Pausenlose Machtkämpfe gefährden die Liebe
28.02.2009 | 23:44 Uhr 2009-02-28T23:44:00+0100Berlin/München. Liebende können sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen. In so mancher Partnerschaft wird pausenlos gezankt, gezickt, genörgelt und dann wieder tagelang geschwiegen. Mit der Zeit lernen Paare so, sich gegenseitig zu bestrafen, und gleichzeitig verlernen sie das Loben.
Liebende können sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen. In so mancher Partnerschaft wird pausenlos gezankt, gezickt, genörgelt und dann wieder tagelang geschwiegen. «Viele Leute denken, mit ein bisschen Schimpfen und Schieben könnten sie ihren Partner in ihrem Sinne verändern», sagt Franz Thurmaier, Psychologe und Eheberater aus München. Mit der Zeit lernten Paare so, sich gegenseitig zu bestrafen, und gleichzeitig verlernten sie das Loben.
«Dauerstreit wegen Kleinigkeiten und pausenlose Nörgeleien zwischen Partnern sind meistens ein deutliches Zeichen dafür, dass hier jemand grundlegend unzufrieden ist», sagt Mädy Verwied, Paarberaterin aus Berlin. Zwar hielten sich die Partner ständig gegenseitig vor, der andere mache etwas falsch und solle seine Verhalten ändern. Die eigentlichen Bedürfnisse, die hinter den Zankereien über Belanglosigkeiten stecken, könnten die Betroffenen aber oft nicht aussprechen.
Wie Mobbing in der Arbeitswelt
«In manchen Partnerschaften kommt es im Zuge dieser Entwicklung zu massiven Vorwürfen und sogar zu Drohungen, die dem Mobbing in der Arbeitswelt ähneln», sagt Thurmaier. Dabei seien die Betroffenen oft eigentlich nicht als unfreundliche, dominante Personen bekannt. «Man könnte sagen: Es passiert ihnen einfach», sagt Thurmaier. Die Partner gerieten schnell in ein Verhaltensmuster hinein und seien irgendwann davon überzeugt, sie müssten miteinander so umgehen, um verstanden zu werden. So entwickle sich ein zermürbendes Machtspiel, in dem beide Partner gleichermaßen unter dem Verhalten des anderen litten. «Nach einiger Zeit erleben sie sich nur noch in einer Gegner-Opfer-Konstellation - und das ist tödlich für eine Beziehung», warnt Thurmaier.
Der Paarkommunikationstrainer, der in München das Institut für Forschung und Ausbildung in Kommunikationstherapie leitet, hat jedoch auch gute Nachrichten für betroffene Paare: «In vielen Beziehungen ist dieser Mechanismus umkehrbar und das Liebesgefühl, das durch den angestauten Frust oft nur verschüttet ist, kann neu entdeckt werden.» Erkenne zumindest einer der Partner die schädliche Dynamik rechtzeitig, könne er auf sie einwirken. «Man kann zwar den Partner nicht verändern - aber wenn man sich selbst ändert, dann wirkt sich das auch auf das Zusammenspiel in der Partnerschaft aus», macht Thurmaier Mut.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Nörgelfalle ist, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und auszusprechen. «Manche Menschen wissen im Grunde gar nicht, was sie sich eigentlich wünschen», sagt Mädy Verwied. Sie rät Betroffenen daher, ihren tiefen Bedürfnissen auf die Spur zu kommen. «Oft geben die Kleinigkeiten, über die man sich ärgert, einen Hinweis darauf», sagt die Diplom-Pädagogin.
"Ich"-Sätze bilden
Gut sei es, wenn man lerne, 'Ich'-Sätze zu bilden. Anstatt seinem Partner vorzuhalten: «Nie hast du Zeit für mich!» könnte man ihm beispielsweise so entgegentreten: «Ich brauche gerade deine Nähe, weil ich einige Gedanken mit dir besprechen möchte. Ich würde mich sehr freuen, wenn du dir Zeit für mich nehmen würdest.» «Manchmal steckt aber beispielsweise hinter dem Vorwurf, der Partner habe nie Zeit, auch eigentlich das Bedürfnis, selbst mehr Zeit mit anderen Menschen zu verbringen», sagt Verwied.
Dann sollte das Paar versuchen, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. «Der Ansatzpunkt muss sein, die Kommunikation der Partner untereinander zu verändern», sagt Thurmaier. Habe man seine Bedürfnisse erkannt, könne man dem Partner in einem ruhigen Gespräch erklären, was einen eigentlich stört und was man sich wünscht. Der andere habe nun die Gelegenheit, hinter seinem zänkischen und aufbrausenden «Alltagsgegner» einen Menschen mit Bedürfnissen zu erkennen. Manchen Paaren helfe es auch, ihre Kommunikationsmethoden in einem Kommunikationskurs oder in einer Paartherapie zu überprüfen und zu schulen.
Manche Probleme können nie gelöst werden
«Viele Leute haben die Vorstellung, dass ein Problem in einer Partnerschaft immer gelöst werden muss», sagt Thurmaier. Seine Erfahrung zeige hingegen, dass viele Probleme in einer Paarbeziehung niemals gelöst werden könnten. «Man kann für diese Konflikte nur Kompromisse finden und versuchen, das Erleben des Konflikts zu ändern», sagt der Psychologe. Doch wenn die Partner es schafften, ins Gespräch zu kommen und offen zueinander zu sein, sei schon viel gewonnen. Denn dann sei es möglich, wieder einen positiven Blickwinkel auf den anderen zu bekommen.
