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Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer

27.06.2013 | 11:31 Uhr
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
Fahrschein zum Bier: Wer sich in Salzburg ein "Stiegl" bestellt, bekommt dazu ein Ticket für den Nahverkehr.Foto: Thinkstock

Salzburg/Essen.  Wer sich in Salzburg ein "Stiegl"-Bier bestellt, findet auf der Rückseite der Flasche ein Nahverkehrsticket. Der Hersteller und die Marketingagentur, die das Konzept entwickelt hat, hoffen, so die Zahl der alkoholisierten Autofahrer verringern zu können. Deutsche Ordnungshüter sind aber skeptisch.

Don't drink and drive: Konsumenten des österreichischen Bieres "Stiegl" werden bei jeder Flasche an diese Regel erinnert - und das auf durchaus konstruktive Art und Weise. Denn an jeder Flasche "Stiegl"-Bier klebt auf der Rückseite ein Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr. Wer also in der Kneipe feststellt, dass er das Auto lieber stehen lassen sollte, kommt trotzdem problem- und kostenlos nach Hause.

Die Idee zum Kombi-Produkt "Bier und Ticket" stammt von der österreichischen Marketing-Agentur Demner, Merlicek & Bergmann, die dafür auch schon Preise gewonnen haben, unter anderem den in der Branche renommierten ADC Deutschland Award.

Polizisten finden den Fahrschein zum Bier gelungen

Deutsche Bierhersteller sind bislang nicht auf den Zug aufgesprungen - wohl auch, weil das Konzept nur auf lokaler Ebene funktioniert. Für einen nationalen Produzenten wie Beck's oder Krombacher wäre der Aufwand, für jede Stadt ein entsprechendes Ticket auf die Flaschen zu kleben, viel zu groß.

Verzehrverbot
Alkohol in U-Bahnen - Evag lehnt Strafzahlungen ab

Köln will strikter gegen das Trinken von Alkohol in U-Bahnen vorgehen. Wer gegen das Verbot verstößt, muss in der Rheinmetropole künftig mit einer Strafzahlung rechnen. Die Evag lehnt den Vorstoß der Kölner dagegen ab. Das in Essen geltende Alkoholverbot lasse sich auch ohne Geldbußen durchsetzen.

Fragt man Ordnungshüter, was sie von dem Konzept halten, stößt man auf vornehme Zurückhaltung. "Sicherlich interessant", sagt Erich Rettinghaus, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft NRW. Allerdings, so fürchtet er, könne der Fahrschein zum Bier dazuführen, dass mehr "Sturzbetrunkene in der Bahn sitzen und dort Leute belästigen". Dass alkoholisierte Menschen dazu gebracht werden, ihr Auto stehen zu lassen, findet er natürlich begrüßenswert.

Ist das Konzept aus Österreich also etwas für das Ruhrgebiet? Die Region wäre für den Fahrschein zum Bier geradezu prädestiniert. In Regionalzügen und einigen S-Bahnen dürften Konsumenten das letzte Bier des Abends sogar unterwegs trinken. In Salzburg geht das nicht, dort herrscht ein striktes Alkoholverbot in Bus und Bahn.

Gerrit Dorn


Kommentare
01.07.2013
08:55
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von Hufschmied | #9

Hört sich ja ganz nett an, aber wieviel soll denn dann ne 20er Kiste kosten? Bei nem Fahrscheinpreis von zwei Euro irgendwas wäre man dann bei rund 55 Euro pro Kiste? Da fahr ich lieber Taxe.

30.06.2013
20:32
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von gatagorda | #8

Auf den ersten Blick eine gute Idee, aber das Auto kommt ja nicht von alleine zu mir zurück. Das heisst ich muss am nächsten Tag wieder zu der Kneipe fahren (Bus oder Taxi) und das Autoabholen und wenn ich dann noch pünktlich auf der Arbeit sein muss. Vor einiger Zeit wurde einmal ein anderer Service ins Leben gerufen - weiss nicht mehr wo - da kaqmen ein junger Mann oder eine junge Frau mit einem Klappmofa, verstauten das im Kofferraum deines Autos und fuhren dich in deinem Auto nach Hause.

27.06.2013
17:06
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von scouti | #7

Das wäre eher eine Aktion für Droschkenunternehmen. Ab x Umsatz, einen Gutschein der bei der Heimfahrt eingelöst werden kann. ÖPNV - leider fahren Abends nicht überall noch Busse oder gar Bahnen. Alternativ: Wer mit Begleitung geht, die keinen Alkohol getrunken hat - dessen "Deckel", die Rechnung oder den Eintritt in Disco o. ä. reduzieren, als "Dankeschön" für den Fahrer.

27.06.2013
14:11
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von Jakobskaffee | #6

Hmm... also so richtig besaufen darf ich mich jetzt nur noch in den eigenen 4 Wänden...? Auto darf ich nicht fahren, im ÖPNV besteht die Sorge des Pöbelns, an der Hotelbar besteht die Gefahr über Twitter diffarmiert zu werden (ironie aus)

Aber mal im Ernst: Ich hoffe, dass dann auch nachts noch Busse und Bahnen verkehren, die mir die Nutzung des Tickets erlauben...

27.06.2013
13:52
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von duisifan | #5

ich verstehe es nicht ganz, wenn ich also am Samstag 5 Biere trinke, kann ich die ganze Woche umsonst fahren? Und was ist mit den ungenutzten Tickets, die Landen im Eimer? Scheint mir doch eine kostspielige Angelegenheit zu sein. Wie geht das?

27.06.2013
13:36
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von hossabossa | #4

klasse sache :-)

27.06.2013
13:34
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von RWDJojo | #3

"dass mehr "Sturzbetrunkene in der Bahn sitzen und dort Leute belästigen"."

Was ist das denn für eine Aussage???

1. Man ist nach 2-3 Bier nicht mehr fahrtüchtig, aber noch lange nicht sturzbetrunken!
2. Ist es besser, wenn Sturzbetrunkene sich ins Auto setzen, zwar keinen Passanten belästigen, diesen aber totfahren???
3. Es geht bei der Aktion sicherlich nicht um völligst betrunkene Menschen, sondern eher darum, dass jemand, der sich nach ein paar Bier noch fahrtüchtig hält, bei einem kostenlosen Fahrticket umdenkt und das Auto doch lieber mal stehen lässt.

1 Antwort
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von buntspecht2 | #3-1

#3-1Richtig Sturz betrunkene wird das Ticket wohl kaum noch interessieren.

27.06.2013
13:30
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von urmel123 | #2

Um Missbrauch vorzubeugen muss dann aber eine Promille-Mindestgrenze eingeführt werden, wenn man ein solches Ticket nutzt.

27.06.2013
13:00
Nahverkehrsticket auf Bierflaschen statt Alkohol am Steuer
von KingDesMonats | #1

Das wäre doch mal was für Fiege.

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