Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Terrorgefahr

Olympische Spiele - Zweifel am Sicherheitskonzept wachsen

15.07.2012 | 18:58 Uhr
Olympische Spiele - Zweifel am Sicherheitskonzept wachsen
Ein bewaffneter Polizist am Londoner Flughafen Heathrow. Foto: afp

London.   Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele werden immer mehr Pannen beim Sicherheitskonzept bekannt. So sollen Terrorverdächtige unerkannt die Kontrollen am Flughafen in Heathrow passiert haben.

Zwei Wochen vor Eröffnung der Olympischen Spiele mehren sich die Bedenken wegen der Sicherheitslage im Austragungsort London. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „The Observer“ hatten es in den vergangenen Wochen mehrere Terror-Verdächtige geschafft, die Sicherheitskontrollen am Flughafen London-Heathrow zu passieren. Zudem sollen die Zweifel am Sicherheitsunternehmen G4S, das unter der Woche Probleme bei der Ausbildung der Olympia-Sicherheitsleute eingestehen musste, schon länger bekannt gewesen sein.

Einen Tag vor Ankunft der ersten Athleten und Offizielle am Flughafen London-Heathrow stand der Umgang mit Terrorverdächtigen am größten europäischen Flughafen im Mittelpunkt der Kritik. Eine Liste mit den Namen Verdächtiger soll in den vergangenen Wochen ungeachtet geblieben sein, wohl weil neue Mitarbeiter an der Grenzkontrolle nicht richtig ausgebildet wurden. Ein Sicherheitsbeamter bestätigte „The Observer“, dass seit Juli mindestens drei Verdächtige ohne die notwendigen Kontrollen durchgewunken worden seien.

Panne mit Sicherheitsdienst wohl schon länger bekannt

Unterdessen gehen die Schuldzuweisungen in der Kommunikationspanne mit Sicherheitsunternehmen G4S weiter. „The Independent“ berichtet unter Berufung auf Polizeikreise, dass die Polizei auf Probleme mit dem Sicherheitsdienst schon vor einem Jahr hingewiesen hatte.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass G4S die Ausbildung der vereinbarten 10.400 Sicherheitskräfte bis zum Olympia-Beginn nicht stemmen kann. Jeremy Hunt, Staatssekretär im britischen Kultusministerium, sagte dem Fernsehsender BBC am Sonntag, dass die Regierung darüber tatsächlich erst vergangene Woche erst informiert worden sei. Daraufhin hatte sich Großbritannien entschlossen, während Olympia 3.500 Soldaten als Reservisten zusätzlich einzusetzen.

Olympic Park weiterhin Baustelle

Nicht nur die Sicherheitslage in London, sondern auch die Vorbereitungen im Olympic Park stehen derzeit im Fokus. „Wir sind momentan noch nicht auf dem Stand, dass es hier sofort losgehen könnte“, sagte James Bulley, zuständig für die Wettkampfstätten beim Londoner Organisationskomitee. „Die Athleten sind ja auch noch nicht bereit, an den Start zu gehen.“ Bulley reagierte damit auf einen Bericht des „Telegraph“ (Samstagausgabe), wonach das Olympia-Gelände erst später als geplant eröffnet werden könne.

IOC-Präsident Jacques Rogge hat derweil versucht, die Wogen zu glätten. „Wir hatten in den Tagen kurz vor Beginn noch immer mit Schwierigkeiten zu kämpfen.“ Er sei zuversichtlich, dass bis zur Eröffnungsfeier am 27. Juli alles soweit sei. (dapd)


Kommentare
15.07.2012
23:20
Olympische Spiele - Zweifel am Sicherheitskonzept wachsen
von Pucky2 | #2

Dafür, dass GB mindestens genauso pleite ist wie die GIIPS-Staaten, leistet sich das Königreich aber einen ganz schön teuren Luxus.

Ich bin ja mal gespannt, wie man einen verrückten Einzeltäter mit Flugabwehrraketen festsetzen will. Da diese internationalen Sportveranstaltungen eigentlich nur noch eine große Werbeveranstaltung sind und das IOC genauso wie die FIFA und UEFA und und und nur noch Geld kassieren wollen, werde ich persönlich die Olympischen Spiele boykottieren.

15.07.2012
20:10
Soweit ich weiß...
von ruhrgebieti | #1

...besteht das Sicherheitskonzept für Olympia in London aus Artilleriegeschützen, Flugabwehrraketen und Schlachtschiffen. Die sollen dann wohl ausreichend Sicherheit bieten - falls der aufgelöste Warschauer Pakt noch mit Panzern, Flugzeugträgern und 2 Millionen Mann unter Waffen eine Invasion des Olympiastadions planen.

Klar, daß ein so sinnvolles Sicherheitskonzept noch Lücken haben muß. In den Schwimmbädern fehlen noch die Atom-U-Boote. So hält man heute verwirrte Einzeltäter und kleine Terrortrupps auf: Indem man bei Bedrohung vorsorglich London bombadiert.

1 Antwort
Olympische Spiele - Zweifel am Sicherheitskonzept wachsen
von ModemHamster | #1-1

LOL. Und das Maskottchen ist eine Überwachungskamera...

Aus dem Ressort
Ermittler finden Blackboxen nach Flugzeugabsturz in Mali
Notfälle
Was ist die Ursache des Flugzeugunglücks von Mali? Noch rätseln die französischen Ermittler. Weder ein technischer Fehler noch schlechtes Wetter werden ausgeschlossen. Jetzt wurde auch der zweite Flugschreiber entdeckt.
Hollywoods Goldmädchen Sandra Bullock wird 50 Jahre alt
Geburtstag
Sie mag Bratwürste und Gummibärchen und hat einen fränkischen Akzent. Die Hollywoodschauspielerin Sandra Bullock hat deutsche Vorfahren. Nicht erst seit dem Kino-Hit "Gravity" reist sie auf der Erfolgswelle. Jetzt wird die Oscar-Preisträgerin 50 Jahre alt.
Obama will Zuwanderung südamerikanischer Kinder stoppen
Armut
Sie fliehen vor Armut, Hunger, Banden-Kriminalität: Fast 60.000 Kinder und Jugendliche sind seit vergangenem Herbst aus Mittelamerika illegal über die US-Grenze gekommen — allein, ohne ihre Eltern. Und Tausende haben den Weg durch die Wüste gar nicht erst geschafft.
DTM-Pilot Wehrlein schuld an Unfall im DFB-Trainingslager
Ermittlungen
Bei einer Sponsorenaktion während des Tiroler Traiingscamps der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Mai kam es auf einer abgesperrten Straße zu einem Unfall, bei dem zwei Menschen verletzt wurden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bozen die Ermittlungen abgeschlossen.
Hilfsorganisationen bleiben nach Nato-Einsatz in Afghanistan
Konflikte
Deutsche Hilfsorganisationen wollen auch über das nahende Ende des Nato-Kampfeinsatzes hinaus in Afghanistan tätig sein. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa erklärten mehrere Organisationen, dass ihre Projekte fortgeführt würden.
Umfrage
S-Bahnen in NRW sollen bald wieder mit Außenwerbung auf den Zügen herumfahren. Was halten Sie davon?
 
Fotos und Videos