Den richtigen Partner aus dem Netz fischen
11.11.2009 | 18:48 Uhr 2009-11-11T18:48:00+0100
Köln. Sieben Millionen Deutsche suchen Studien zufolge im Internet nach einem Partner. Eigentlich ein El Dorado für Singles. Ganz so einfach ist es aber offensichtlich doch nicht. Warum sonst sollten Flirt-Seminare und Aufreiß-Workshops nach wie vor boomen?
Die Frauen sind gekommen, weil sie etwas in ihrem Leben vermissen. Den Partner an ihrer Seite oder nach Jahren der Ehe die Leidenschaft, das Knistern. Im Workshop „Ready for Love” erhoffen sie sich Antworten, Strategien, Hilfe. Theresa Thiel wirbt im Programm schließlich damit: „Erhöhen Sie ihre Strahlkraft und steigern sie Ihre emotionale Anziehung.” Die 38-Jährige coacht Schauspieler und Sänger – und seit neuestem auch Liebende oder jene, die es werden wollen.
Kurs für Aufreißer
Henning Wiechers kennt solche Seminare. Er betreibt die Internet-Plattform Singlebörsen-Vergleich, die sich in den letzten Jahren zu einer echten Expertenseite in Sachen Partnersuche gemausert hat. Bei einigen Flirtschulen gehe es darum, an sich zu arbeiten, „die Fehler bei sich selbst zu suchen, der Rest gehe von allein”, sagt Wiechers. Ein neuer, recht junger Trend sind die sogenannten „Pick Up Artists”, PUA abgekürzt. „Das ist ein sehr männlicher Flirt-Kurs”, erklärt der 35-Jährige. „Für Männer, die Frauen aufreißen wollen. Mit dem Ziel, die Frau ins Bett zu kriegen.”
Das Gros der Flirtseminare liege irgendwo dazwischen, so Wiechers, der das Prinzip flapsig-überspitzt folgendermaßen formuliert: „Liebe Frauen, wenn ihr an der Bar einen Mann seht, den ihr kennenlernen wollt, glotzt zehnmal rüber. Beim ersten Mal kommt er nämlich nicht. Liebe Männer, wenn euch eine Frau anglotzt, geht sofort rüber. Wartet nicht, bis sie zum zehnten Mal geglotzt hat.”
Grönemeyer besingt die großen Kleinigkeiten
Bei „Ready for Love” wird nicht geglotzt. Stattdessen lässt Theresa Thiel erst einmal Grönemeyer die Kleinigkeiten besingen, die das ganz große Glück so ausmachen. „Wärm mich an deiner Stimme, leg mich zur Ruhe in deinen Arm, halt mich – nur ein bisschen – bis ich schlafen kann.” Ja, der Herbert hat's schon drauf, nickt die Runde. Sieben Frauen, überwiegend im besten Alter zwischen Anfang 30 und Mitte 40, und ein Mann, der mitgeschleift wurde. Trainerin Thiel erklärt, warum der Workshop entstanden ist: „Weil ich so unglaublich viele Menschen kenne, die sich so sehr nach einer Beziehung sehnen, aber dabei den puren Stress empfinden.” Auch mal anhalten, zur Ruhe kommen, den Blick auf die positiven Dinge lenken – darum geht es in den sieben Stunden in Köln. Kurz gesagt darum: Jeder ist seines Glückes Schmied.
Das gilt auch für die Single-Welt im Netz. „Ich finde Online-Suche absolut sinnvoll”, sagt Theresa Thiel den Teilnehmern. „Was ich bedenklich finde, ist die Selektion.” Größe, Haarfarbe, am besten Arzt oder Anwalt von Beruf, das führe schnell zu unrealistischen Vorstellungen und Erwartungen. „Die persönliche Begegnungsebene, die finde ich existenziell”, betont die 38-Jährige. Sie könne nur dazu raten, sich so früh wie möglich zu treffen.
