Polizisten finden Kniegelenk nach Unfall im Straßengraben

Zu einem ganz besonderen Einsatz wurden Polizisten Ende September im Schwarzwald gegeben.
Zu einem ganz besonderen Einsatz wurden Polizisten Ende September im Schwarzwald gegeben.
Foto: iStock
Was wir bereits wissen
Ein Mopedfahrer verliert bei einem Unfall sein Kniegelenk. Dank der Hilfe der Polizei gibt es aber dennoch eine erfolgreiche Operation.

Lahr..  Im Ortenau Klinikum in Lahr im Schwarzwald hat es nach Angaben der Mediziner eine bisher einmalige Operation gegeben. Einem 16-jährigen Unfallopfer wurde nach einem schweren Unfall sein Kniegelenk wieder eingesetzt. Doch genau das war erst gar nicht vorhanden, als der junge Mann in die Klinik eingeliefert wurde.

Bereits am 29. September hatte sich nach Angaben des Klinikums der Unfall ereignet, nach dem der 16-Jährige mit seinem Moped in den Gegenverkehr geraten war. Beim Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug verlor er sein Kniegelenk. Beim Abtransport ins Krankenhaus blieb dies aber wohl unbemerkt. Polizisten kehrten auf Wunsch des Arztes Akhil Verheyden gleich zwei Mal an den Unfallort zurück und suchten. Sie fanden das Gelenk im Straßengraben und brachten es in die Klinik, wo es dem 16-Jährigen wieder eingesetzt werden konnte.

Über Telefon beschreibt Arzt das Gelenk

„Es war ein Stück weit Detektivarbeit. Ich habe am Telefon Tipps gegeben, wie so ein Gelenk aussieht. Und die Polizei hat sich sehr engagiert“, sagte der Leiter der Unfallchirurgie des Krankenhauses in Lahr, Akhil Verheyden, am Mittwoch. Zuvor hatte die „Badische Zeitung“ darüber berichtet. „Wir haben das Gelenk dann gereinigt und dem Patienten wieder eingesetzt“, sagte Verheyden. Damit sei dem Jugendlichen ein künstliches Kniegelenk erspart geblieben.

Einen solchen Fall habe er in seiner Laufbahn noch nicht erlebt, sagte der 57 Jahre alte Mediziner. „Und ich kenne Ähnliches auch nicht aus der medizinischen Literatur.“ Der 16-Jährige sei nach der fünfstündigen Operation nun auf dem Weg der Besserung. Er bleibe unter Aufsicht des Krankenhauses, das er bereits verlassen hat. (dpa/ac)