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Neuauflage von Sim City – Chef über eine ganze Stadt

25.03.2013 | 19:03 Uhr
Aus einem Dorf wird eine Stadt, aus einer Stadt wird eine Metropole.Foto: Electronic Arts

Essen.   Sim City ist eines dieser Spiele, die man gerne Klassiker nennt. Seit 25 Jahren kann man in immer neuen Teilen in die Rolle eines Bürgermeisters, Stadtplaners, Polizeichefs und Wirtschaftsministers schlüpfen. Wir haben die Neuauflage getestet.

Sim City ist eines dieser Spiele, die man gerne Klassiker nennt. Seit 25 Jahren kann man in immer neuen Teilen in die Rolle eines Bürgermeisters, Stadtplaners, Polizeichefs und Wirtschaftsministers schlüpfen. Da gibt es viel zu tun. Wenn das Spiel funktioniert. Das tat Sim City in den ersten Tagen leider nicht. Mittlerweile aber kann der Bau der Metropolen beginnen.

Wer Sim City spielen will – und da lag das Problem – muss ständig mit dem Internet verbunden sein. Sonst lässt es sich gar nicht erst starten. Offiziell, um die vielen Vorteile des Spiels nutzen zu können – Cloud-Speicher etwa oder eine Mehrspielerfunktion, die für viele Nutzer allerdings so überflüssig sind wie ein Heizer auf der E-Lok. In Wahrheit ist die ständige Online-Anbindung ein Schutz gegen Raubkopien.

Die Idee ist nicht neu, hat aber für viel Ärger gesorgt. Denn obwohl mit einem großen Ansturm zu rechnen war, war Herausgeber Electronic Arts offenbar nicht darauf vorbereitet. In den ersten Tagen brachen die Server regelmäßig unter der Vielzahl der Spieler zusammen. Nichts ging mehr und durch die einschlägigen Foren im Internet rauschte ein Sturm der Entrüstung. Mittlerweile sind die Server-Probleme weitgehend behoben. Meistens jedenfalls.

Mit dem Internet verbunden

Am bewährten Grundprinzip hat sich nicht viel verändert. Wieder einmal muss man eine funktionierende Stadt errichten, muss Straßen bauen und Häuser und sich um alle Belange der bald einziehenden Bürger kümmern. Das ist einmal mehr leichter gesagt als getan. Nicht nur, weil die Programmierer erneut diverse Naturkatastrophen eingebaut haben, sondern auch weil die Sims nach wie vor ein recht undankbares Volk sind, das bei der erstbesten Gelegenheit auf die Straße geht. Man sollte sich also nicht täuschen lassen vom niedlichen Look der Stadtsimulation. Dahinter verbergen sich komplizierte Wirtschaftsabläufe.

Dabei ist die Neuauflage schon ein wenig entschlackt in Sachen Komplexität. Im Jahr 2013 muss man sich nicht mehr um jede Kleinigkeit kümmern. Das erleichtert Neueinsteigern den Zugang. Bis sie merken, dass schon eine einzige falsche Entscheidung im Laufe des Spiels verheerende Folgen haben kann. Wer etwa den Bau von Schulen vernachlässigt, darf sich nicht wundern, wenn bald ein Heer von Nachwuchskriminellen die Straßen unsicher macht. Und schlecht ausgebildete Techniker im Atomkraftwerk lassen schon bald die ganze Umgebung strahlen.

Nie waren Grund und Boden so wertvoll

Erschwert wird die Schaffung einer reibungslos funktionierenden Infrastruktur durch einen Platzmangel, den man aus früheren Teilen nicht kennt. Nie waren Grund und Boden so wertvoll wie hier. Um ein Dorf zur Stadt oder gar zur Me­tropole zu machen, muss man deshalb über kurz oder lang viele kleinere Gemeinden miteinander vernetzen. Dann lassen sich Dienstleistungen und Ressourcen untereinander tauschen, während der neue Bahnhof oder der geplante Großflughafen zu Gemeinschaftsprojekten werden.

Altgediente PC-Bürgermeister werden wahrscheinlich kein Problem damit haben, mehrere Gemeinden allein zu managen. Wahlweise kann der Spieler – er muss ja immer online sein – dafür auch die Hilfe von Kollegen aus dem Internet in Anspruch nehmen. Setzt einer von denen seine Stadt allerdings in den Sand, merken das die Nachbarn auch. Womit wir wieder beim Heizer und der E-Lok wären.

Noch viele kleine Fehler

Ohnehin droht Einsteigern schnell die Pleite beim Häuserbau. Zum einen, weil Sim City, wie bereits erwähnt, kaum Fehler verzeiht. Zum anderen, weil es die virtuellen Einwohner mit der Intelligenz nicht so haben. Was sich vor allem im Straßenverkehr bemerkbar macht. Schnell bilden sich Staus wie auf der A 40 am Montagmorgen nach einem Wintereinbruch – nur weil alle Sims unbedingt den kürzesten Weg nehmen wollen. Und die Kollegen von der Feuerwehr versammeln auch schon mal ihre geballten Kräfte vor einem qualmenden Haus, während ein paar Straßenzüge weiter ein ganzes Viertel in Flammen aufgeht.

SimCity

Klar, die Macher werden solche Probleme nach und nach durch sogenannte Patches, kleine Programmverbesserungen, die sich aus dem Internet herunterladen lassen, lösen. Was bleibt, ist die Frage, warum sich Käufer eines rund 50 Euro teuren Spiels immer wieder als Versuchskaninchen missbrauchen lassen müssen.

Eines aber muss man bei aller Meckerei zugeben. Wenn sie erst einmal halbwegs läuft, die Stadt der Träume, dann macht Sim City wieder einmal einen Riesenspaß.

Andreas Böhme



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