Positiv mit den schlechten Botschaften umgehen
31.01.2009 | 23:57 Uhr 2009-01-31T23:57:00+0100Hagen/Stuttgart. Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bankenkrise, Schuldenkrise. Krise, Krise, Krise. Fünf Buchstaben für alle Fälle. Seit Wochen prasseln die schlechten Nachrichten auf uns nieder. Wir sind Krise. Sind wir das? Nein. Die guten Nachrichten gehen unter. An dieser Stelle nicht.
Sie hat die Schnauze voll. Der grimmige Blick der Bulldogge schmückt Plakatwände in ganz NRW. Mit ihr und der Internetadresse schnauze-voll-von-krise.de macht die Landesbausparkasse (LBS) West Werbung für ihre Job-Initative. 130 Finanzberater werden gesucht. Bei der LBS brummt das Geschäft. „Wir suchen Menschen, die auch in der Krise ihre Chancen nutzen”, sagt Vertriebsleiter Körbi in Münster. Ein dicker Hund - und so ganz gegen den Trend düsterer Prognosen.
Die LBS ist nicht alleine. Der Computer- und iPhone-Hersteller Apple glänzt mit einem Rekordumsatz von zehn Milliarden Dollar. Die Telekom will in diesem Jahr 3000 Mitarbeiter einstellen, und McDonald's in Europa 240 Filialen eröffnen und 12 000 Jobs schaffen. Noch ein positives Beispiel? Die schwedische Modekette H&M denkt über 225 neue Filialen mit bis zu 7000 Arbeitsplätzen nach. Das passt nicht in die Welt, in der so genannte Experten mit Horrorszenarien am meisten Gehör finden. Einhelliger Tenor: Es wird böse enden.
„2009 wird ein Jahr schlechter Nachrichten sein”, sagt Angela Merkel im November im Bundestag. Sie will die Bevölkerung vorbereiten. Ganz falsch. „Das war wenig hilfreich”, sagt der Medienpsychologe Prof. Dr. Roland Mangold von der Hochschule der Medien in Stuttgart im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der neue US-Präsident Barack Obama macht es vor, wie man positiv mit einer Krise umgehen kann. Er arbeitet in der Hauptsache mit guten Nachrichten.”
Merkels Botschaft erfüllt seiner Ansicht nach genau das, was keiner will. „Die Menschen legen ihr Geld unters Kopfkissen, sparen für schlechte Zeiten und geben nichts mehr aus. Ein Teufelskreis.” Zeitungen, Radio- und und Fernsehsender sind es, die die miesen Zukunftsaussichten ins Wohnzimmer bringen. Nicht für ewig Zeiten, meint Mangold. Das Geschäft der Medien - schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten und sorgen für Aufmerksamkeit, Quote und Auflage - ist für ihn „nicht mehr auf der Höhe der Zeit”.
In den USA findet nach seinen Erkenntnissen ein Umdenken statt: weg vom ständigen Überfluten mit Katastrophen hin zur positiven Gestaltung des Lebens. „Wir müssen lernen, mit der Unsicherheit im Hier und Jetzt zu leben”, sagt der 55-Jährige, „die Vorhersagen der Wirtschafts-Institute haben riesige Fehlerquoten. Sie wissen nicht, was in einem Jahr ist.”
Um dem ständigen Krisengerede gewappnet zu sein, empfiehlt Mangold, „sich zu besinnen, eine konkrete, persönliche Bilanz zu ziehen und zu hinterfragen, welche Chancen sich in der Krise bieten”. Der Bundesbürger, der von Haus aus zum Pesssimismus neigt, darf nicht länger „wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen”.
Dass die Menschen mit dem weit verbreiteten Untergang des westlichen Abendlandes umgehen können, haben sie vor Weihnachten bewiesen. „Angesichts katastrophaler Prognosen war das Weihnachtsgeschäft sehr gut.” Warum? „Weil die Menschen in der tatsächlichen Welt kurzfristig bei fallenden Lebenshaltungskosten, Gas und Sprit waren billiger, kurzfristig mehr Geld hatten.”
