Norwegen baut einen Tunnel für Hochseeschiffe

Die ersten Schiffe werden, wenn alles gut geht, 2022 hindurch fahren. Der erste Tunnel für Hochseeschiffe soll 1,7 Kilometer lang, 26,5 Meter breit, 12 Meter tief und 37 Meter hoch werden und zwei Milliarden Norwegische Kronen (239 Millionen Euro) teuer sein. Sogar für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe bietet der Tunnel eines Tages genügend Platz.

Beim Bau müssen beide ins Meer mündende Enden des Tunnels bis zur Fertigstellung wasserdicht versiegelt werden. Statt zu graben, muss vor allem gebohrt und gesprengt werden. „Es geht beim Bau nicht darum, Zeit zu sparen, sondern die Sicherheit für den Schiffsverkehr zu erhöhen und Verspätungen bei schlechtem Wetter zu vermeiden“, erklärt Randi Humborstad von der regionalen Planungseinheit dieser Zeitung. „Es wird genauso lange dauern, durch den Tunnel zu fahren wie um die Halbinsel herum“, sagt sie. Etwas mehr Sicherheit und Pünktlichkeit sind im reichen Norwegen Grund genug, viel Geld auszugeben. Norwegen hat zudem einen Ruf als weltweit führende Tunnelbaunation zu verteidigen. Im bergigen und dünn besiedelten Land gibt es bereits unzählige Tunnel. So ist der westnorwegische Lærdalstunnel mit 24,5 Kilometern der längste Straßentunnel der Welt und eigentlich reiner Luxus. Er dient der entlegenen Kommune Aurland mit 1738 Einwohnern und dem Ort Lærdalsøyri mit 1118 Einwohnern als wichtige Verbindung, wenn die Gegend im Winter durch Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Foto: Appex Kystverket