Für Paarforscher sind Partnerbörsen ein Segen
Für Professor Manfred Hassebrauck sind Partnerbörsen im Internet in gewisser Weise ein Segen. „Dadurch erhöht sich das Feld der Verfügbaren”, drückt es der Paarforscher von der Bergischen Universität Wuppertal aus. „Wir wählen ja immer aus einer Menge von Leuten aus, mit denen wir Kontakt haben. Aus ein paar Hundert sind Millionen geworden.” Je größer die Wahlmöglichkeiten, desto wahrscheinlicher wird es, den Richtigen zu finden.
Dass solche Partnerschaften schneller in die Brüche gehen, kann der Wissenschaftler nicht bestätigen, im Gegenteil. „Beziehungen, die über Online-Dating entstanden sind, sind stabiler und zufriedenstellender”, sagt Hassebrauck. Der Grund: „Es finden eher Leute zusammen, die gut zueinander passen.”
Die große Auswahl kann zum Nachteil werden
Die große Auswahl auf dem Singlemarkt kann andererseits aber auch zum Nachteil werden. Nämlich dann, wenn sich der einsame Flirtwillige angesichts der Fülle von potenziellen Partnern überfordert fühlt. Außerdem könnten unrealistische Vorstellungen vom idealen Partner entstehen, so Hassebrauck, „ohne zu berücksichtigen, dass Beziehungen Kompromisse sind.”
Sieben Millionen Deutsche, das haben Umfragen und Auswertungen von Singlebörsen-Nutzerdaten ergeben, suchen im Internet nach einem Partner. Bei elf bis zwölf Millionen Singles eigentlich eine Traumquote. Wobei Henning Wiechers vom Singlebörsen-Vergleich eine Erklärung für dieses vermeintliche El Dorado für Partnersuchende hat. „Die größte Lüge der Männer auf diesen Seiten ist nämlich: Ich bin Single.” Jeder Vierte sei es aber in Wirklichkeit nicht. Die größte Lüge der Frauen mutet dagegen harmlos an: „Ich bin 28.” Der ehemalige Handball-Nationaltorwart Wiechers ist selbst übrigens schon seit Jahren verheiratet und hat sich „noch nie mit jemandem aus dem Internet getroffen”.
"Ich bin bereit, aber nicht auf der Suche"
Dafür ist „Ready for Love”-Leiterin Theresa Thiel Single. „Ich bin schon bereit, aber nicht auf der Suche”, beteuert sie. Ein Glaubwürdigkeitsproblem sieht sie nicht: „Ich lebe ja das, was ich sage. Ich bin sehr zufrieden. An der Stelle fehlt mir nichts in meinem Leben.” Im Workshop klang das so: „Bereitsein für die Liebe hat ja viel damit zu tun, dass wir erstmal bei uns selbst sind.” Die Frauen jedenfalls strahlen am Ende des Tages – und darauf kommt es wohl an.

20:21
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09:43
Was für ein Glück, dass es mir gelungen ist, meinen Partner im richtigen Leben kennenzulernen und zwar über ein gemeinsames Interesse.
Ich hätte keine Lust mir einen Mann aus dem Internet runterzuladen :O)
19:27
Was bringt Singlebörsen-Vergleich denn da für Sachen?
Sexkontakte, Seitensprünge: der gleiche Tenor: fast alle Seiten sind Schrott. Soweit klingt es noch seriös. Aber dann: nur unsere paar ausgesuchten sind ok. Natürlich alle Premium, gegen viel Geld. Ein Kommentar: Nur Premiums können aktiv flirten. Und die sind absolut in der Minderheit. Wer zu zahlen bereit ist, flirtet quasi ohne Konkurrenz.
Glaubt jemand ernsthaft, dass es bei Seitensprüngen und Sexkontakten einen Frauenanteil von 1/3 oder gar der Hälfte gibt?
Ich habe mal gesehen was passiert, wenn sich jemand auf einigen dieser Portale anmeldet. Da kommen teilweise 2 Minuten nach dem ersten Login Küsschen-Mails, und man wird mit -mutmaßlich automatischen- Mails nur so zugeschmissen - die man natürlich nur abrufen kann, wenn man zahlendes Mitglied wird.
