Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Rauchverbot

Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen

24.01.2012 | 09:00 Uhr
Die Schützenvereine in Nordrhein-Westfalen fordern den Verzicht auf das geplante Rauchverbot in Festzelten und bei Brauchtumsveranstaltungen. Foto: dapd

Arnsberg/Iserlohn/Olpe.   Die Schützenvereine in Nordrhein-Westfalen fordern den Verzicht auf das geplante Rauchverbot in Festzelten und bei Brauchtumsveranstaltungen. Die geplante Verschärfung des Nichtraucherschutzes gefährde die Existenz des Schützenwesens und bedeute somit auch auf Raten das Aus für das Brauchtum.

Wenn die Obristen des Kreisschützenbundes Arnsberg tagen und die geplante Verschärfung des Nichtraucherschutzes diskutieren, gibt es im Schützenheim der St.-Hubertus-Bruderschaft im Seufzertal in Arnsberg dicke Luft. Nicht nur, weil das Rauchverbot heiß diskutiert wird. „Es darf auch geraucht werden“, sagt Dietrich-Wilhelm Dönneweg, Vorsitzender des Kreisschützenbundes Arnsberg.

Als Symbol wollen die Schützen das zwar nicht verstanden wissen, doch der Tenor, der aus den Vereinen in Südwestfalen zu hören ist, ist eindeutig. Die geplante Verschärfung des Nichtraucherschutzes, die Kappung der Ausnahmeregelungen für Festzelte und Brauchtumsveranstaltungen gefährde die Existenz des Schützenwesens . „Das wäre eine mittelschwere Katastrophe für uns“, sagt Dönneweg. Rauchen gehöre zum System. „Es geht doch um das gemeinsame Feiern. Das wird dann auseinandergerissen.“ Zudem sei es in den 58 Vereinen, die er regelmäßig zu ihren Festen und Veranstaltungen besuche, noch nie Thema gewesen, dass sich Nichtraucher belästigt fühlten.

Rauchverbot bei Kinder-Veranstaltungen

Hubert Kleff, CDU-Landtagsabgeordneter im Hochsauerland, hat schon im Dezember die Pläne der Landesregierung gegeißelt: „Das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz hat sich bewährt. Es schützt dort, wo der Schutz gebraucht wird, und es lässt die Eigenverantwortung dort, wo die Menschen eigenverantwortlich handeln. Die grüne Gesundheitsministern Steffens holt dagegen jetzt den großen Dampfhammer heraus und schlägt alles platt, was sich regt.“

Jetzt springt Kleff, der selbst Schütze ist und auch schon als Schützenkönig regierte, seinen Vereinskameraden bei und spricht sich gegen die gesetzliche Regelung aus. „Wir tun alles, um die Menschen vom Rauchen abzuhalten“, sagt der Gesundheitspolitiker. Doch gesteht er den Schützen Eigenverantwortung zu. „Jeder Verein kann das für sich beschließen, das müssen wir nicht in Düsseldorf machen.“

Beschlossene Sache ist für die Schützen in Iserlohn-Sümmern , dass bei Veranstaltungen mit Kindern keinesfalls geraucht wird. Und manchmal regelt es sich auch von selbst, dass die Raucher vor die Tür gehen. „Beim Offiziersball am Samstag hat hier keiner geraucht“, sagt Hermann-Josef Moneke, Schützenoberst der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Sümmern. Da waren gut 200 Leute in der Halle. „Aber wenn hier 3000 sind, lässt es sich nicht mehr kontrollieren“, warnt Moneke vor weiteren Kosten, die die Vereine stemmen müssen. „Nach dem dritten Bier ist das nicht mehr zu kontrollieren“, sagt der Schützenoberst. Und eine Erweiterung des Sicherheitsdienstes könne sich der Verein nicht leisten.

Martin Tillmann, Kreisoberst im Kreisschützenbund Olpe mit gut 37 000 Mitgliedern, plädiert dafür, die Ausnahmeregelung für die Brauchtumsvereine bestehen zu lassen. Er fürchtet, „dass die Leute wegbleiben.“ Und das in einem Bereich, in dem die Vereine vielfach mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben. Der Olper hält die Hallen, in denen in der Regel gefeiert wird, außerdem für tauglich, Nichtraucher nicht zu sehr zu Mitrauchern zu machen. „Das ist anders als in einer Kneipe, wir haben alle Abluftanlagen installiert.“

Sturm der Entrüstung und Ablehnung

Ein Rauchverbot „bedeutet auf nahe Sicht das Aus für viele Schützenvereinigungen und somit auch auf Raten das Aus für das Brauchtum“, warnte der Sauerländer Schützenbund in einem unserer Zeitung vorliegenden Alarmbrief an NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Video
Bochum, 06.12.2011: Immer mehr Raucher greifen zur vermeintlich gesunden E-Zigarette. In einem Bochumer Laden für elektrische Zigratten haben wir uns zeigen lassen, wie das Rauchen ohne Tabak funktioniert.

