Rätsel um Da-Vinci-Bild: Echter Leonardo oder eine Fälschung?

Rom..  Die Nachricht schlug mit einem großem Knall ein: Angeblich wurde ein seit 500 Jahren verschollenes Gemälde von Leonardo da Vinci gefunden. In der Schweiz, eingewickelt in weißes Papier in einem Tresor eines Geldhauses. Illegal von Italien ins Ausland geschafft. Doch stammt das Porträt der Marquise Isabella d’Este wirklich aus der Hand des Kunstgenies aus der Toskana? Unter Kunsthistorikern regen sich Zweifel.

Die Fakten: Da Vinci hat Ende des 15. Jahrhundertes eine Zeichnung der Mäzenin Isabella d’Este angefertigt. Zu sehen ist diese im Louvre in Paris, wo auch da Vincis berühmtestes Werk, die Mona Lisa, hängt. Dort heißt es in einer Beschreibung, dass der Renaissance-Künstler das Gemälde zu der Zeichnung nie angefertigt hat – obwohl das Isabella d’Este ausdrücklich wünschte. Woher kommt also das Gemälde, das nun in Lugano gefunden wurde?

Das Urteil, dass es sich bei dem Ölgemälde um einen da Vinci handele, stammt von dem italienischen Leonardo-Experten Carlo Pedretti.

Privates Gutachten

Doch Kunsthistoriker zweifeln an Pedrettis Urteil. „Es handelt sich um ein privates Gutachten, das nicht als wissenschaftlicher Beleg angesehen werden kann“, sagte der italienische Kunstexperte Claudio Strinati der Zeitung „La Stampa“.