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Online-Klamottenbörse "Kleiderkreisel" reagiert auf Kritik

23.10.2014 | 14:09 Uhr
Online-Klamottenbörse "Kleiderkreisel" reagiert auf Kritik
Bei "Kleiderkreisel" tauschen, verschenken oder verkaufen die Nutzer gebrauchte Klamotten. Gegen Betrüger soll jetzt härter vorgegangen werden.Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Essen.  Die Verbraucherzentrale bezeichnet das Bewertungs- und Bezahlsystem von "Kleiderkreisel" als verlockend für Betrüger. Vor allem das Bewertungssystem steht in der Kritik. Nutzer können sich dort bewerten obwohl sie gar nicht miteinander gehandelt haben. Nun reagiert Kleiderkreisel auf die Kritik.

"Kleiderkreisel" ist Deutschlands größte Kleidertauschbörse. Auf der Online-Plattform sind über 2,6 Millionen Nutzer angemeldet. Taschen, Schuhe, Röcke, Hosen oder Make-Up - alles aus der Modewelt kann getauscht, verkauft oder verschenkt werden. Ähnlich wie bei Ebay legen die Nutzer dafür ein Profil an. Ist ein Nutzer an einem Kleidungsstück interessiert, mailt er den Verkäufer an, handelt online den Preis aus und tauscht die eigene Adresse gegen die Kontodaten des Verkäufers. Dann muss nur noch das Geld überwiesen werden und das Paket wird verschickt.

Doch die Verbraucherzentrale NRW warnte vor der Online-Plattform. "Kleiderkreisel" sei sehr verlockend für Betrüger. Das größte Problem dabei sei das Bewertungssystem. So könnten sich Nutzer jederzeit und unabhängig von Verkaufsaktionen bewerten. Die Bewertungen würden inzwischen wie eine Art Ware gehandelt. Denn wer viele positive Einträge auf seinem Profil sammle, wirke vertrauenswürdig.

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Kritik von der Verbraucherzentrale NRW

So gäbe es User, die positive Kommentare im Tausch gegen Klamotten anbieten würden - nach dem Motto: Ich bewerte dich positiv, dafür darf ich mir ein Teil aus deinem Verkauf aussuchen. Und auch unmoralische Angebote nach negativen Urteilen kämen vor. Eine Userin hätte sich demnach beschwert, dass sie von einer abgewerteten Verkäuferin angefragt wurde, ob sie nicht für drei positive Bewertungen von Freundinnen den negativen Eintrag löschen könne.

Noch ein Problem sei, dass Mitglieder ihre angebotene Ware teilweise mehrfach verkaufen und dafür viel Geld kassieren würden. Losgeschickt werde die Ware dann auch nicht. Betrugsopfer hätten in diesem Fall keine Möglichkeit ihr Geld zurückzubekommen. Denn "Kleiderkreisel" übernahm bisher „keine Haftung für gescheiterte Transaktionen“. Auch auf der Facebook-Seite der Plattform beklagen sich Käufer darüber, dass ihre Ware nicht losgeschickt wurde. "Meine Tochter wartet immer noch auf einen Pullover den sie vor mehr als 14 Tagen bei in Berlin bestellt hat. Bezahlt ist schon, nur Ware haben wir noch nicht bekommen", so eine Facebook-Userin.

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Neues Bezahlsystem bei "Kleiderkreisel"

Kleiderkreisel reagiert nun auf die Kritik. Noch in diesem Jahr werde ein neues Bezahlsystem eingeführt: "Seit einem Jahr haben wir an diesem System geknobelt. Es verspricht eine bessere Sicherheit für den Verbraucher", sagt Pressesprecherin Julia Schütz. Bisher sei die Verkaufsaktion privat zwischen Käufer und Verkäufer abgelaufen, nun nehme sich "Kleiderkreisel" dieser Transaktion an. "Wir haben in letzter Zeit gemerkt, dass es Betrüger auf unserer Seite gibt. Mit dem neuen System wollen wir alle Betrugsformen ausschließen. Es soll keine Schlupflöcher mehr geben." Der Versand von Paketen solle in Zukunft versichert sein. Auch das Bewertungssystem werde angepasst. Demnächst sollen die Nutzer nur noch nach einem abgeschlossenen Geschäft den jeweils anderen Nutzer, und somit die Kaufaktion, bewerten können. Positive Kommentare können dann nicht mehr wie eine Ware gehandelt werden.

Auch gegen Anbieter von gefälschter Markenware gehen die "Kleiderkreisel"-Mitarbeiter vor. Regelmäßig werden die Nutzer-Profile und die angebotene Ware gecheckt. Wer Fake-Markenware anbietet, wird gesperrt.

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Schutz vor Betrügern bei "Kleiderkreisel"

Das neue Bezahlsystem soll den Betrügern bei "Kleiderkreisel" ein Ende machen. Aber wie kann sich grundsätzlich ein potentieller Käufer bei "Kleiderkreisel" vor Betrügern schützen? Die Verbraucherzentrale rät dazu, nur bei Kleiderkreislern zu kaufen, die ein blaues Häckchen hinter ihrem Nicknamen haben. Das bedeutet, dass ihre Adress-Daten per Schufa-Identitätscheck verifiziert wurden. Tatsächlich hätten aber nur wenige Mitglieder ein solches Vertrauens-Häckchen, denn dafür müssen sie 2,99 Euro zahlen.

Ein weiterer Tipp der Verbraucherzentrale: Klamotten aus der Umgebung bestellen. Die könne der "Kleiderkreisel"-Käufer nach Absprache besichtigen, anprobieren und bar bezahlen.

Jana Hannemann

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2014-10-23 14:09
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