Der Bundesgeschäftsführer des Schützenbundes, Meinolf Linke, verwies darauf, dass das geplante Nichtraucherschutzgesetz „ausnahmslos bei allen Schützenvereinigungen im ganzen Land zu einem Sturm der Entrüstung und Ablehnung“ führe. Für eine Minderheit der Festbesucher gehöre der Konsum von Tabakerzeugnissen bei Volksfesten zur Gemütlichkeit. Einer totalen Ausgrenzung dieser Gruppe müsse auch im Namen der Festveranstalter energisch widersprochen werden.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Schützenbund daran, dass die Veranstalter von Volks-, Heimat- und Schützenfesten bereits durch stetig steigende Kosten für GEMA und Künstlersozialkasse sowie unverhältnismäßige Auflagen und Sicherheitsbestimmungen bei der Planung von Veranstaltungen auf das „Extremste in ihrer Existenz bedroht“ seien.

Die NRW-Landesregierung will das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz bis zum Sommer im Landtag verabschieden. Es soll dann im September in Kraft treten. Es sieht ein uneingeschränktes Rauchverbot in Kneipen und Festzelten vor.

Susanne Schlenga, Wilfried Goebels


Kommentare
25.01.2012
16:28
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von kuhgummikuh | #44

Genau wegen Menschen wie Sie ist es unabdingbar, den Nichtraucherschutz in NRW endlich lückenlos durchzusetzen. Wie sollte man den sonst der Beeinträchtigung durch Ihr Suchtverhalten entgehen können.
Ihre Argumente entlarven Ihre Gesinnung. Es mangelt Ihnen an jeglicher Einsicht.

25.01.2012
14:08
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von HoEnScha | #43

das Recht auf freie Entfaltung auch wenn sie sich negativ auswirken könnte. z.B.

Ich verstehe diese faschistoiden Nichtraucher nicht. Fast Food essen-aber Rauchen ist Mist.

Wieviel Milliarden gehen von uns Rauchern in den Steuersäckel-um irgendwelchen Mist zu finanzieren?

Wieviel Raucherbeine gibts von Nichtrauchern?

Gibt es wirklich nachweisbare und realistische Studien, die nicht von Krankenkassen bezahlt werden?

Is doch Alles sehr müssig.

Gehen Nichtraucher etwa zu Fuss.

Müssen Minijobber in der Kneipe arbeiten-sie könnten doch ebenso in einer Apotheke arbeiten-da ist von vorneherein bekannt das nicht geraucht wird.

Ich rauche gerne und weiter!

25.01.2012
13:42
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von kuhgummikuh | #42

Und wieder einmal präsentieren Schützenvereine als das, was sie sind:
Eine versteinerte Vereinigung beratungsresistenter, alter Männer ...

Wie wäre es mal mit echter Nachwuchsförderung ?

Aber nein, die impliziert ja eine grundlegende Modernisierung des Vereinslebens, incl. Rauchverbotl. Schützenfeste sterben also, weil nicht mehr geraucht werden darf ? Ja, nee, is klar !

Prost..


25.01.2012
10:01
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von FernerBeobachter | #41

@38
Nennen Sie uns doch einfach den Paragraphen des Grundgesetzes, der Ihnen das uneingeschränktes Recht auf Rauchen in aller Öffentlichkeit inklusive der Kontamination iher unschuldigen Mitmenschen mit Nikotin garantiert.

24.01.2012
20:39
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #40

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #40-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.01.2012
19:00
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von kuhgummikuh | #39

Verbriefte Grundrechte? Gehts noch?
Das Recht zur gesundheitliche Beeinträchtigung Ihrer Mitmenschen wollen Sie aus dem Grundgesetz herleiten? Da muß Ihnen der Nikotin ja schon recht heftig zugesetzt haben!
Das Gegenteil ist der Fall. Jeder Mensch hat immer und überall das Recht auf eine rauchfreie Umgebung.
Tolle Vorbilder für Kinder und Jugendliche, die Schützen hier in diesem Forum. Da kann man nur hoffen, daß das Werben um Nachwuchs erfolglos bleiben wird.

2 Antworten
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von truckerchen | #39-1

Danke, diese Sätze sprechen mir aus der Seele!

Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von Hui-Buh | #39-2

Von kranken Süchtigen kann man halt nix anderes erwarten ausser so nem dummen Geblubber.

