Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Gesundheit

Naturmedizin kann für Kinder gefährlich werden

07.03.2011 | 08:53 Uhr
Naturmedizin kann für Kinder gefährlich werden
Viele Eltern schwören auf Naturheilmittel. Bevor man sie dem Kind verabreicht, sollte man jedoch den Arzt oder Apotheker fragen. Foto: Imago

Berlin.  Wenn die Kinder krank sind, greifen Eltern gerne zu pflanzlichen Mitteln. Doch die sind für den Nachwuchs nicht immer harmlos. So können etwa ätherische Öle für Kleinkinder gefährlich werden. Andere Mittel haben Neben- und Wechselwirkungen, warnen Apotheker.

Pflanzliche Mittel sind bei Eltern beliebt. Ist der Nachwuchs krank, greifen laut einer Umfrage 85 Prozent der Väter und Mütter zu Kamille, Fenchel und Co. Drei Viertel der Eltern sind der Ansicht, dass die pflanzlichen Arzneien keine nachteiligen Wirkungen haben. Doch ganz so harmlos seien die naturmedizinischen Mittel nicht, warnt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin.

Nach ihren Angaben sind pflanzliche Präparate in der Regel zwar gut verträglich: „Es gibt aber auch Ausnahmen.“ Die Apothekerin rät insbesondere bei ätherischen Ölen zur Vorsicht. So könnten etwa Säuglinge und Kleinkinder auf Menthol oder Kampfer mit einem Stimmritzenkrampf reagieren, der zu Atemnot führen kann. „Das ist auch der Grund, warum nicht alle Erkältungsbäder für die Kleinsten geeignet sind.“ Eltern sollten daher auf speziell für Kinder hergestellte Produkte zurückgreifen.

Den Arzt oder Apotheker fragen

Einige pflanzliche Mittel können der Expertin zufolge auch die Wirkung anderer Medikamente abschwächen oder verstärken. Zwar dürfen Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren Johanniskraut gegen Depressionen einnehmen. Doch der Pflanzenextrakt regt als Nebenwirkung in der Leber einige Enzyme an, die andere Arzneistoffe abbauen. Dadurch kann er zum Beispiel die Wirkung von Gerinnungshemmern vermindern.

Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Eltern vor jeder Selbstmedikation – egal ob mit pflanzlichen oder synthetisch hergestellten Präparaten – mit dem Kinderarzt oder dem Apotheker sprechen. Das gilt vor allem dann, wenn der Nachwuchs bereits andere Medikamente einnimmt, da es sonst zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann. (dapd)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
07.03.2011
09:46
Naturmedizin kann für Kinder gefährlich werden
von cajunX | #1

Da stagniert bei den Apothekern wohl der Umsatz ihrer hoch vergüteten chemische Keule-Arzneien. Da werden mal schnell irgendwelche Behauptungen aufgestellt, die weder Hand noch Fuß haben ...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4379114/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Die wichtigsten Fotos der Woche
Bildgalerie
Bilder des Tages
Wave Gotik Treffen 2012
Bildgalerie
Kulturfestival
Schweden gewinnt ESC
Bildgalerie
Fotostrecke
Das ist die Miss Fußball-EM
Bildgalerie
Schönheitskönigin
Aus dem Ressort
Junge Deutsche in Bosnien acht Jahre als Sklavin gehalten
Misshandlung
Nach acht Jahren ist eine junge Deutsche befreit worden, die wie eine Sklavin gehalten wurde. Die 19-Jährige wurde von einem Ehepaar in Bosnien unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. misshandelt und ausgebeutet. Polizisten brachten die Frau an einen sicheren Ort.
Dank Anke Engelke gewinnt nicht nur Schweden beim ESC
ESC
Zwei Auftritte hatten am Samstagabend beim Eurovision Song Contest in Baku besondere Klasse: der gesangliche der späteren Siegerin Loreen und jener von Anke Engelke. Sie schickte als einzige Vertreterin eines Teilnehmerlandes bei der Punktevergabe kritische Worte nach Aserbaidschan - und erntet...
Foto Text 7 Kommentare 7