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Acer, Lenovo, Toshiba – Netbooks für Studenten im Test

Acer, Lenovo, Toshiba – Netbooks für Studenten im Test

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Foto: WAZ FotoPool
Zum Start des neuen Semesters hat die Redaktion vier Einsteiger-Laptops getestet. Fazit: Nie zuvor gab es für so wenig Geld so viel Computer. Allerdings sollte man auf feine Unterschiede achten. Das geht beim Gewicht los, reicht über die Speicherkapazität bis hin zur Benutzerfreundlichkeit.

Essen. 

Ohne tragbaren Computer geht bei Studierenden eigentlich nichts mehr. Doch welches Gerät bietet viel für möglichst wenig Geld? Zum Start des neuen Studienhalbjahres hat die Redaktion vier günstige Einsteiger-Netbooks getestet, die Erstsemestern das Campus-Leben erleichtern sollen. So kaufen Sie das beste digitale Studentenfutter für die Uni.

Lenovo G50-45

Der chinesische Hersteller Lenovo hat mehrere Laptops zu studentenfreundlichen Preisen im Angebot. Unser Testgerät G50-45 ist mit einem AMD-Prozessor und einer 500 Gigabyte großen Festplatte ausgestattet. Mit einer Bildschirmdiagonale von 39,6 Zentimetern (15,6 Zoll) und einem Gewicht von 2,5 kg ist der Lenovo kein Gerät, das man problemlos in die Uni-Tasche stecken kann.

Das vergleichsweise hohe Gewicht verleiht dem Laptop allerdings eine hohe Stabilität, und dank der recht üppigen Außenmaße konnte Lenovo auch eine angenehm große Tastatur verbauen, die das schnelle Tippen erleichtert. Leider trüben einige Verarbeitungsmängel den ansonsten guten Qualitätseindruck: So sind die Lüftungsschlitze an der Laptop-Unterseite teils recht scharfkantig, und die Knöpfe unter dem guten Touchpad reagierten bei unserem Testgerät mitunter nicht. Der große Bildschirm ist fürs Surfen im Internet oder Textverarbeitung sehr praktisch, leider störten die geringe Auflösung – die in dieser Preisklasse jedoch Standard ist – und die blasse Darstellung von Farben.

Zweifelsohne bietet der Lenovo-Laptop viel Ausstattung für seinen Marktpreis von gut 300 Euro. Für den alltäglichen Uni-Einsatz ist er jedoch zu klobig. Als Heimrechner ist er hingegen geeignet, sofern man mit dem unterdurchschnittlichen Bildschirm leben kann.

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Gute Preis-Leistung

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Vollwertige Tastatur

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Insgesamt gute Verarbeitung…

…leider mit Mängeln im Detail

Samsung Chromebook 303C 

Der völlig andere Laptop: Seit etwa drei Jahren nun gibt es Chromebooks, die Neueinsteiger beim ersten Aufklappen regelmäßig ein überraschendes „Ach“ entlocken. Denn: Ein Chromebook verzichtet auf ein klassisches Betriebssystem, sondern hat das Chrome OS installiert. Darin gibt es statt eines Desktops einen Browser, statt Programmen werden Apps ausgeführt. Für jedes Gerät gilt: Ein Chromebook sollte nach dem Start nie länger als acht Sekunden benötigen, ehe man loslegen kann. Um damit zu arbeiten, sollte der Benutzer möglichst immer eine funktionierende Internetverbindung in Reichweite haben. Drittens sollte man das Stromnetz in der Regel nur zum Auftanken brauchen: Die Batterien von Chromebooks sollen einen Tag durchhalten.

Tatsächlich machte das Samsung 303 C im Redaktionstest Lust aufs Andersein. Mit einem Gewicht von nur 1,1 Kilogramm merkt man das Chromebook weder im Rucksack noch auf dem Schoß. Damit ist es ein echtes Leichtgewicht in der 11,6-Zoll-Klasse. Leichter ist nur das MacBook Air von Apple, das aus robustem Aluminium ist. Das Samsung-Gerät besteht aus Kunststoff. Es ist jedoch hervorragend verarbeitet.

