Osterschwämme und Osterreiten - Ungewöhnliche Osterbräuche

Das Osterreiten in ein traditioneller Brauch bei den Sorben in der Oberlausitz.
Das Osterreiten in ein traditioneller Brauch bei den Sorben in der Oberlausitz.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Eiersuche zwischen Dampfloks im Westen, Oster-Narrenbriefe im Norden und Osterschwämme im Süden. In Deutschland gibt es einige besondere Osterbräuche.

Berlin.. Osterlamm, Schokohasen und Eiersuchen im Garten. Solche Ostertraditionen werden an den Feiertagen in ganz Deutschland gepflegt. Es geht aber auch anders, wie ein Blick in verschiedene Regionen des Landes zeigt:

Osterschwämme

Nach altem Brauch legten Kinder vor der katholischen Kirche in St. Peter im Schwarzwald sogenannte Osterschwämme ins Feuer und brachten diese zum Glühen. Mit den rauchenden Schwämmen, die von einem Priester gesegnet wurden, zogen sie am Ostersonntag anschließend von Haus zu Haus.

Damit soll den Bewohnern ein Teil des Osterfeuers zuteilwerden. Die Osterschwämme sind eine Baumpilzart, die von den Kindern im Wald gesucht werden. Der Brauch hat in der Schwarzwaldgemeinde eine lange Tradition.

Osterfeuer Ostereierwerfen

Auf der Nordseeinsel Föhr werfen die Kinder traditionell ihre Ostereier in die Luft und rufen dazu: "Eike, poleike, komm heel wedder daal" (Hochdeutsch: "...komm heil wieder runter"). Auf Sylt sei dieser Brauch ebenfalls verbreitet, erklärte Anne Paulsen-Schwarz vom Nordfriisk Instituut . "Auch das Aneinanderstoßen von gekochten Eiern, das sogenannte "Pöötjren", ist auf den Inseln beliebt.

Eierschieben

Der uralte Brauch aus Bautzen hat seinen Namen von herabrollenden Eiern, Äpfeln und Nüssen. Diese Leckereien schoben wohlhabende Bürger der Stadt einst den Bautzener Protschenberg hinab, an dessen Fuß sie von Kindern aufgefangen wurden.

Am Ostersonntag wurde das Eierschieben in der sächsischen Stadt als Volksfest gefeiert - die Eier werden inzwischen allerdings durch bunte Plastikbälle ersetzt.

Oster-Narrenbriefe

Der Gækkebrev (deutsch: Narrenbrief) ist eine dänische Ostertradition, die auch bei der dänischen Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins gepflegt wird. Dabei werden Briefe mit selbst gedichteten Versen anonym an Freunde und Verwandte verschickt.

Schafft der Adressat es nicht, den Absender zu erraten, ist er der Narr (Gæk). Errät er dagegen den Schreiber, ist dieser der Narr. Als kleine "Strafe" muss der Gæk ein Schokoladenei verschenken. Die ersten Narrenbriefe wurden vermutlich um 1800 verfasst.

Osterreiten

Das Osterreiten der zumeist katholischen Sorben hat in der Oberlausitz eine mehr als 500 Jahre lange Tradition. Mit Gehrock, Zylinder und weißen Handschuhen zogen Reiter am Ostersonntag in mehreren Prozessionen auf geschmückten Pferden in Sachsen durch Städte und Dörfer und sangen christliche Lieder.

Es kam aber auch zu Unfällen: In Wittichenau zog sich ein Reiter bei einem Sturz eine schwere Beinverletzung zu. In Bautzen wurde ein Reiter leicht verletzt, als er vom Pferd fiel.

1000 Ostereier

Im Eisenbahnmuseum in Bochum wurden am Sonntag 1000 bunt gefärbte Eier zwischen historischen Waggons und Dampfloks versteckt. Mit der Aktion wollte das Museum an dem Feiertag besonders junge Gäste anlocken.

Viele Familien waren am Ostersonntag der Einladung gefolgt. Die ersten Eier seien in Sekundenschnelle von den Kindern aufgespürt worden, sagte Hans-Henning Pietsch von der Stiftung, die das Museum in Nordrhein-Westfalen betreibt. (dpa)