Mutter und Sohn

Mit einer preisgekrönte Tragikomödie leitet Bayerische Rundfunk heute um 22 Uhr den Muttertag ein. Im Film „Mutter und Sohn“ will Cornelia für ihren erwachsenen Sohn Barbu immer nur das Beste. Doch der entzieht sich der erdrückenden Liebe seiner Mutter. Als er einen Verkehrsunfall verschuldet, unternimmt sie alles, um ihren Sohn vor einer Haftstrafe zu bewahren. Denn in ihrer Welt ist vermeintlich alles und jeder käuflich, auch die Unschuld, Freiheit und Liebe ihres Sohnes. Es ist ein schmaler Grat zwischen mütterlicher Fürsorge und egoistischer Manipulation – doch der Schicksalsschlag ist auch die Chance für einen Neuanfang.

Der auf der Berlinale 2013 mit dem Goldenen Bären für den besten Film ausgezeichnete Spielfilm ist das sensible Porträt einer Mutter, die nicht loslassen kann, beeindruckend verkörpert von der großartigen Schauspielerin Luminiţa Gheorghiu. Regisseur Călin Peter Netzer zeichnet mit dem intimen, bisweilen aber auch tragikomischen Drama das differenzierte Bild einer zerrissenen Gesellschaft im heutigen Rumänien. Seine zutiefst menschliche Sozialstudie gilt Kritikern als eine Sternstunde des neuen osteuropäischen Kinos.