Prozess um bizarren Tod: Rätsel bleiben

Dresden..  Der Prozess um den bizarren Tod eines Geschäftsmannes aus Hannover steht in Dresden vor dem Ende, doch die Ungewissheit bleibt. Hat der Mann sich selbst getötet – mithilfe des wegen Mordes angeklagten Kriminalbeamten – oder hat der ihn umgebracht?

„Wir wissen es nicht“, stellte Verteidiger Endrik Wilhelm am Mittwoch fest. Das sei die einzig mögliche Antwort auf die das Verfahren entscheidende Frage, sagte er – und plädierte auf Freispruch für Detlev G.. Das Opfer Wojciech S. habe sterben wollen, um „einverleibt“ zu werden. Offen sei aber, „ob er den allerletzten Schritt selbst vollzog, oder mit aktiver Hilfe unseres Mandanten“. Das Landgericht Dresden will ein Urteil am 1. April verkünden.

Die Nebenklageanwälte sehen die Vorwürfe Mord und Störung der Totenruhe durch die seit August 2014 laufende Verhandlung bestätigt und forderten die Höchststrafe: lebenslange Haft.

Oberstaatsanwalt Andreas Feron hatte Anfang März auf nur zehn Jahre und sechs Monate für den 57-Jährigen plädiert – auch weil S. habe getötet werden wollen. Letzteres bestritt die Anwältin der Familie des Toten. „Er hatte sich verliebt, zwei Kinder und wollte wieder heiraten; er wollte nicht sterben.“

Die Männer waren sich in einem „Kannibalen-Forum“ im Internet begegnet.