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DNA-Spur

Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel

29.07.2012 | 09:48 Uhr
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
Im Fall Barschel wurde ein genetischer Fingerabdruck eines Unbekannten entdeckt

Kiel.   Eine neue DNA-Spur könnte im Fall des vor 25 Jahren ums Leben gekommenen CDU-Politikers Uwe Barschel für einen Durchbruch bei den festgefahrenen Ermittlungen sorgen. Auf den verwahrten Bekleidungsstücken des Toten, der in einem Genfer Hotelzimmer gefunden worden war, entdeckten Spezialisten des Kieler Landeskriminalamts jetzt den genetischen Fingerabdruck eines Unbekannten.

In den 25 Jahre alten Fall des mysteriösen Todes von Uwe Barschel kommt wieder Bewegung. Wie die "Welt am Sonntag" vorab berichtete, wurde jetzt die DNA-Spur eines Unbekannten auf der damals sichergestellten Kleidung des CDU-Politikers gefunden. Barschel hatte tot in einem Genfer Hotelzimmer gelegen. Experten des Kieler Landeskriminalamts hätten auf Socken, Krawatte und der Strickjacke von Barschel Rückstände sichergestellt, bestätigte der frühere schleswig-holsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka, der im Herbst 2010 die genauere Untersuchung angeregt hatte, am Samstag auf dapd-Anfrage.

Kalinka, der im Fall Barschel von Mord ausgeht und dazu mehrere Bücher und Artikel verfasst hatte, erwartet nun von der Staatsanwaltschaft eine Neuaufnahme der inzwischen eingestellten Ermittlungen. Die Funde erhärteten den Verdacht, dass Barschel ermordet worden sei, sagte Kalinka.

Der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Barschel war am 11. Oktober 1987 in der Badewanne seines Zimmers im Genfer Hotel "Beau Rivage" tot aufgefunden worden. Bis heute sind die Todesumstände ungeklärt. Die Ermittlungen der Lübecker Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Mordes wurden im Juni 1998 eingestellt, sollten aber bei neuer Beweislage wieder aufgenommen werden.

Beweisstücke lagern erst seit 1995 in Deutschland

Zahlreiche Beweisstücke, die 1987 von den Ermittlern am Fundort der Leiche Barschels sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht worden waren, lagerten bis 1995 in der Schweiz. Danach wurden die Gegenstände der Staatsanwaltschaft in Lübeck übergeben. Im Zuge der neuen Begutachtung wurde 2011 öffentlich, dass ein auf dem Hotelbett Barschels sichergestelltes Haar aus der Lübecker Asservatenkammer verschwunden war und somit nicht mehr untersucht werden konnte.

Der neue DNA-Fund stützt die Theorie, dass Barschel zum Zeitpunkt seines Todes nicht wie bisher angenommen allein in seinem Hotelzimmer war. Das genetische Material sei auch nach der langen Zeit noch gut genug erhalten, um es mit möglichen Verdächtigen vergleichen zu können, schrieb die "Welt am Sonntag".

Es gebe heute ganz erheblich verfeinerte Untersuchungsmöglichkeiten, sagte Kalinka. "Ich kann nur hoffen und wünschen, dass sich wieder intensiv mit dem Fall beschäftigt wird", sagte er. Seit seinem Ausscheiden aus dem Landtag nach der Wahl im Mai befasse er sich selbst wieder mit den Ermittlungen. (dapd)


Kommentare
30.07.2012
20:42
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von drasos | #8

War klar das die Spur nicht weiterverfolgt wird solange Beteiligte noch leben und zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Diese Art der Rücksichtnahme ist ja gang und gäbe....

30.07.2012
15:33
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von buntspecht2 | #7

DNA- Spuren unbrauchbar

29.07.2012
15:32
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von kuhlewampe | #6

Oh nein, nicht das der sauberste aller politischen Saubermänner noch ne "Dame" da hatte.

29.07.2012
14:50
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von Klubchef | #5

Jeder der das GEsicht von Herrn Barschel auf dem Obduktionstisch gesehen hat, dabei den Medikamentencocktail betrachtet und weiß, dass man nicht extra in die Schweiz fährt um sich zu töten, sondern es auf Gran Canaria viel schönere Plätze gibt, muss eigtl zu dem Schluss kommen das es Mord war.

29.07.2012
14:05
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von 1980yann | #4

@2
Krawatte, Socken und Strickjacke waren nicht Hotelinventar - natürlich muss man immer hinterfragen, wie die DNA ihren Weg an den Tatort gefunden hat. Aber häufig hilft es, einfach mal den DNA-Eigentümer zu fragen, ob er vielleicht nur der vorige Gast im selben Hotelzimmer war ... aber dafür müsste man ihn erst einmal finden ...
Die Wattestäbchenverpackerin hatte ja auch eine ganz vernünftige Erklärung parat ...

29.07.2012
13:03
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von wohlzufrieden | #3

Man stelle sich nur vor es käme heraus, das Gregor Gysi mal dort nächtigte...Ironie aus.

29.07.2012
12:53
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von Groschmann | #2

Auf dem Hotelbett von Herrn Barschel wurde ein Haar gefunden. Ist das so ungewöhnlich wo doch immer neue Hotelgäste im gleichen Bett schlafen. Wo täglich Zimmermädchen die Betten ausschütteln, bzw. neu beziehen. Wo die Zimmer jeden Tag gereinigt werden. Ab und an mal der Zimmerservice kommt.
Oder Herr Barschel hatte auf seinem Anzug ein fremdes Haar und er hat sich auf das Bett gelegt.

Und nach 25 Jahren entdeckt man auf dem Anzug eine fremde DNA. Weiß denn jemand ob die vielleicht erst vor einem Jahr darauf kam. Gehört die vielleicht einem Hotelangestellten der im Zimmer war. Hat Herr Barschel jemand zur Begrüßung umarmt.

Eine "fremde" DNA Spur.muss doch nicht gleich Mord bedeuten.

Oder hier : http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/forensische-dna-analyse-schwachstelle-wattestaebchen-a-615625.html

29.07.2012
12:32
Nach 25 Jahren neue Spur im Fall Uwe Barschel
von Pucky2 | #1

Die schweizerischen Tresore sind nicht nur bei den Banken sicherer, auch bei der Polizei.

Wie kann man nur die Beweisstücke nach Schleswig-Holstein geben, wenn es von Anfang an den Verdacht eines politischen Mordes gab?

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