22:10
Teilen macht glücklich.
21:18
Fragen wir doch mal einen Psychologen, was passiert, wenn der Mensch nur schlechte Nachrichten hört (oder nur die Nachrichten sieht oder Zeitung liest).
Ja genau, Depression macht sich breit und niemand kommt mehr mit dem ***** hoch, weil er vor lauter negativem Gerede glaubt, aktiv zu sein, bringt ja sowieso nichts.
Man steckt in der Abwärtsspirale fest, traut sich nichts mehr zu und so geht es dann erst recht abwärts.
So würde ich mir sehnlichst wünschen, dass wir mit mehr Optimismus in die Zukunft blicken, uns an dem festhalten, was gut ist. Dann hat jeder Mut zu handel und es wird wirklich besser.
20:33
Bewahren wir uns doch unsere gute Stimmung, indem wir die Zeitung abbestellen, die Medien (TV/Radio) kündigen und das Internet kappen. Auch die Indianer waren glückliche Menschen, als sie den weißen Mann und seine Errungenschaften (incl. Religion) noch nicht kannten. Ach ja, nicht vergessen, Angie und Co in die Wüste schicken, dort können sie frisch und fromm vom Leder lassen. Es hört ihnen nur keiner zu !
18:38
Hmmmm, schlechte Nachrichten werden ja eigentlich von den Medien verbreitet ;-) In den letzten Monaten ist mir so ganz beiläufig aufgefallen, dass die WAZ (alle anderen Medien natürlich auch!) sehr viele von diesen schlechten Nachrichten verbreitet haben. Wie sagt doch eine alte Medien-Weisheit: Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Uns so redet die ganze Medienwelt die Realität von Tag zu Tag schlechter als sie ist und der dumme Konsument übernimmt diese Stimmung. Dann erscheint ein solcher Artikel und man hat den Eindruck, dass das veröffentliche Medium mit der Situation gar nichts zu tun hat. Das ist schon schon ziemlich schräg ...
17:51
Liegt es vielleicht daran das uns nicht nur Medienpsychologen und Politiker nach dem Krieg so Weich geklopft haben das wir so ziemlich alles über uns ergehenlassen.
Ich persönlich gebe nicht viel auf Psychologen/inen,
wer so mit Müll zugeschüttet wird der kann doch keinen klaren Kopf mehr haben.
Ich lasse mir aber gewisse Vorhaltungen nicht mehr machen nur weil ich Deutscher bin.
Wir müssen ein neues Selbstbewustsein entwickeln, welches sich nicht gerade am Amerikanischen Way of Live orientieren sollte.
16:59
Sehr guter Bericht und die Situation sehr gut auf den Punkt gebracht, danke an den Medienpsychologen!! Mir hat es geholfen :-)!
14:55
Medienpsychologen - da mach ich persönlich einen größeren Bogen drum, als um Kinderschänder.
Medienpsychologen sind gewissenlose Hetzer, die sich selbst für Henne und Ei in einer Person halten!
13:12
Ein Pyschologe versucht uns also zu theraphieren.
Man ,dann ist es noch übler als sowieso schon gedacht.
13:12
Ich wünsche Herrn Mangold doch einmal eine Beschäftigung in den von im genannten Konzernen. Ich meine über Jahre hinweg incl. der Entsorgung wenn er dann ins Alter gekommen ist... die Erfahrung scheint im offensichtlich zu fehlen.
12:53
Lasst uns einen Reigen bilden,
tanzen dort auf dem Vulkan.
Edles selig Gnaden bringen,
in Wunsch und Glückes Wahn.
Der Duft der Luft voll Blütenstaube
Der Himmel voller Friedenstaube
Der Bauch gefüllt mit Aberglaube
Den ich raube, raube raube...