Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Gewalt

Neue Ausschreitungen in Kairo nach Urteilen zu Fußball-Krawallen

09.03.2013 | 13:12 Uhr
Neue Ausschreitungen in Kairo nach Urteilen zu Fußball-Krawallen
Ein ägyptisches Gericht hat am Samstag Todesurteile gegen 21 Angeklagte wegen der tödlichen Fußball-Krawalle von Port Said aus dem vergangenen Februar bestätigt. Anhänger des Fußballclubs Al-Ahli gingen danach erneut auf die Straße, es kam zu neuen Ausschreitungen.Foto: rtr

Kairo.  Urteile zu den tödlichen Fußball-Krawallen vom Februar 2012 hat in der ägyptischen Hauptstadt Kairo für neue, schwere Ausschreitungen gesorgt. Fußballfans steckten das Gebäude des Polizeiclubs sowie den Hauptsitz des Fußballverbandes an. Zuvor hatte ein Gericht 21 Todesurteile bestätigt.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist es nach Urteilen zu tödlichen Fußballkrawallen im vergangenen Jahr zu schweren Ausschreitungen gekommen. Militante Fußballfans aus Kairo stürmten einen Komplex mit einem Club für Polizeioffiziere und steckten mehrere Gebäude in Brand, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte. Kurz darauf stand auch der Sitz des ägyptischen Fußballverbandes in der Hauptstadt in Flammen. Auf Fernsehbildern waren hunderte sogenannte Ultras zu sehen, die zum Innenministerium unterwegs waren, das in der Nähe des Tahrir-Platzes im Zentrum liegt.

In dem Gebäudekomplex mit dem Polizeiclub versuchten Anwohner mit Gartenschläuchen die brennenden Gebäude zu löschen, wie ein AFP-Reporter berichtete. An anderen Gebäuden waren demnach Fensterscheiben zerstört. Der Sitz des in der Nähe liegenden Fußballverbandes wurde nur wenige Minuten später in Brand gesteckt. Feuerwehrleute versuchten das Feuer zu löschen, das sich im Gebäude ausbreitete.

Gericht bestätigte 21 Todesurteile

Die ägyptische Justiz hatte am Samstagvormittag in Kairo die Todesurteile gegen 21 Angeklagte wegen tödlicher Fußballkrawalle in der Hafenstadt Port Said im vergangenen Jahr bestätigt und gegen weitere Beteiligte teils langjährige Haftstrafen verhängt.

Die Krawalle hatten sich im Februar 2012 in Port Said nach dem Ende eines Spiels zwischen der Heimmannschaft Al-Masri und dem aus Kairo kommenden Tabellenführer Al-Ahli ereignet. Nach der Niederlage ihres Clubs stürmten Al-Masri-Anhänger das Spielfeld und bewarfen die Fans von Al-Ahli mit Steinen und Flaschen. Mehr als 70 Menschen wurden getötet, zudem lösten die Krawalle blutige Proteste und Unruhen auch in Kairo aus, bei denen weitere Menschen starben.

Immer wieder Krawalle in Port Said

Bei den Fans, die jetzt die Gebäude des Polizeiclubs stürmten, handelte es sich um Anhänger von Al-Ahli. Die im Januar in erster Instanz verhängten Todesurteile zu den Stadionkrawallen hatten in Port Said in den vergangenen Wochen heftige Krawalle ausgelöst, bei denen mehrere Menschen getötet wurden.

Militante Anhänger von Al-Ahli hatten eine zentrale Rolle bei den Protesten gespielt, die im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führten. Die Al-Ahli-Anhänger vermuten, dass die blutigen Fußballkrawalle in Port Said ein Jahr später von der Polizei oder Mubarak-Anhängern aus Rache angezettelt worden waren. (afp)


Kommentare
Aus dem Ressort
Fahnder setzen Belohnung nach Mord an Armani (8) aus
Mord
Nach dem Mord an Armani (8) haben die Staatsanwaltschaft und ein weiterer Geldgeber eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Die Leiche des Jungen war vor einer Woche in Freiburg gefunden worden — einen Verdächtigen gibt es bislang nicht.
Kuhherde tötet eine deutsche Wanderin in Österreich
Tier-Angriff
Eine 45 Jahre alte Wanderin aus Rheinland-Pfalz kam am Montag in Österreich durch den Angriff einer Kuhherde ums Leben. Etwa 20 Tiere griffen die Frau an und verletzten sie tödlich. Dabei hatte es die Herde laut Behörden eigentlich auf den angeleinten Hund der Frau abgesehen.
"Hidden Cash" - Unternehmer versteckt Geld für Schatzsucher
Geldsuche
Hunderte Schatzsucher sind am Wochenende durch den Berliner Tiergarten gestreift. Ihr Ziel: versteckte, grüne Briefumschläge. Darin hatte ein edler Spender aus den USA Geldscheine deponiert — wie zuvor schon in anderen Städten der Welt.
Anwälte wollen Mollath nicht mehr vertreten - müssen aber
Rechtsstreit
Im Wiederaufnahmeverfahren im Fall Mollath tobt der Streit zwischen dem Ex-Psychiatrie-Insassen und seinen Anwälten: Die Pflichtverteidiger wollen den 57-Jährigen nicht weiter vertreten, werfen ihm Lügen vor. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Das Vertrauensverhältnis sei nicht ernsthaft gestört.
WHO will Ebola-Patient in Hamburger Klinik behandeln lassen
Ebola
Die Weltgesundheitsorganisation hat angefragt, ob ein Ebola-Patient aus Westafrika im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf behandelt werden kann. Es handelt sich um einen Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?