Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Entführung

Rebellen haben deutsche Geiseln in Kolumbien freigelassen

08.03.2013 | 19:30 Uhr
Rebellen haben deutsche Geiseln in Kolumbien freigelassen
Die Nationale Befreiungsarmee (ELN) ist die zweitgrößte Guerilla-Gruppe in Kolumbien. Seit Anfang November hatten die Rebellen zwei Rentner aus Deutschland in ihrer Gewalt.Foto: dpa

Bogotá.  Glückliches Ende der Entführung zweier Deutscher in Kolumbien: Die beiden Rentner, die Anfang November von Rebellen verschleppt worden waren, seien am Freitag Vermittlern übergeben worden. Das teilte das Internationale Kommitee vom Roten Kreuz am Abend mit.

Vier Monate nach ihrer Entführung in Kolumbien sind zwei deutsche Geiseln wieder freigelassen worden. Die beiden Brüder seien einer humanitären Delegation übergeben worden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Freitag mit. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich "sehr erleichtert" über die Freilassung.

An der humanitären Delegation waren sowohl Vertreter des IKRK als auch kolumbianische Persönlichkeiten beteiligt, wie es in der Erklärung des Roten Kreuzes hieß. "Wir freuen uns, dass die beiden wieder in Freiheit sind", erklärte Jordi Raich, Chef der IKRK-Delegation der Mitteilung zufolge. Sie würden nun so schnell wie möglich ihren Angehörigen übergeben. Zum Zustand der Brüder machte die Organisation zunächst keine Angaben.

Westerwelle dankte der kolumbianischen Regierung

Die Deutschen befänden sich "in sicherer Obhut der deutschen Botschaft", erklärte Westerwelle laut einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Erklärung. Er hoffe nun, dass die Männer "so bald wie möglich" zu ihren Familien nach Deutschland zurückkehren könnten. Westerwelle dankte zudem der kolumbianischen Regierung sowie dem IKRK für die Unterstützung bei den Bemühungen um eine Freilassung der Geiseln.

Hintergrund
Rebellen haben zwei deutsche Rentner in Kolumbien entführt

Die kolumbianische ELN-Guerilla hat zwei Deutsche seit Wochen in ihrer Gewalt. Die Rebellen betrachten sie als Spione. Staatschef Santos forderte die unverzügliche Freilassung der Männer. Das Auswärtige Amt bestätigte die Entführung am Dienstagnachmittag.

Die 69 und 73 Jahre alten Brüder waren am 3. November verschleppt worden. Nun wurden sie in einem ländlichen Gebiet in der Provinz Santander im Nordosten des Landes an der Grenze zu Venezuela von Mitgliedern der Guerillaorganisation Nationale Befreiungsarmee (ELN) an die Delegation übergeben, wie das IKRK erklärte. Nach den Bewaffneten Streitkräften Kolumbiens (FARC) ist die ELN-Guerilla die zweitgrößte kolumbianische Rebellengruppe. Sie verfügt über etwa 2500 Kämpfer.

Die Freilassung der Geiseln hatte sich zuvor verzögert, sie war ursprünglich bereits für Donnerstag erwartet worden. Als Grund für die Verschiebung der Freilassung gab die Guerilla den Einbruch der Dunkelheit in dem Gebiet an, der einen Hubschrauberflug zu einem früheren Zeitpunkt unmöglich gemacht habe.

Die beiden Rentner waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes als Touristen in der Region im Nordosten unterwegs, als sie verschleppt wurden. Die Guerilla hatte die Entführung zunächst damit begründet, dass es sich bei ihren Gefangenen um Geheimagenten handle. Später willigte sie ein, die Geiseln freizulassen und einer humanitären Mission zu übergeben. (afp)


Kommentare
Aus dem Ressort
Massaker auf Flüchtlingsboot? Bis zu 181 Tote vor Lampedusa
Flüchtlingskatastrophe
Auf einem Flüchtlingsboot vor der italienischen Insel Lampedusa sind laut unterschiedlichen Angaben bis zu 181 Menschen ums Leben gekommen. Augenzeugenberichten zufolge haben sich zahlreiche Passagiere auf dem überfüllten Boot bei einem Kampf um einen Platz an Deck gegenseitig umgebracht.
Die letzte Fahrt der Costa Concordia hat begonnen
Havarie-Schiff
Und sie bewegt sich doch: Die Costa Concordia hat am Mittwoch ihre letzte Fahrt angetreten, von der toskanischen Insel Giglio zum Verschrotten in Genau. Als das von Schleppern gezogene Wrack ablegte, kamen bei vielen Schaulustigen Emotionen hoch.
Warum das Baden in der Ostsee zurzeit so gefährlich ist
Ostsee
Die Zahl der Badetoten an der Ostseeküste steigt. Allein am vergangenen Wochenende kamen 16 Schwimmer ums Leben. Hinzu kommen etliche Gerettete in den vergangenen Wochen. Einige Strandbesucher springen immer noch ins kühle Nass - trotz roter Flaggen. Sie gefährden dadurch nicht nur sich selbst.
47 Tote bei missglückter Notlandung im Unwetter auf Taiwan
Flugzeug-Absturz
In Taiwan sind am Mittwoch 47 Passagiere bei einer missglückten Notlandung ums Leben gekommen. Die Ursache für den Absturz der kleinen TransAsia-Maschine ist noch nicht bekannt - zuvor war ein heftiger Taifun über die Insel gefegt.
Kein Vertrauen - Mollath-Verteidiger müssen weiter machen
Prozess
Paukenschlag im Prozess gegen Gustl Mollath: Die Wahlverteidiger geben ihr Amt auf. Angeblich fehlt dem Angeklagten das Vertrauen. Doch Mollath zeigt sich überrascht — und das Gericht findet schnell eine Lösung: Die Wahlverteidiger werden zu Pflichtverteidigern.
Umfrage
Das Beispiel ist krass: Ein 23-Jähriger wird auf Facebook einer Vergewaltigung bezichtigt — aber er ist unschuldig. Wurden Sie schon Opfer von Facebook-Hetze oder Mobbing?

Das Beispiel ist krass: Ein 23-Jähriger wird auf Facebook einer Vergewaltigung bezichtigt — aber er ist unschuldig. Wurden Sie schon Opfer von Facebook-Hetze oder Mobbing?