30 Euro und mehr pro Monat, für heiße Luft und freizügige Versprechungen ausgeben - wers glaubt, wird selig, alle anderen sollten besser ihr Geld unter den roten Laternen anlegen (wer da nicht gerade an eine Abzockerin gerät, kriegt für 30 EUR schon was) oder in andere, kostenfreie Communities gehen (und dann aber auch offen für dauerhafte Beziehungen sein)!
18:58
Es gibt einige Leute, die im Internet tatsächlich wen finden oder die es tatsächlich als Gratispuff gebrauchen, aber das sind wenige, genau so, wie in Discos einige wenige jede Nacht eine abschleppen und andere gar keinen Erfolg haben. Und ich tippe mal, wer in der Disco keinen Erfolg hat, der schafft es auch im Netz nicht.
Wenn man sich mal juxweise in Kontaktbörsen begibt, soll man erstmal Geld bezahlen, und nebenher wird das Postfach mit Botmails zugemüllt (4 heiße Feger wollen Kontakt mit Dir...).
Aber rechne man doch einfach mal nach: Männer suchen das schnelle Abenteuer, wollen im Idealfall eine nach der anderen unverbindlich ins Bett kriegen. Frauen wollen dagegen die dauerhafte Beziehung, und am liebsten jemanden mit gesellschaftlichem Status und dickem Geldbeutel.
Folglich sind in den Partnerseiten im Netz auch viel mehr Männer unterwegs, genau so wie auf einschlägigen Kuppel-Parties, wo meist eine riesige Horde einsamer, frustrierter Männer rumsitzt und sich die wenigen Frauen einen Spaß draus machen, die zu verarschen.
Prostitution ist doch auch ein reiner Verkäuferinnenmarkt, wo viele Männer die Frau zum Spaß suchen; Frauenpuffs, wo die Männer es gegen Geld mit Frauen tun, spielen so gut wie keine Rolle, weil Frauen sich einfach nicht für unverbindlichen Sex interessieren (Medienberichte darüber zeigen leider meist nicht, wie solche Läden schnell wieder pleite gehen).
Eine Seitensprungagentur kann also niemals einen auch nur halbwegs gleichen Anteil von Männern und Frauen erreichen; da wird es fast nur Männer geben, die sich sehr wenigen interessierten Frauen, ein paar Prostituierten, und vielen Chatbots und Mailcomputern mit teuren Nummern gegenüber sehen. Statt bei einer Seitensprungagentur Geld zu bezahlen, kann ein Mann auch gleich in den Puff gehen, da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er für das Geld auch was kriegt.
14:54
Ich denke auch nicht, dass das wahre Leben ersetzbar ist, als erster Schritt kann jedoch eine seriöse Partnervermittlung im Internet durchaus geeignet sein
14:28
@7 Aber nicht mit S04ern
13:24
das wahre Leben findet draussen statt ,nicht im internet..
die meisten inserate in diesen Singlebörsen sin eh fakes..
also rausgehen und flirten :O)
09:08
Das Netz ist ein Tummelplatz von Beliebigkeiten, Unverbindlichkeiten und Leuten, die nicht ehrlich zu sich und anderen sind. So sind Enttäuschungen programmiert. Das wahre Leben ist durch nichts zu ersetzen.
17:21
aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass es einem durch das internet wesentlich schwerer gemacht wird, rauszufinden, ob man auf einer wellenlänge liegt oder nicht. auf dem profil des ausgewählten liest man zwar alles, aber eigentlich nur das, was passt. man baut sich eine scheinwelt auf, so nach dem motto: ooooh das passt ja alles soooo gut. und natürlich verläuft das erste treffen meist super, weil man ja so viele übereinstimmungen hat, über die man reden kann. aber wenn man es dann auf dauer versucht, stellt man meist doch sehr schnell fest, dass man nicht nur nicht auf der selben wellenlänge schwimmt (im bestfall) sondern, dass der potentielle partner nach osten schwimmt, während man selbst eher nach westen steuert....ich denke, lernt man jemanden im richtigen leben kennen, geht dieses wir liegen nicht auf einer welle-feststellen wesentlich schneller....
15:58
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