Oliver Mommsen ermittelt seit 15 Jahren im Bremer-"Tatort"

Bremens "Tatort"-Team Sabine Postel und Oliver Mommsen
Bremens "Tatort"-Team Sabine Postel und Oliver Mommsen
Foto: Ingo Wagner/dpa/Archiv
Zusammen mit Kommissarin Lürsen jagt Stedefreund in Bremen Mörder. Sind Frauen die besseren Chefs, Herr Mommsen? Er hat da seine eigenen Ansichten.

Berlin.. Können Frauen und Männer Freunde sein? Beim Bremer "Tatort" geht das: Seit fast 15 Jahren ermitteln die Kommissare Inga Lürsen und Nils Stedefreund im kriminellen Sumpf der Hansestadt.

In der nächsten Folge "Die Wiederkehr" (15. März, 20.15 Uhr) lotst der treue Stedefreund seine Chefin durch eine schwere Krise. Julia Emmrich traf Schauspieler Oliver Mommsen (46) in Berlin, wo der gebürtige Düsseldorfer mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt. Wir wollten wissen: Wieso läuft es eigentlich so gut in dieser Bremer Langzeitbeziehung?

Sind Frauen die besseren Chefs?

Oliver Mommsen: Ach, nee (winkt ab). Auf so eine Ansage würde ich mich nie einlassen. Wer es besser kann, ist der bessere Chef. Ob das eine Frau ist oder ein Mann – das ist mir vollkommen egal.

Stedefreund und Lürsen, gespielt von Sabine Postel, funktionieren wie ein altes Ehepaar. Mal ehrlich: Haben Sie nach fast 15 Jahren nicht die Nase voll voneinander?

Tatort Mommsen: Mit Sabine Postel ist es wie mit meiner Frau: Da war die erste Reaktion: Yippieyeah! Und genauso ist es geblieben. Wir trinken selten mal privat ein Bier, aber wir passen zusammen wie Arsch auf Eimer.

Keine Macken? Kein Streit?

Mommsen: Bei ihr stimmt einfach alles – die Einstellung zum Job, der Humor, die unaufgeregte Art. Wenn alle durchdrehen, lässt sie einen lockeren Spruch ab, dann geht’s wieder. Sabine kann sich aber auch wunderbar über sich selbst aufregen. Sie ist frei von Macken, sie ist absolut uneitel, nimmt den Job sportlich…

. . .kaum zu glauben. Sie verschweigen uns doch was!

Mommsen: Okay, Sabine friert sehr schnell. Sie hat es gerne muckelig. Das ist manchmal ein bisschen anstrengend. Wenn du in die Maske kommst und denkst: Oh, Sauerstoff wäre schön.

Und Stedefreund? Man wird nicht ganz schlau aus ihm.

Mommsen: In meiner Berufsbeschreibung stand ganz am Anfang: Cowboy mit Bausparvertrag.

Aha?!

Krimi Mommsen: Er ist geschieden, seine Frau hat ihn in der ersten Folge beim Seitensprung erwischt. Früher hat er in Bremerhaven gearbeitet, dann kam er als Urlaubsvertretung nach Bremen. Lürsen denkt lange: Der will meinen Job haben. Aber er ist loyal, er gibt ihr Rückendeckung, wenn sie mal wieder mit dem Kopf durch die Wand will, er hat diesen Beschützerinstinkt.

Das könnte auf Dauer langweilig werden, oder?

Mommsen: Ich wünsche mir, dass sich Stedefreund mal verknallt – um zu sehen, wie sich so ein Typ verknallt. Vielleicht ist er ja sogar schwul? Ich glaube, Stedefreund könnte man entdecken lassen, dass er eher auf Männer steht.

In der neuen Folge sieht es so aus, als hätten die beiden Kommissare vor langer Zeit einen tödlichen Fehler begangen. Haben Sie auch als "Tatort"-Team mal was falsch gemacht?

Mommsen: Wir gehen oft politische Themen an – und manchmal verheben wir uns auch daran. Zum Beispiel bei der Folge über die weltpolitische Verschwörung um die Attentäter des 11. September. Schlimm ist das nicht. Im Gegenteil: Sonst könnten sich die Kritiker doch gar nicht über uns aufregen. . !

Herr Mommsen, Sie tragen einen großen Namen. In ihrer Familie gibt viele berühmte Historiker – angefangen mit dem Literaturnobelpreisträger Theodor Mommsen. Merken Sie das im Alltag?

Mommsen: Nur bei Interviews.

Im Ernst? Und der NS-Forscher Hans Mommsen aus Bochum – ist das ein Großonkel?

Mommsen: Tut mir leid, ich weiß es nicht genau. Ich komme aus dem Kaufmannszweig der Mommsens. Aufgewachsen bin ich aber bei meinem Stiefvater Ingo Buding, in einer Familie mit lauter Tennisspielern. Mit Stahl oder Geschichte hatte ich nie was am Hut.