Papst zieht Rechtsstreit gegen Satireblatt "Titanic" zurück
30.08.2012 | 17:11 Uhr 2012-08-30T17:11:26+0200
Bonn. Im Streit um ein Titelblatt der Satirezeitschrift "Titanic" hat der Vatikan am Donnerstag juristische Schritte zurückgezogen. Ein für Freitag anberaumter Prozess vor dem Landgericht Hamburg ist abgesagt. Allerdings prüfe der Vatikan weitere Schritte, Angriffe gegen die Würde des Papstes zu begegnen.
Kurz vor der geplanten Gerichtsverhandlung hat der Vatikan seinen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin "Titanic" zurückgenommen. Eine entsprechende Erklärung des deutschen Staatssekretariats des Apostolischen Stuhls verbreitete am Donnerstag die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn. "Nach eingehenden Beratungen ist der Heilige Stuhl zur Entscheidung gelangt, eine Rücknahme des Antrags auf einstweilige Verfügung gegen den 'Titanic'-Verlag zu veranlassen", heißt es darin.
Zugleich würden "weitere rechtliche Maßnahmen geprüft, um Angriffen auf die Würde des Papstes und der katholischen Kirche wirksam zu begegnen". Damit fällt die für Freitag anbraumte Gerichtsverhandlung aus, wie das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg mitteilte. "Der für den 31. August anberaumte Termin ist aufgehoben worden", hieß es in der Mitteilung. "Damit ist das Verfahren beendet."
"Titanic"-Mitarbeiter protestierten in Hamburg
Der Verlag des Satiremagazins hatte Widerspruch gegen eine Entscheidung des Hamburger Landgerichts eingelegt, die der "Titanic" eine weitere Verbreitung des Titels "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden" untersagt hatte. Das Magazin hatte Papst Benedikt XVI. mit einem großen gelben Fleck vorne und einem braunen Fleck hinten auf der Soutane gezeigt.
Einen Tag vor der ursprünglich geplanten Gerichtsverhandlung über den Widerspruch hatten sich der "Welt" (Freitagsausgabe) zufolge am Donnerstag Mitarbeiter und Unterstützer des Satiremagazins aus Protest am Hamburger Michel angekettet. "Wir wollen ein deutliches Zeichen für Demokratie und Pressefreiheit setzen", zitierte die Zeitung den "Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer. (afp)

11:35
Vorsicht mit solchen Pfuibah-pöhsepöhse-Vermutungen, sonst löscht die Zensur-Moderation auch wie hier:
http://www.derwesten.de/politik/innenminister-soll-steckbrief-kampagne-in-die-tonne-treten-id7043012.html
geschehen, mal eben den kompletten Diskussionsstrang :-)
Bei einem weiteren diskussionswürdigen Thema wurde leider ebenfalls komplett die Diskussion gelöscht:
http://www.derwesten.de/panorama/taliban-enthaupten-17-menschen-weil-sie-musik-hoerten-und-tanzten-id7030347.html
(mit mindestens einem äußerst wert- und gehaltvollen Beitrag unter mindestens 18).
Man darf aber annehmen, daß die Besorgnisse der WAZ-Redaktion nicht aus der Luft gegriffen sind.
Und darum müssen offene Meinungen von Vertretern offener Gesellschaftsideen sich unangenehmerweise frühzeitig und immer wieder gegen religiös motivierte Meinungsvertreter verteidigen, um nicht (wieder) unter deren mehr oder weniger radikale Räder zu kommen.
09:38
Es hat sicher was mit Vergebung zu tun. Dazu sind sie verpflichtet, wenn jemand seine Sünden bereut.
Nun kann man das mit dem Bereuen den Titanic-Machen wahrscheinlich nicht so einfach unterstellen.
Deswegen mag es eher ein interner Vergebungs - Prozess sein, der dahinter steckt. Vielleicht müssen sei den hauseigenen Juristen im Vatikan vergeben, dass sie nur Mist gemacht haben.
09:15
Wie die Sache wohl ausgesehen hätte wenn es sich hierbei um den Islam gehandelt hätte. Uiuiuiu....
Wie die Sache wohl ausgesehen hätte, wenn es sich hierbei um den Katholizismus vor der Aufklärung gehandelt hätte. Uiuiuiu....
