Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Pussy-Riot

Pussy-Riot-Sängerin zieht vor Menschenrechts-Gerichtshof

19.10.2012 | 15:03 Uhr
Die auf Bewährung freigelassene russische Pussy-Riot-Sängerin Jekaterina Samuzewitsch hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geklagt.Foto: afp

Moskau.  Die freigelassene Pussy-Riot-Sängerin Jekaterina Samuzewitsch möchte gegen die Haftbedingungen und die Einschränkung ihrer Redefreiheit klagen. Dafür geht sie bis vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Die Klage richte sich auch gegen die Behandlung der Bandkolleginnen.

Die auf Bewährung freigelassene russische Pussy-Riot-Sängerin Jekaterina Samuzewitsch hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geklagt. Sie gehe gegen die Haftbedingungen sowie gegen die Einschränkung ihrer Redefreiheit vor, sagte Samuzewitschs Anwältin am Freitag dem Radiosender Moskauer Echo. Samuzewitschs zweijährige Haftstrafe war in der vergangenen Woche zur Bewährung ausgesetzt worden.

Die Klage richte sich auch gegen die Behandlung der Bandkolleginnen Marina Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, die weiterhin in Lagerhaft sind, sagte Chrunowa. Die Kritik an den Haftbedingungen stützt sich demnach auf Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention zum Folterverbot. Während des Prozesses hätten die Frauen kaum Schlaf bekommen.

Behandlung von Pussy Riot seien nach Maßstab der Menschenrechtskonventionen "inakzeptabel"

Sie seien oft erst gegen Mitternacht in ihre Zellen gekommen und hätten am folgenden Tag wieder am frühen Morgen aufstehen müssen, um zum Gericht zu fahren, sagte Chrunowa.

Video
Moskau, 10.10.12: Nach der Anhörung in der Berufungsverhandlung der Punkband "Pussy Riot" entschieden die Richter am Mittwoch, eine der drei Frauen aus der Haft zu entlassen. Die beiden anderen sollen jedoch ihre Haftstrafen von zwei Jahren verbüßen.

Während der Verhandlung wurden den Angeklagten laut der Anwältin Essen und Getränke verweigert. Diese Behandlung sei nach dem Maßstab der Menschenrechtskonvention "inakzeptabel". Zudem stelle der Prozess eine Einschränkung der Redefreiheit dar, gegen die Samuzewitsch ebenfalls Beschwerde in Straßburg eingereicht habe. Die drei Frauen waren im August wegen "Rowdytums" zu je zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale ein "Punkgebet" gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt und dessen Rücktritt gefordert hatten. (afp)


Kommentare
26.03.2014
22:45
Pussy-Riot-Sängerin zieht vor Menschenrechts-Gerichtshof
von bonafide | #2

Viel Glück? Optimistin würde ich sagen, Ob der Menschenrechts Gerichtshof ein Urteil fällt oder der vielzitierte Sack Reis in China fällt, beide Vorfälle werden die russische Regierung gleichermaßen beeindrucken

19.10.2012
17:11
Pussy-Riot-Sängerin zieht vor Menschenrechts-Gerichtshof
von holmark | #1

Viel Glück! Hoffentlich überlebt sie das. Putin kannte und kennt keine Gnade.

Aus dem Ressort
Zwiebelwasser und Fabergé-Eier - Wie Russen Ostern feiern
Ostersonntag
Ostern ist in Russland nicht nur ein kirchliches Fest, sondern vor allem eine jahrhundertealte Tradition, die auch die Kommunisten in der Sowjetunion nicht unterdrücken konnten. Die Feierlichkeiten sind prunkvoller als an Weihnachten. Die Nacht zum Ostersonntag läutet das Ende der Fastenzeit ein.
Von "King Kong" bis "Horror Story" - Jessica Lange wird 65
Geburtstag
King Kong hielt sie in seinen Fängen, eine Küchentisch-Szene machte sie berühmt. Die zweifach Oscar-prämierte Schauspielerin Jessica Lange mischt mit 65 Jahren in Hollywood weiter mit. Und im TV: Sie zählt zu den Stars der preisgekrönten Mini-Serie "American Horror Story".
Wie ein Ei Spitzenköchin Lea Linster glücklich macht
Spitzenküche
Die Luxemburger Spitzenköchin Lea Linster spricht im Interview über Osterhasen, Kostbares in Schale und die große Kunst, trotz Wohlstand die beste aller Küchen im Dorf zu lassen. Eine Begegnung mit einer Frau, die es an die Spitze ihrer Zunft geschafft hat und darüber äußerst charmant geblieben ist.
Drei Menschen in Belgien von Unbekannten erschossen
Gewalt
Unbekannte Täter haben in dem belgischen Ort Visé drei Menschen auf offener Straße erschossen. Nach Angaben der Polizei hatten der oder die Täter am Freitagabend das Feuer auf den Mann, die Frau und das Kind eröffnet. Bislang sind die Hintergründe der Tat unklar.
Taucher entdecken erste Leichen im Wrack gesunkener Fähre
Fähr-Katastrophe
Im Wrack der gekenterten südkoreanischen Fähre "Sewol" haben Taucher erste Leichen entdeckt. Wegen zu starker Strömung und schlechter Sicht hätten die Toten noch nicht geborgen werden können, meldete die Küstenwache. 273 Menschen werden drei Tage nach dem Untergang der Fähre noch vermisst.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?