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Kinder allein zu Hause - nur mit verlässlichen Geschwistern

15.02.2010 | 09:08 Uhr

Mainz.Wenn die Kinder älter werden, freuen sich viele Eltern auf einen gemeinsamen Abend zu zweit. Um Kosten und Absprachen mit dem Babysitter zu sparen, sollen dann die großen Kinder auf die kleinen Geschwister aufpassen. Allerdings ist dafür nicht jedes Kind geeignet.

Wenn die eigenen Kinder größer werden, atmen viele Eltern auf: Endlich keine lästigen Terminabsprachen mehr mit dem Babysitter. Nun kann ja das größere Geschwisterkind auf den kleinen Bruder oder die kleine Schwester achten. Dies sei Kindern ab einem Alter von etwa zwölf Jahren in den meisten Fällen auch zuzutrauen, sagt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Mainz. Allerdings müsse das ältere Kind dazu schon gewisse Fähigkeiten erlangt haben.

„Es sollte verantwortungsbewusst und verlässlich sein, auf Unvorhergesehenes ohne Panik reagieren können und eine gewisse erzieherische Fähigkeit haben“, erläutert der Diplom-Psychologe. Das bedeutet, dass das ältere Kind angemessen auf sein möglicherweise bockiges, schreiendes oder weinendes Geschwisterchen reagieren muss. Bevor das kleinere Kind nicht mindestens drei Jahre alt sei, sollten Eltern dies ihren Erstgeborenen nicht zumuten, sagt Gerth.

Bei einem eher geringen Altersunterschied kann es allerdings auch kompliziert werden, da sich das jüngere Kind nicht unbedingt dem Älteren fügen wird. „Da kann es Sinn machen, einfach noch ein Jahr zu warten und dann beide Kinder in die Pflicht zu nehmen, sich verantwortlich zu verhalten“, rät der Psychologe.

„Für den Anfang sollten die Kinder in jedem Fall tagsüber nur kurz allein gelassen werden, dies kann dann allmählich gesteigert werden“, empfiehlt Gerth. Außerdem sollte man sich zwischendurch telefonisch melden und natürlich auch eine Kontaktnummer für Notfälle hinterlassen. Klappen die Nachmittage gut, können die Kinder auch abends mal allein bleiben. Wichtig sei, beide am nächsten Morgen zu loben und insbesondere dem Älteren aufgrund der gezeigten Verlässlichkeit auch in anderen Bereichen mehr zuzutrauen. (ddp)

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