Papst verurteilt kinderlose Paare

Essen..  Er hat es schon wieder getan: Papst Franziskus hat mit einer angreifbaren Äußerung über kinderlose Paare neuen Stoff für Kritiker geliefert. Bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz erklärte das katholische Kirchenoberhaupt, keine Kinder zu haben, sei „eine egoistische Wahl, mit Kindern verjüngt sich das Leben und bekommt Energie.“

Erst vergangene Woche schockierte der Papst mit seiner Aussage, Kinder zu schlagen, sei okay, solange die Würde des Kindes gewahrt bleibe. Damit löste er eine Welle der Empörung aus. Die neue päpstliche Kinderschutzkommission schaltete sich ein und erklärte: „In unserer Zeit gibt es keinen Platz für körperliche Strafen.“ Der Vorsitzende der vom Papst einberufenen Expertengruppe beeilte sich daraufhin zu verkünden, man wolle dem Papst Ratschläge geben.

Wenige Wochen zuvor begann die Serie der sprachlichen Fauxpas mit der Bemerkung, Katholiken sollten sich nicht „wie Karnickel vermehren“, drei Kinder pro Ehepaar seien hingegen ideal.

Nun trifft es also Paare, die sich bewusst gegen ein Kind entscheiden– oder ungewollt kinderlos bleiben. Er bezeichnet in seiner Ausführung einige europäische Gesellschaften als „trübselig“, weil Kinder dort als Last angesehen würden. Kinder seien jedoch ein Geschenk.

Die Kommentare auf Online-Plattformen wie Facebook reichen von Belustigung bis hin zu Fassungslosigkeit oder gar Wut. Dass sich gerade das Oberhaupt der katholischen Kirche zum Thema Kinderplanung äußert, halten viele für eine Farce. „Wer im Glashaus sitzt...“, deutet etwa ein Nutzer an. „Wie viele Kinder hat der Papst ei­gentlich? Müssen viele sein, denn neulich äußerte er sich ja auch zu Erziehungsmethoden“, meint ein Anderer. „Der logische nächste Schritt wäre dann also die Abschaffung des Zölibats?“, fragt ein Leser auf derwesten.de.

Doch die meisten kritisieren die Unbedarftheit der päpstlichen Worte. „Die Realität zwingt leider viele Menschen, diese Wahl gar nicht zu treffen, sei es aus Armut, Überforderung oder aufgrund eigener Erfahrungen.“ Außerdem solle man lieber mit Bedacht Kinder in die Welt setzen, als ihnen später nichts bieten zu können, heißt es in weiteren Internetkommentaren.

Zu Unrecht beschuldigt?

Doch es gibt auch andere, wenn auch wenige beschwichtigende Stimmen: Die einst hochgelobten Eigenschaften des „neuen“ Papstes wie Bescheidenheit und Demut scheinen in den Hintergrund zu rücken, moniert ein weiterer Nutzer. „Jetzt sagt er etwas, was nicht allen in den Kram passt, und schon wettern viele wieder gegen Papst und (katholische) Kirche.“