Polit-Talker Günther Jauch wirft bei der ARD hin

Was wir bereits wissen
Ein Angebot lag vor. Aber der Moderator mochte seinen seit 2011 laufenden Vertrag nicht verlängern. Dabei waren die Quoten überdurchschnittlich.

Hamburg/Berlin..  Der erfolgreichste Polit-Talker im deutschen Fernsehen hört auf. Günther Jauch und der für seine ARD-Gesprächssendung verantwortliche NDR teilten am Freitagnachmittag mit, der 58-jährige Moderator ziehe sich zum Jahresende zurück.

Die Initiative ging demnach von Jauch aus. Das Erste zitiert den Moderator mit den Worten: „Über das Angebot der ARD zur Vertragsverlängerung habe ich mich sehr gefreut. Sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen habe ich es nicht angenommen.“

Wann Jauchs letzte Live-Sendung in Berlin ausgestrahlt wird, war zunächst ungeklärt, wie NDR-Sprecher Martin Gartzke auf Anfrage sagte.

Marktanteil liegt deutlich überm ARD-Schnitt

Jauch hatte seinen seit September 2011 laufenden Vertrag im vorigen Jahr verlängert. Darin waren 43 Ausgaben seiner Sendung vom Herbst 2014 bis Ende dieses Jahres vorgesehen. Die Sendung kostet die ARD 10,5 Millionen Euro pro Jahr.

Der Talk hatte auf dem Top-Sendeplatz am Sonntagabend unmittelbar nach dem „Tatort“ einen Marktanteil, der deutlich über dem Durchschnitt der ARD lag. 4,62 Millionen pro Ausgabe entsprachen 16,2 Prozent. Die erfolgreichste Sendung wurde am 1. September 2013 gesendet – „nach dem Duell“ (Titel) von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück. Damals schalteten 8,25 Millionen Zuschauer ein. Der Marktanteil lag bei 30,2 Prozent.

Verpflichtung war innerhalb der ARD umstritten

Jauchs Verpflichtung war innerhalb der ARD umstritten. Der umworbene Neuzugang setzte damals durch, dass er nicht exklusiv fürs Erste arbeiten muss. Nebenher macht er Unterhaltungssendungen für RTL. Dazu kam, dass Anne Will auf den Mittwoch weichen musste – obwohl die Quoten nicht gegen sie sprachen. Nicht zuletzt gab es Kritik an Jauchs Honorar, das deutlich höher liegt als das seiner Kollegen.

ARD-Programmdirektor Volker Herres setzt sonntags weiterhin auf Talk. Der Senderverbund wolle seinen „Premium-Anspruch in diesem Genre aufrecht erhalten“. Bewerber dürfen sich schon mal warm laufen.