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Tiger-Attacke

Nach Tiger-Attacke warnen Zoos ihre Mitarbeiter vor Gefahren

27.08.2012 | 11:47 Uhr
Die NRW-Zoos halten an ihren Sicherheitsregeln fest. Ob eine Lücke in den Vorschriften zu dem Tiger-Drama im Kölner Zoo geführt hat, steht noch nicht fest.Foto: dapd

Bochum/Gelsenkirchen/Krefeld.  Kölns Zoodirektor Theo Pagel bekommt nach dem tödlichen Tiger-Drama in seinem Zoo Unterstützung von Verantwortlichen anderer Zoos. Sie verteidigen die Tötung des Tigers. Einen Grund, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen, sehen die meisten zwar nicht, doch sie wollen ihre Mitarbeiter warnen.

"Warum sollten wir unsere Regeln für Sicherheit ändern?", fragt Petra Schwinn. Sie ist Biologin und Sprecherin des Krefelder Zoos . Das Tiger-Drama im Kölner Zoo bleibt aus ihrer Sicht ein tragischer Arbeitsunfall.

Der sibirische Tiger "Altai" hatte am Samstag seine Pflegerin angegriffen und tödlich verletzt. "So etwas kann immer passieren", räumt Schwinn ein. "Aber alle Tierpfleger und Mitarbeiter kennen die Regeln. Außerdem überprüfen externe Arbeitsschutzbeauftrage regelmäßig, ob wir die Bestimmungen einhalten."

Für Tiger gilt die höchste Sicherheitsstufe

Das gelte nicht nur für Krefeld, sondern für alle deutschen Zoos . "Wir dürfen nicht einfach bauen, wie wir wollen", bestätigt Dr. Pia Krawinkel, Zoo-Tierärztin in der Zoom-Erlebniswelt Gelsenkirchen.

Ebenso werden in allen Zoos Tiere nach Gefährlichkeit eingestuft. Je höher die Gefahrenstufe, desto aufwendiger die Sicherheitsvorkehrungen. Großkatzen wie Tiger, Löwen oder auch Leoparden fallen unter die Kategorie "sehr gefährliche Wildtiere" - die höchste Stufe. Bei ihnen gibt es standardmäßig mehrere Verschlusssysteme und doppelte Schieber für die Gehege.

"Zoodirektor hatte keine Wahl"

In ihren Gehegen befinden sich zudem Sicherheitsschleusen, in die Pfleger sich in Notfällen zurückziehen können. Der Tiger in Köln war nicht, wie zunächst von vielen Medien berichtet, ausgebrochen, sondern hatte die Pflegerin im Innengehege angegriffen . Ob der Zoo eine Mitschuld am Tod der 43-jährigen Mitarbeiterin trägt, prüft derzeit die Polizei .

Tiger tötet Pflegerin

Den harsch kritisierten Kölner Zoodirektor Theo Pagel nimmt Petra Schwinn indes in Schutz. Er hatte den vier Jahre alten Tiger nach dem Angriff auf die Pflegerin erschossen. "Das ist ein schwarzer Tag für jeden Zoologen", betont die Krefelder Biologin. "Theo Pagel wird daran zu knabbern haben, hatte aber kaum eine andere Wahl."

Wäre die angefallene Tierpflegerin noch am Leben gewesen, hätte ein Betäubungsschuss auf den Tiger laut Schwinn womöglich nicht gereicht, um ihr zu helfen. Der Kölner Zoo gab in einer Stellungnahme bekannt, dass eine Betäubung aufgrund der örtlichen Situation nicht möglich gewesen sei. "Zudem kam es auf jede Sekunde an und auch anderenfalls hätten wir nicht warten können und dürfen, bis ein Narkotikum Wirkung zeigt", schreibt der Zoo auf seiner Facebook-Seite weiter.

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Kommentare
28.08.2012
16:07
Nach Tiger-Attacke warnen Zoos ihre Mitarbeiter vor Gefahren
von huckan | #1

Ich finde, seine Tierpfleger zu warnen und aufzupassen, reicht hier bei weitem nicht aus. Warum arbeitet man gerade bei Raubtieren nicht nach dem "Vier-Augen-Prinzip", soll heißen: einer passt auf den anderen auf. Warum geht man nicht zu zweit vor? Jeder kennt das, den schlechten Tag, der trifft jeden einmal, nur, in so einem Beruf kann er tragisch enden. Die Zoodirektoren, die Kommunen, die Stiftungen und die Förderer sind hier gefragt, um den Druck rauszunehmen. Auch in den Zoos sind schon lange die Sparmaßnahmen angekommen; immer größere Bereiche für immer weniger Tierpfleger, immer schneller arbeiten, für die Tiere bleibt kaum Zeit!

Also, liebe Zoodirektoren: Nicht das Personal warnen, sondern aktiv dafür sorgen, dass man zu Zweit ist, wenn man zu großen und gefährlichen Tieren geht - nur so kann man Unfälle vermeiden, aber das sagt keiner !

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