Um die Sichtweise aufeinander zu verändern, rät Thurmaier betroffenen Paaren beispielsweise, eine Liste mit Vorteilen des jeweiligen Partners zu verfassen. «Darauf sollte man detailliert notieren, was einem am anderen gut tut und was man an ihm liebenswert findet.» Als nächstes könne man sich überlegen, was man selbst tun könnte, um dem anderen eine Freude zu machen. Oft seien das Dinge mit Wiedererkennungswert, die die Partner früher füreinander gemacht hätten, wie beispielsweise ein Frühstück ans Bett zu bringen. «Es ist anrührend zu sehen, wie sich Paare nach diesen Übungen plötzlich wieder ganz anders begegnen können», berichtet Thurmaier von seiner Erfahrung aus den Paarkommunikationskursen. (ddp)
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17:12
Pausenlose Machtkämpfe gefährden die Liebe.
Ach nee.
10:26
3 - Ist in Arbeit, auch wenn du es nicht lesen wirst. War das Kompilment eigentlich ernst gemeint?
02:18
#2
Das hast du aber sehr schön geschrieben.
Viel schöner und viel ausführlicher als der eigentliche Artikel.
Ich empfehle: Schreibe bitte einmal ein Buch.
Auch das werde ich nicht lesen.
Einen Gruß entsende ich.
22:41
Woran liegt es, wenn Paare nicht mehr miteinander klar kommen?
Gegensätze ziehen sich an. Sagt man doch, oder gleich und gleich gesellt sich gern. Doch ob es nun Gleiches oder Verschiedenes ist, was Frischverliebte zueinander zieht - in der Hektik des Alltags, ist niemand gegen Krisen gefeit
Zur Krise kommt es wenn:
Zu hohe Erwartungen an den Partner gestellt werden.
(Der eine ist bemüht und strengt sich total an alles richtig zu machen, damit der Laden gut läuft, doch der andere bemerkt es nicht mal und nimmt das wie selbstverständlich hin.)
Treue ein Fremdwort ist.
Die Erotik und Romantik zu kurz kommt.
(Selten baut sich ein erotischer Spannungsbogen auf, wenn man nur in Jogginghose herumrennt.)
Die eigene Unabhängigkiet Vorrang hat.
Uneinigkeit in Erziehungsfragen herrscht.
(Sie ist die Verbieterin. Er der Erlauber oder umgekehrt.)
Macken sichtbar werden.
(Die berüchtigte Zahnpastatube - Haare im Waschbecken - die leere Klorolle.)
Zu hause Chaos herrscht.
(In einem schlecht organisierten Haushalt ist permanenter Streit angesagt.)
Man keine gemeinsame Hobbys hat oder erwirbt.
Zu wenig Zeit oder Sinn für Gespräche da sind, die nicht mit dem Haushalt, den Kindern oder der Arbeit zu tun haben.)
Fernseher oder der Computer der Freizeitpartner ist.
In alten Strukturen verharrt wird und kein Mut da ist, neue Wege zu finden.
Man über das frei verfügbare Geld streitet.
Mein Mann und ich feiern in diesem Jahr die goldene Hochzeit. Ich denke, da hat man so seine Erfahrungen gemacht. In der Ehe oder Lebensgemeinschaft ist es so: Man kennt sich seit Jahren, man streitet sich, man verträgt sich. Danach ist die Luft wieder rein. Die braucht man in einer Beziehung, in jeder Hinsicht. Konflikte lassen sich nämlich nicht so leicht unterbrechen wie eine Telefonverbindung. Sie müssen ausgetragen und gelöst werden. Auseinandersetzungen sind in einer Partnerscjhaft garnicht zu vermeiden, denn das Bedürfnis nach Durchsetzung eigener Interessen steckt in jedem von uns. Paare müssen sich streiten, das ist völlig normal, weil jeder Partner seine eigene Vorstellungen durchsetzen will. Nur Frischverliebte leben nach dem Motto: Ganz wie du willst, Schatz!
Was Paare jedoch immer wieder üben und pflegen sollten ist der Austausch von Gedanken und von Empfindungen, das Gespräch über Dinge, die sie zutiefst bewegen und beschäftigen.Dabei sollte man eine günstigen Zeitpunkt abwarten. Nicht gerade während einer Sportsendung oder der Tagesschau den Partner damit konfrontieren, sondern besser das Gespräch bei einem gemeinsamen Spaziergang oder einem Glas Wein führen. Wer es nicht schafft, über die gemeinsamen Ziele oder Probleme zu reden und seinen Kummer und Frust ständig herunterschluckt, wird irgendwann Nebenkriegs-Schauplätze eröffnen. Dann wir auf einmal der nicht herunter geklappte Klodeckel oder Haare im Waschbecken ein Riesen _Thema. Früher oder später könnte das das Aus für die Beziehung bedeuten. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Zu Zweit ist das Leben einfach schöner!
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15:24
Als ältere Frau sage ich den jungen Frauen, ihr wisst nicht was ihr tut.