Wie Schwule und Lesben ihr „Coming Out“ angehen sollten
29.04.2010 | 09:42 Uhr 2010-04-29T09:42:00+0200
Essen.Selbst in einer aufgeklärten Gesellschaft haben lesbische Frauen und schwule Männer Angst vor dem „Coming Out“. Paartherapeutin Heiland gibt Tipps, wie es gelingen kann. Sie rät davon ab, die eigene sexuelle Identität zu verleugnen. Denn nur das Bekenntnis dazu ermögliche ein erfülltes Lebensgefühl.
Ich (19) liebe eine Frau, mit der ich seit zwei Jahren zusammen bin. Auch wenn wir in einer angeblich aufgeklärten Gesellschaft leben, habe ich Angst vor dem Outing. Wie können wir es machen? Ich brauche dringend Tipps. – Julia H., ledig, keine Kinder
Die Antwort von Paartherapeutin Julianna Heiland:
Zu Beginn ein kleiner Hinweis: Outing meint das nicht gewollte Bekanntmachen der eigenen Lebensweise durch andere Personen. Ich gehe davon aus, dass Sie „Coming Out“ meinen.
Ihre Angst vor dem Coming Out ist verständlich. Auch wenn wir in einer liberalen Gesellschaft leben, gibt es Menschen, die eine lesbisch orientierte Lebensweise abwerten. Sie können daher nicht vorhersehen, wie Ihre Eltern, Verwandten, Freunde und Kollegen auf die Offenlegung Ihrer sexuellen Identität reagieren. Es ist wahrscheinlich, dass Sie diskriminierende Erfahrungen machen werden, was Sie aber nicht davon abhalten sollte, sich selbst zu outen. Das Geheimhalten ist äußerst anstrengend und führt häufig zu psychosomatischen Symptomen wie z.B. Süchten oder auch zu Depressionen.
Nur das Bekenntnis zur eigenen Identität ermöglicht die Entfaltung Ihrer Persönlichkeit und ein erfülltes Lebensgefühl.
Aber es ist sehr hilfreich, sich auf das Coming Out vorzubereiten. Ein gutes Selbstwertgefühl und die innere Stärke, die eigene sexuelle Orientierung anzunehmen und zu akzeptieren, sind eine wichtige Voraussetzung, den vielleicht auftretenden Anfeindungen der Umwelt stand zu halten.
Sie sollten sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
- Wie stehen Sie selbst zu Ihrer sexuellen Orientierung? Sind Sie mit Ihrer lesbischen Identität einverstanden?
Jahrgang 1954, arbeitet als Psychologische Beraterin, Einzel- und Paartherapeutin, Coach und Supervisorin in freier Praxis. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn.
Sie ist Leiterin des Institutes für Psychosynthese und Logotherapie IPL in Düsseldorf. Heiland war lange Jahre als Dipl.-Pädagogin/Dipl.-Sozialpädagogin in verschiedenen psychosozialen Arbeitsfeldern in städtischen Einrichtungen tätig, zum Beispiel Drogenberatung, Kindertagesstätte, Erziehungsleitung Kinderdorf, Sozialpsychiatrischer Dienst, Beratungs- und Therapiezentrum, Aids-Beratung.
Weitere Informationen gibt es auf ihrer Homepage.
- Haben Sie sich schon einmal mit den Biografien und Lebensentwürfen anderer Lesben beschäftigt?
- Was gibt Ihnen Unterstützung und Halt?
Den Coming Out-Prozess könnten Sie bei den Menschen beginnen, die Ihnen am nächsten stehen. Wenn Sie eine positive Reaktion erfahren, wird es Sie sehr ermutigen. Für den Fall, dass Sie auf Ablehnung stoßen, sollten Sie immer eine Vertrauensperson haben, mit der Sie reden können. Viele machen übrigens die Erfahrung, dass es die Eltern schon geahnt haben.
Eine gute Möglichkeit zur Unterstützung des Coming Out ist die Gemeinschaft mit anderen lesbischen Frauen. Es gibt in vielen Städten entsprechende Gruppen und Treffpunkte.
Nach dem Coming-Out fühlen sich die meisten Frauen sehr erleichtert und genießen die neu gewonnene Offenheit und Freiheit.
Haben Sie auch eine Frage an einen unserer Paartherapeuten? Dann schreiben Sie eine Mail an partnerschaft@derwesten.de

09:49
Dem kann ich nur zustimmen. Wie verrückt muss man sein, sich freiwillig in eine potenzielle Selbstmordsituation zu begeben? Ich rase ja auch nicht ohne Gurt und Airbag mit Tempo 100 auf eine Mauer zu.
15:03
@ 55
Wenn Homosexualität zu einem vierfach höheren Selbstmordrisiko führt, warum wählt man dann nicht einen anderen Weg? Es gibt doch so viele nette Menschen auf der Seite des anderen Geschlechts, was für ein Hohn, lieber den Selbstmord zu wählen, statt sich anders zu orientieren. Wer trotz des hohen Risikos lieber so weiter lebt, ist selbst schuld.
11:42
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14:16
Wenn ich Kommentare hier lese wie:
ich kenne auch nen schwules Pärchen die haben sogar Kinder und empfinden den CSD in Köln als Diskriminierung, dann raste ich aus..
Die beiden sollten sich bei den Aktivisten Bedanken, denn ansonsten hätten sie kein Kind adoptieren können! Da sollten die beiden mal nachdenken, spakos!
Zu den anderen Kommentaren wie Ich mag solche Leute oft nicht, nicht weil sie Homosexuell sind, sondern weil Sie mir damit auf den Keks gehen, dass es so wichtig ist, das alle Welt das weiß bekomme ich auch nen Hals.
Die Selbstmordrate bei homosexuellen Jugendlichen ist 4 fach höher als bei heterosexuellen Jugendlichen.
Den Jugendlichen fehlt es an Leitbildern!!
Also bitte erst mit dem Thema beschäftigen, bevor man solche Kommentare schreibt!
Gott wirf Hirn vom Himmel!
11:05
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11:12
Ich laufe im Sommer total gerne in meinem rosa String durch die Stadt, Hand in Hand mit meinem total süßen Lover. Dann schauen wir uns verträumt in unsere Kajal-verschmierten Augen. Soviel Romatik und Stil können Heteros gar nicht aufbringen. Die sollte man mal ganz pöse pöse mit Wattebäuschchen bewerfen.
08:04
zu DietmarKalaschnikow
So drastisch hab ich das gar nicht gemeint. Also, Heterosexualität als Perversion zu bezeichnen geht wirklich nicht. Küschen, Dietmar
07:15
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22:33
an levin
Ich finde das irgendwie nicht richtig, dass du böse über die Heteros schreibst. Das ist ganz schön gemein.
22:27
zu urban 50:
Es muss hier auch nicht immer alles so ausgewogen sein. Die Heteros sind nunmal schrecklich und nerven ganz schön rum. Und es wird doch wohl noch erlaubt sein, dass hier mal zu schreiben!