Hobbys als Beziehungskiller
27.08.2009 | 07:37 Uhr 2009-08-27T07:37:00+0200
Essen. Liebe erfordert Toleranz - dieser Spruch darf in keinem Strauß gern verwendeter Binsenweisheiten fehlen. Ich bin mir aber sicher: Wer auch immer diesen Sinnspruch zuerst formulierte, er hat einige wesentliche Prototypen der Gattung Mann nicht mitgerechnet.
Männer sind was wunderbares. Einige Exemplare erfreuen schon auf den ersten Blick. Gut, das ist eine Minderheit, aber man muss genießen können, wenn es geht - denn in einer näheren Bekanntschaft liegt nicht unbedingt ein Zauber verborgen. Denn mit dem Kerl kommen auch seine Hobbys ins Spiel.
Mit Waschbrettbauch am Grill
Zum Beispiel den Sportler. Jule hatte gerade so einen. In der vorteilhaften Muskel-, nicht in der trantütigen Couch-Variante, wohlgemerkt. Wir waren schockiert, als sie ihm den Laufpass gab: „Du hast mit Axel Schluss gemacht? Mit diesem Waschbrettbauch auf Beinen? Das darf doch nicht wahr sein!“ Wenn Muskel-Axel in Shorts am Grill stand, hatten wir alle schon einmal verstohlene Vergleiche mit unseren schluffigen Begleitern angestellt. Witz, Intelligenz, schön und gut - aber solch ein Bild von einem Mann, das wäre - ach!
Jule war genervt: „Jetzt lasst mich bloß mit Sport in Ruhe! Natürlich war der fit - aber was glaubt ihr, wann ich mir diesen Astralkörper zuletzt bei Tageslicht begucken durfte? Abends nach der Arbeit ins Fitness-Studio - und wenn er endlich auf dem Sofa sitzt, ist gerade noch Zeit für seinen dämlichen Tofu-Shake und dann muss er auch schon ins Bett - zum Schlafen! Weil er morgens vor der Arbeit noch das Marathon-Training schaffen muss.“
Sex? Vergiss es!
„Ja, aber der Sex“, warf ich ein. „Welcher Sex?“, schnaubte Jule empört. „Sein neuer Schwimmtrainer arbeitet zwei Monate vor Wettkämpfen mit so genannten „Energieplänen“ und diese Energie fließt nicht im Bett. Ich musste Termine machen - und dann hat er Rücksprache mit dem Trainer genommen. Vergiss es!“
Gut, man kann sie verstehen. Dabei hatte ich immer einen Sportler gewollt. Zum Beispiel, als es mit Aldo zu Ende ging. „Nie wieder einen Ritter“, hatte ich mir damals geschworen. Denn Aldo nannte sich die meiste Zeit gar nicht Aldo sondern Balduin - als ob seine Eltern bei der Taufe nicht schon tief genug in die Mottenkiste gegriffen hätten. Balduin trug gerne schwere handgearbeitete Filzstoffe und war häufig in die Herstellung realitätsnaher Holzschwerter vertieft. Kühlschranknotizen ebenso wie Liebesbriefe waren mit Gänsekielen auf selbstgepresste Pergamente geklekst. Er war partout nicht zur Nutzung handelsüblicher Notizzettel zu bewegen.
Lautenspiel bei Kerzenschein
Leider lehnte er elektrisches Licht ab: „Kerzenlicht - das schafft so eine wunderbare Atmosphäre“, schwärmte er. Ich hätte eigentlich auch nach Sonnenuntergang gern mal ein Buch gelesen. Er hat es mir nie verziehen, dass ich seine selbstgedichteten Minnelieder mit Lautenbegleitung nicht hören mochte. Als er begann, sich auch in Sachen Körperhygiene an seinen historischen Vorbildern zu orientieren, war es endgültig aus.
In letzter Zeit ist im Freundeskreis übrigens immer häufiger eine andere Art von Partner zu beobachten. Nicht zwangsläufig durchtrainiert, ein wenig besserwisserisch und ein unerschöpflicher Quell nutzlosen Fußball-Wissens - aber immerhin berechenbar. An Sonntagnachmittagen kann man zwar nicht auf ihn zählen - dafür hat man den Rest der Zeit einen erfreulich normalen Menschen zur Seite. Pragmatikerinnen setzen auf den Sofa-Sportler. Ich werde mich mal umsehen.
- Teil 14: Komplimente, die keine Frau hören will
- Teil 13: Beziehungsende mit Angst und Schrecken
- Teil 12: Hochzeiten - die unterschätzte Gefahr
- Teil 11: Klappe halten kann Freundschaften retten
- Teil 10: Sabine Töpperwien zerstört mein Liebesleben
- Teil 9: Wenn ein Mann den Frauenabend ruiniert
- ...alle Kolumnen auf einen Blick!

11:26
Ganz einfach, Lord Bauch: Dann such ich mir als Frau nen Naturwissenschaftler - der hat genug Hirn und Eigenleben, um mit nem selbständigen und geistig fitten Gegenüber prima klar zu kommen. Und tuntig ist ein Mann dieser Gattung garantiert nicht *feix*.
10:14
Uih, da sind aber ein paar Herren richtig angezickt, was?