Wie schnell sich der praktizierte Katholizismus zum Üblen wandeln kann, ohne daß sich an der Theorie wesentliches geändert hätte, sieht man gegenwärtig in Limburg. Dort folgt nach einem Führungswechsel unvermittelt befremdlicher Prunk auf dem Vernehmen nach überzeugende Bescheidenheit. Jüngst wurde befremdlich lautstark eingefordert, daß die christlichen Kultsymbole auf den Berggipfeln der Alpen auch auf touristischen Werbeabbildungen hinreichend zu sehen sein müßten. Und von den vielen befremdlichen Gesellschaftsvorstellungen, die man am liebsten für alle verpflichtend verwirklicht sehen würde, wollen wir mal gar nicht erst anfangen.
Solange Ratzinger noch im Jahr 2000 Formulierungen findet wie "Verlauf der Geschichte seit dem Sieg des Christentums", weiß man, daß man auch vor Katholiken auf der Hut zu sein hat.
Lächerlich...
ich kann mir kaum vorstellen, dass aufgrund solcher Ereignisse zu ähnlichen Ausschreitungen kommt wie nach dem zeigen der mohammed Karrikaturen. Von daher ist der Vergleich wirklich lächerlich.
Aber sie sagen es ja selbst, der Islam ist alles andere als aufgeklärt.
Außerdem.
"Jüngst wurde befremdlich lautstark eingefordert, daß die christlichen Kultsymbole auf den Berggipfeln der Alpen auch auf touristischen Werbeabbildungen hinreichend zu sehen sein müßten"
Das galt der Werbebroschüre der Zugspitze die in Saudi-Arabien verteilt wurde und auf der das Kreuz wegretuschiert wurde. Stellen sie sich umgekehr vor, in Deutschland wird eine Broschüre der türkei verteilt auf der der halbmond einer Moschee entfernt wurde. Wenn sie hier schon was von sich geben sollten wie die genauen hintergründe kennen.
Die Führungskräfte des Katholizismus vor der Aufklärung haben zuweilen große Holzstöße entzündet, auf denen zuvor Andersdenkende sorgfältig und unentrinnbar festgebunden wurden. Nach Lesart der Katholiken geschah das zum Heil der Festgebundenen. So richtig glaubwürdig erschien das den so Behandelten damals schon nicht. Heute hat es sich glücklicherweise herumgesprochen. Aber es war ein hartes Stück Arbeit.
Auch überwanden Katholiken in großen Gruppen große Entfernungen bis in den Nahen Osten, wo sie mit mitgeführten Schwertern und ähnlichen Geräten die sozialen Verhältnisse neu ordneten.
Und auch heute greifen sie noch gerne zu Maximalsanktionen, wenn Menschen in ihrem Machtbereich nicht spuren (z.B. Wiederverheiratete fristlos - äh - feuern). Schön ist das nicht.
08:34
Bei jemandem, der Unfehlbarkeit für sich beansprucht, wirken solche wetterwendischen Entscheidungen ziemlich befremdlich. Immerhin wurde unterm Strich eine schlechte Position durch eine bessere ersetzt.
In letzterem Sinn gäbe es allerdings noch einiges zu tun.
06:01
Wieso zurückgezogen?
Bei der großen Chance, dass Andi B., gerade zum OLG wegbefördert, das Verfahren führt? :D
Komisch....^^
22:50
Wer sich am evangelischen Michel ankettet um gegen den katholischen Papst zu demonstrieren, hat sich definitiv in der Adresse geirrt.
21:46
Ich bin zwar kein Mitglied der Kirche,trotdem habe ich das Lesen der Titanic eingestellt.
Ich habe mir aus den Fotos ein T-Shirt gemacht... Das war letztens ein Spaß am Dom vorbei zu gehen...
@boullion
Traust du dich das auch mit einer Mohammed Karikatur? Wahrscheinlich nicht.
Sind Sie nun Kreuzfahrer oder einfach nur ungebildet, Bouillon?
19:27
Gute Entscheidung.
Bei so was kann man nur verlieren.
Und wenn der Vatikan gar nicht erst geklagt hätte, hätte kaum einer dieses Titelbild zur Kenntnis genommen.
So ist der Vatikan genau in die Falle getappt, die die Titanic aufgestellt hat.