Pep und das ganz enge Ding

Die Woche ist um. Und fragen Sie sich nicht auch: War da nicht was? Irgendwer, der Sie ein wenig aus der Routine gerissen hat? Ein Mann, der Sie fasziniert hat? Genau diese Sätze habe ich gestern Morgen im Wartezimmer beim Zahnarzt gelesen. Zugegeben, die Fragen ließen mich nicht los. Gab es da einen? Ja, es gab einen. Es war Pep Guardiola, der Bayern-Trainer.

Seitdem ihm gegen Porto am Spielfeldrand die Hose geplatzt war, hatte ich mir nämlich Sorgen gemacht, ob dieser Schlitz im Beinkleid ohne Schaden für sein Ego bleiben würde. Doch davon war diese Woche nichts zu spüren. Er hat einfach so getan, als wäre nie etwas gewesen. Bewundernswert. Ich an seiner Stelle wäre in Jogginghose gekommen, darunter noch zur Sicherheit, wenn mal was passiert, eine Fahrradhose. Er aber trug schon wieder so ein enges Ding.

Eigentlich ist der Hosen-Unfall ja schon Schnee von gestern, könnten Sie sagen. Nein, ich behaupte: Die Blamage wird ihn so schnell nicht loslassen. Die gerissene Naht, die zeigt, dass da was nicht mehr zusammenpasst, könnte ja auch ein Zeichen sein! Der Stoff, der nicht mehr hält – ein Symbol! Und wenn nicht das, so nagt es doch am Selbstvertrauen. In etwa so, als schreite man zum Altar und habe vergessen, die Lockenwickler rauszunehmen. Wie mag sich Pep wieder aufbauen? Sagt er sich: Hauptsache nicht ausgerutscht und ganz dumm auf den Hintern gefallen? Oder weiß er, dass nur der unperfekte Pep einen ganz besonderen Reiz hat?