Spass beiseite, wer den Waschbrettbauch an seiner Seite haben will, muss einkalkulieren, dass für den Erhalt desselben Zeit gebraucht wird.
Allerdings fehlt hier die Einsicht, dass die Modellbahnverrückten so langsam aussterben, unsere neuen Männer immer tuntiger (das nicht als Beleidigung, der Männer mit Männern Bewegung) werden und sich die Damen irgendwann gar nicht mehr retten können, soviel Zeit wollen wir mit Ihnen verbringen. Was dann?
09:03
Sehr geehrte Lilo,
„Ja, aber der Sex, warf ich ein. „Welcher Sex? Natürlich eine gute Frage von Dir. Jetzt kommt ein Superlover (z.B. der mit dem Trainigswahn auf dem Bild oben) bei Dir vorbei und sagt: Also Darling, ich habe meine Hobbies geändert. Ab heute ist mein Hobby SEX! Und er schlägt Dir gleich vor (bzw. als Superlover fragt er gar nicht) sein Hobby sofort mit Dir hier und jetzt zu teilen. Was machst du dann? Ich wette du stürzt Dich sofort auf deine Schrei(b)maschine und klapperst einen Bericht in die Tasten: Er will immer-mein Gott!!!! So oder so: Die Theorie gewinnt immer! Aber Hauptsache Dir gehen die Buchstaben nicht aus! Zeig doch mal ein Bild von Dir, so dass wir Männer auch was zu lästern hätten in Deinem Stil. Falls Du überhaupt eine Frau bist, an deinen Buchstaben kann man das nicht so richtig erkennen und falls Du natürlich nicht über 75 bist, dann darfst du weiter anonym bleiben. Auch wenn diese Serie als Aufreger konzipiert ist (Los Lilo, lass mal den Hammer raus!) sollte man doch nicht vergessen, dass der Pfau mit der ganzen aufgestellten Pracht um die Henne kreist, während die Henne banaler Weise an den nächsten Schuheinkauf, die neuen Frisur oder diesen totchicken Rock denkt, den sie im Schaufenster auf der Maximiliansstraße gesehen hat und der nur noch von irgendwem bezahlt werden muss. Da kommt der Pfau gerade richtig, andere kurze Spässe nimmt man natürlich als Frau gerne mit, vor allem, wenn sie indirekt bezahlt worden sind zuvor. Fast möchte man ein Faust Zitat anfügen: Kommst du nur immer anzuklagen, ist auf der Erden ewig Dir nichts Recht? Lilo: Nein, geehrter Leser, ich lebe davon - und zwar nicht schlecht!
12:30
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Ein Hobby zu haben,bei dem man richtig aufblüht ist das schönste, was man gegen den grauen Alltag haben kann.
Ich würde nie darauf verzichten wollen.
donjon
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00:50
Aldo der Ritter? Ist da etwa jemand im neuen Tarantino gewesen, bevor sie die Kolumne verfasst hat? Da heißt er zwar Aldo der Apache, aber immerhin. Sowas nennt sich dann wohl Transferleistung.
11:54
Hoffentlich läuft das Praktikum der Hobbybloggerin bald aus...
09:31
Langweilig ist diese Kolumne ja immer, man liest sie in der Hoffnung auf Besserung, denn Kolumnen an sich können sehr spassig sein. Der Mist, der heute zu lesen ist, ist ärgerlich.
09:14
Das Problem ist wohl weniger das Hobby, als dass die Verhältnismäßigkeit der Dinge absolut aus den Fugen gehört. Das schaffen Frauen aber auch schon bei alltäglichen Dingen wie Extrem.-Schminken & Co. - jeden Tag am besten 3 Stunden im Bad. Da findet sich schwieriger das passende Deckelchen als beim Extrem-Sportler. Von Extrem-Sportlerinnen hab ich nämlich schon gehört, von (hetero)Extrem-Schminkern weniger ^^.
Und die Extrem-Sport-Gucker, die nicht nur Sonntags vorm TV sitzen und Sport schauen, sondern auch alle anderen Tage an der Woche gibst wohl genauso oft wie Normal-Sportler, die berechenbare ein- oder zweimal die Woche ins Fitnesscenter laufen....
Von daher ziemlich wenig aussagende Kolumne diesmal....
07:29
Das Problem ist nicht, dass Männer Hobbys haben. Das Problem ist, das Frauen Alltagstätigkeiten wie Einkaufen für Hobbys halten.
Wer sich eine laufende Hantelbank zum Freund nimmt, hat sich wohl vorher nicht gefragt wo das herkommt. Natürlich nur vom täglichen Hirn wegpumpen.
in meinem Freundeskreis gibt es auch einige, die Hobbymäßig auf Mittelalterfesten unterwegs sind. Mit Freundin! Nur sind das keine Kolumnenschreibenden Sex-and-the-City Tussis.
Auch wenn ich jetzt kein Ritterfan bin, aber Liebesbriefe auf selbstgemachtem Pergament mit Kielen geschrieben hat ja mal Stil und Persönlichkeit. Aber laut dem Text hier stehen Frauen ja mehr darauf, wenn man sowas mal eben auf ein Post-It mit Kulli kraxelt.
Sorry, aber die Qualy geht ja mal senkrecht nach unten.
00:44
Verdammt der letzten Absatz trifft genau auf mich zu. berechenbar also...