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Radar kann Piloten vor Vögeln warnen

19.01.2009 | 18:39 Uhr

Traben-Trabach. Rund 1000 Mal stößt pro Jahr über Deutschland ein Vogel mit einem Zivil-Flugzeug zusammen - fast drei Mal am Tag kommt es zu einer Kollision zwischen Tier und Maschine, die auch tragisch ausgehen kann. ...

Der Airbus 320 von US Airways wird zu weiteren Untersuchungen über den Hudson geschleppt. (AP-Bild)

... Ein erweitertes Radarsystem könnte das vermeiden. Die Notlandung auf dem Hudson hat das Problem in den Mittelpunkt gerückt. Der Fluglotse in New York konnte Kapitän Chesley Sullenberger nicht warnen, obwohl Vogelschwärme eigentlich von Radaranlagen erfasst werden könnten. "Die Lotsen haben aber ein so genanntes Sekundär-Radar", erklärt Christoph Morgenroth, Geschäftsführer des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL) in Traben-Trabach. Das bedeutet, einfach gesagt: Alles außer den Flugzeugen am Himmel wird ausgeblendet. Auch ist das Radar nur zweidimensional. Angaben zur Höhe werden nicht vom Radar berechnet, sondern vom Flugzeug als Zusatzinformationen gesendet.

Es gibt aber bessere Methoden, das Geschehen am Himmel zu überwachen. Die Nasa, so Morgenroth, hat zum Beispiel eine: "Seit die Raumfähre Columbia im Jahr 2003 wahrscheinlich durch Vogelschlag abgestürzt ist, werden die Startgebiete genau kontrolliert." Für die Verbesserung der Sicherheit an den Flughäfen könnten solche Systeme genutzt werden. Man müsse das bisher genutzte Radarsystem einfach nur ergänzen. Der Experte: "Ein herkömmliches Sportboot-Radar könnte die Höhe von Vogelbewegungen sowie die Geschwindigkeit erfassen und entsprechende Programme für die Computer dann automatisch warnen, wenn ein Flugzeug beim Starten einem Vogelschwarm gefährlich nahe kommen sollte. Der Start könnte dann verzögert werden oder der Pilot eine Ausweichschleife fliegen."

Das ist keine Zukunftsmusik mehr, ein solches System, das nach Einschätzung der Experten komplett 500 000 Euro pro Flughafen kostet, wird bald in Frankfurt am Main dringend benötigt: "Dort wird eine neue Start- und Landebahn gebaut. Die Jets, die sie nutzen werden, fliegen über die Eddersheimer Schleuse, ein Gebiet mit einem großen Aufkommen an Möwen", erklärt Morgenroth. Deshalb seien entsprechende Schutzmaßnahmen in den Baugenehmigungen vorgeschrieben worden.

So selten, wie der Passagier vielleicht meint, ist es nämlich nicht, dass gleich beide Triebwerke nach einem Zusammenstoß mit einem Flugzeug in der Luft zerstört werden. Erst am 10. November des vergangenen Jahres machte ein Pilot von Ryan-Air in Rom diese böse Erfahrung. Es gab nur einen Unterschied zur dramatischen Notlandung auf dem Hudson. Morgenroth: "Die Maschine war im Landeanflug, da hat der Flugkapitän noch alle Chancen, die Maschien sicher auf der Landebahn aufzusetzen." Kommt es beim Start zum Unglück, reicht die Zeit zur Umkehr meist nicht aus.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

Allgemein hält der Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen die Situation in Deutschland für wesentlich sicherer als in anderen Ländern auch in Europa. In den vergangenen 25 Jahren sei die Zahl der Zusammenstöße in der Luft halbiert worden. Die Flughäfen seien sehr kooperativ. Eine absolute Sicherheit würde es allerdings nie geben. Morgenroth: "Wir können schließlich den Vögeln nicht vorschreiben, dass sie zu Fuß gehen sollen."

Von Klaus Bröking

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