Raus aus der Tabuzone

Natürlich sucht man fieberhaft nach einem Grund, warum ein Land seit Anfang 2000 den Kopf hängen lässt. Sind es wirklich die Jobs, die auf einmal so anstrengend geworden sind? Das kann man kaum glauben.

Altenpfleger oder Erzieher hatten auch vor dem Jahrtausendwechsel alle Hände voll zu tun. Und doppelbelastete Frauen wurden auch nicht erst im Jahr 2000 erfunden. Aber was sich geändert hat, ist häufig der Umgang im Job. Die Wertschätzung fehlt zu oft. Es könnten Millionen gespart werden, wenn Chefs wieder mehr loben würden, sagen Experten. Sicher hilft das auch nicht über alle Klippen, aber Motivation ist in vielen Fällen eine bessere Therapie als das Verschreiben von Pillen.

Die alarmierenden Zahlen haben übrigens noch eine andere Botschaft: Sie zeigen, dass die Depression aus der Tabuzone geholt wird. Die Ausgebrannten haben sich viel zu lange selbst die Schuld gegeben. Aus Scham haben sie sich lieber hinter anderen Krankheiten versteckt. Jetzt wird die Depression sichtbar. Auch für Chefs.