24.01.2012
18:49
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von HoEnScha | #38

Rauchverbot - definitiv gesetzliche Beschneidung der verbrieften Grundrechte.........

Typisch deutsch sich immer und Alles gefallen zu lassen.

Respekt vor soviel Rückratfreien Bürgern.

24.01.2012
14:49
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von OldericoRosso | #37

GeorgWashuber | #36
Was soll das faschistoide Geschwafel ???

24.01.2012
13:03
Harte Linie gegen Raucher und Trinker
von GeorgWashuber | #36

Der sich hier offenbarende Aufstand kommt vor allem daher, dass Raucher und Trinker immer noch mit Samthandschuhen angefasst werden. Offensichtlich ist diese Vorgehensweise gescheitert, denn es gibt immer noch Unbekehrbare, die ihr "Recht" auf Tabakmissbrauch durchsetzen wollen und dafür fadenscheinige Argumente ins Feld führen. (Das Gleiche gilt übrigens auch für die unbelehrbaren Alkoholkonsumenten, die man ruhig als Trinker bezeichnen sollte.) Stringente und konsequente Verbote müssen her, deren Beachtung durch eine schlagkräftige Gesundheitspolizei überwacht wird und deren Missachtung streng geahndet wird. Die Süchtigen werden dann vielleicht eines Tages erkennen, dass ihnen etwas Gutes getan wurde, aber dies erfordert einen langen Weg, der mit starker Hand verfolgt wird.

2 Antworten
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von Eduard79 | #36-1

Anfangs war Ihr "Ironie-Modus" mal unterhaltsam, langsam nervt er. Denken Sie sich doch eine neue Masche aus, mit der jetzigen provozieren Sie eh niemanden mehr ernsthaft.

Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von Hui-Buh | #36-2

Die Raucher muss man genauso behandeln wie die Autofahrer. Dann habens nämlich wirklich nen Grund um sich aufzuregen.

24.01.2012
12:43
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von SusanneStreek | #35

AntonC, ja das konsumieren von Drogen (Zigaretten) auf Schützenfesten soll verboten werden. Die Die Linke fordert zugleich Räume für Cannabis Raucher (Haschclubs).
Ausserdem fordert die Die Linke und die Die Piraten Partei die Freigabe aller Drogen, und die Grüne/Bündnis 90 fordern die Freigabe von Cannabis.

1 Antwort
Rauchverbot - Schützen wollen weiter in Festzelten qualmen
von Pase_Lacki | #35-1

Das wird auch mal langseim Zeit.

Aus dem Ressort
Abtransport von Unglücksschiff "Costa Concordia" gestartet
Costa Concordia
Die Havarie der "Costa Concordia" stellte die Ingenieure vor eine gigantische Aufgabe. Zweieinhalb Jahre später ist die Bergung fast geschafft. Mit dem Abtransport hat nun die letzte Etappe begonnen. Vier große Schlepper ziehen den Unglückskreuzer nach Genua. Die Ankunft ist für Sonntag geplant.
Nach dem Tod eines Achtjährigen fahndet Polizei weiter
Kriminalität
Zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod eines Achtjährigen fahndet die Freiburger Polizei weiter nach dem Täter.
Sonne, Hitze, gute Musik - Die Sommerhits unserer Leser
Sommerhits
Wir haben unsere Leser auf Facebook nach ihren Lieblings-Sommerhits gefragt. Das Feedback war groß - und facettenreich. Von alten Klassikern wie "Sunshine Reggae" über lustige Vorschläge wie Dean Martins "Let it snow" bis hin zum aktuellen Chartstürmer "Summer" - hier gibt es die Top 13.
Norwegen gedenkt der Opfer der Breivik-Massaker
Terrorismus
Auch drei Jahre nach den Anschlägen in Oslo und auf Utøya will Norwegen für Offenheit und Toleranz einstehen. Der Attentäter Anders Behring Breivik hatte 77 Menschen getötet - darunter viele Kinder und Jugendliche. Sein Motiv war Fremdenhass.
Schmerz-Patienten dürfen unter Auflagen Cannabis anbauen
Urteil
Schmerz-Patienten dürfen zuhause selbst Cannabis für den Eigengebrauch anbauen — wenn eine entsprechende Genehmigung vorliegt. Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Dienstagmorgen entschieden. Fünf schwer kranke Männer hatten geklagt. In zwei Fällen wurde die Klage aber abgewiesen.
Umfrage
Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

 
Fotos und Videos
Die Top-Verdiener Hollywoods
Bildgalerie
Stars
Weihnachtsmann-Treffen im Sommer
Bildgalerie
Weihnachten