Pfleger könnte 15 schwer herzkranke Patienten getötet haben

In Oldenburg läuft der Mordprozess gegen einen ehemaligen Krankenpfleger.
In Oldenburg läuft der Mordprozess gegen einen ehemaligen Krankenpfleger.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Wegen dreifachen Mordes steht ein Pfleger (37) seit September vor Gericht – aber er könnte weit mehr Menschen auf dem Gewissen haben: Ein Gutachten legt nahe, dass zwölf weitere Herzpatienten des Klinikums Oldenburg zu seinen Opfern gehören könnten.

Oldenburg.. Ein wegen dreifachen Mordes angeklagter Pfleger hat nach einer Untersuchung des Klinikums Oldenburg möglicherweise zwölf weitere schwer kranke Menschen getötet. In diesen zwölf Fällen sei von Fremdeinwirkung auszugehen, sagte der Gutachter am Dienstag. Unklar sei aber, ob die Fälle dem Mann zur Last gelegt werden könnten.

Während der Dienstzeit des Mannes auf der herzchirurgischen Intensivstation des Klinikums Oldenburg habe es insgesamt 56 Sterbefälle gegeben, außerdem einen Todesfall in der Anästhesie.

Der 37-Jährige muss sich seit September am Landgericht Oldenburg wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Patienten im Klinikum Delmenhorst eine Überdosis eines Herzmedikaments gespritzt zu haben, um sie danach wiederbeleben zu können.

Gericht Langeweile soll ein weiteres Motiv gewesen sein

Später soll sein Motiv auch Langeweile gewesen sein. In einem ersten Prozess hatten die Richter ihn 2008 wegen Mordversuchs zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Eine Sonderkommission der Polizei und die Staatsanwaltschaft untersuchen zurzeit allein in Delmenhorst den Tod von 174 Patienten, die von 2003 bis 2005 während der Schichten des Krankenpflegers starben. Bevor der Pfleger in Delmenhorst anfing, arbeitete er von 1999 bis 2002 am Klinikum Oldenburg. (dpa)