klingt verrückt? Doch Karsten Becker will das wirklich schaffen! Der Forscher macht zusammen mit einigen Kollegen bei einem Wettbewerb mit. Es gibt noch 17 andere Teams auf der Welt, die so eine Mondlandung planen. Wer die Aufgabe bis Ende des nächsten Jahres als Erster schafft, bekommt viel Geld.

Teil des deutschen Teams

"Ich habe gehört, dass ein deutsches Team mitmacht. Ich fand das toll und wollte unbedingt dabei sein", erzählt Karsten Becker. Der 33-Jährige hat Informatik studiert und kennt sich gut mit Elektronik aus. Er hat schon immer gern getüftelt.

Komet In seinem Arbeitszimmer an einer Universität in Hamburg herrscht ein wüstes Durcheinander: Kabel, Batterien, Computer und anderer Technikkram stehen herum. "Das ist vielleicht nicht schön, aber bei vielen Forschern normal", sagt Karsten Becker lachend.

Schwierige Bedingungen

Auf einer Holzkiste mitten im Raum stehen Modelle vom Roboter Asimov. Sie sind silberfarben und haben vier Räder. Mit diesen Gefährten üben die Wissenschaftler das Fahren per Fernsteuerung. Denn so einen Roboter wollen sie zum Mond schicken.

Doch so ein Fahrzeug zu bauen, ist gar nicht so einfach: "Das Material muss viel wärmere und viel kältere Temperaturen aushalten", sagt Karsten Becker. Die Temperaturen auf dem Mond sind ganz anders als auf der Erde. Außerdem darf die Kamera nicht so leicht kaputtgehen. Denn die Fahrt auf dem Mond kann rumpelig werden. Schließlich gibt es auf dem Mond keine gepflasterten Straßen.

Dann ist da noch ein Problem: der Transport des Roboters zum Mond. Dafür braucht das Team zum Beispiel eine Rakete. "Die Rakete wollen wir nicht selbst bauen", sagt Karsten Becker. "Man kann so etwas tatsächlich bei verschiedenen Herstellern kaufen."

Kein Wiedersehen

Doch die Dinger sind teuer. Die Rakete, die Karsten Beckers Team gern hätte, kostet etwa 20 Millionen Euro! Deshalb suchen die Forscher gerade nach Firmen, die ihnen Geld geben.

Extrem-Tiefflug Bis sie das Geld für die Rakete zusammenhaben, machen die Tüftler viele Tests: "Wir haben Asimov zum Beispiel auf einem erloschenen Vulkan herumfahren lassen", sagt Karsten Becker. "Man weiß, dass die Landschaft dort sehr ähnlich aussieht wie auf dem Mond"

Sollte es den Forschern wirklich gelingen, ihr Gefährt zum Mond zu bringen, ist klar: Wiedersehen würden sie Asimov wohl nie wieder. Denn der Roboter bleibt auf dem Mond. "Aber das ist doch eine schöne Vorstellung", sagt Karsten Becker. "Dann sage ich zu meinem Sohn: Guck mal, auf dem Mond steht etwas, das hat Papa dorthin geschickt." (dpa)