Der hintergrundbeleuchtete, entspiegelte LED-Monitor (maximal 1366 x 768 Bildpunkte) macht das Arbeiten im Freien gerade noch so erträglich. Nicht erschrecken sollten Studis über einen festen Speicher von lächerlichen 16 Gigabyte. Das ist kein Druckfehler, sondern eben Chromebook-Logik: Wer mit Filmen, Fotos oder großen Dokumenten arbeitet, lagert in die Cloud aus, also bei Google Drive. Wer ein Chromebook kauft, erhält 24 Monate lang 100 Gigabyte Speicher gratis. Danach kostet es etwa 60 Dollar im Jahr. Apropos Geld: Mit etwa 270 Euro (ca. 50 Euro Aufpreis für das Gerät mit UMTS) ist das Samsung 303C ein supergünstiges Studentenfutter.

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Geringer Anschaffungspreis

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Flottes Arbeiten

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Leichter als übliche Notebooks, längere Akkulaufzeiten

Nur eingeschränkt mobil: Ohne Zugang zum Netz nervt es.

Datenschutz: Der Nutzer gibt nicht nur die Kontrolle über seine Cloud-Daten, sondern auch die über seine Programme ab.

Acer Aspire V13 

500 Euro verlangt Acer für das Aspire V13. Das teuerste Gerät in unserem Test ist aber nicht das größte. Acer liefert das kompakte und rund 1,5 Kilogramm leichte V13 mit einem 13,3 Zoll großen Bildschirm aus. Unser Testgerät muss mit 1366 mal 768 Bildpunkten auskommen, wer mehr benötigt, kann auch ein Full-HD-Display mit 1920×1080 Pixeln ordern, muss dann aber auch tiefer in die Tasche greifen.

Designverliebte Studis werden sich nicht nur über die wertige Verarbeitung des Acer-Geräts freuen, sondern vor allem über die gefällige Optik. So ist die Klappe des Notebooks aus Aluminium gefertigt.

Im Innern unseres Testmodells werkelt ein I3-Prozessor von Intel. Wer mehr Leistung benötigt, kann aber auch etwa einen I5 ordern. Für Office-Anwendungen, Internet und gelegentliches Spielen bietet der I3 aber genügend Leistung. 500 Gigabyte ist die Festplatte groß, der Arbeitsspeicher immerhin vier GB.

Beim Thema Bedienung erlaubt sich das Acer-Gerät kaum Patzer. Die Tastatur ist leichtgängig und angenehm zu bedienen, lediglich die geringe Größe des Notebooks macht das Tippen anfangs gewöhnungsbedürftig. Das ist im Übrigen auch die zweite „Maustaste“, die Bestandteil der Tastatur ist.

Zur Ausstattung des Acer-Geräts zählen ein SD-Card-Leser, ein HDMI-Port zum Anschluss an den Fernseher und zwei USB-Ports. Einer davon unterstützt den neuesten Übertragungsstandard USB 3.0. Ein Kopfhöreranschluss, Bluetooth 4.0, W-LAN und ein Netzwerk-Anschluss komplettieren die Ausstattung. Ein DVD-Laufwerk sucht man im Acer aber vergeblich.

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Sehr gute Verarbeitung

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Gute Tastatur

Toshiba Satellite L50-B-1DX 

Schick weiß, das Toshiba Satellite. Perl-weiß, sagt der Hersteller. Und schön groß. Und leider auch etwas schwer. 2,2 Kilogramm bringt das Einsteiger-Modell der Japaner auf die Waage. Zu viel, um es mal eben mir nichts dir nichts in der Tasche verschwinden zu lassen und im Hörsaal schwungvoll herauszuziehen. 15,6 Zoll misst das Display, löst aber nur mit 1366 mal 768 Bildpunkten auf. Für die meisten Standard-Anwendungen reicht das aber locker aus. Im Innern rechnet ein Intel-Pentium-Prozessor mit 2,16 GHz, ein typischer Rechenknecht für Einsteiger-Laptops. 750-Gigabyte-Festplatte, vier Gigabyte Arbeitsspeicher, USB 3.0 und ein HDMI-Port runden das Angebot ab.

Die Tastatur ist leichtgängig. Die raue Oberfläche des Touchpads ist aber gewöhnungsbedürftig. Und die Tasten des Pads zu schwergängig. Das macht gerade das Hin- und Herziehen von Dateien mühsam. Die weiße Oberfläche wirkt zwar edel, das Gehäuse klappert aber ein wenig, was den guten Gesamteindruck schmälert.

Dafür entschädigt der Preis. 400 bis 450 Euro werden für den Laptop mit Windows 8.1 fällig.

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Edle Optik

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Gute Tastatur

Schwergängiges Mousepad

Leicht klappriges Gehäuse