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Batman-Massaker

Mutmaßlicher Kino-Attentäter von Colorado war in psychiatrischer Behandlung

28.07.2012 | 11:38 Uhr

Denver/Palmer Park.  Der mutmaßliche Todesschütze von Colorado hat vor der Tat psychiatrische Hilfe erhalten. Dies geht aus Informationen der Verteidigung des 24-jährigen James Holmes hervor. Unterdessen hat die US-Polizei im Bundesstaat Maryland einen möglichen Nachahmertäter gefasst.

Die Polizei im US-Staat Maryland hat einen selbst erklärten "Joker" festgenommen und damit offenbar eine Gewalttat wie in der vergangenen Woche bei einer "Batman"-Vorführung in Colorado verhindert. Die Beamten nahmen nach eigenen Angaben vom Freitag in Palmer Park einen Mann fest, der sich selbst "einen Joker" genannt und ein T-Shirt mit der Aufschrift getragen habe: "Waffen töten keine Menschen. Aber ich." "Joker" ist einer der bekanntesten Bösewichte in der "Batman"-Saga. Unterdessen wurde bekannt, dass der Todesschütze von Aurora, James Holmes, vor der Tat in psychiatrischer Behandlung war.

Die Polizei in Maryland erklärte, der 28-jährige Verdächtige habe in zwei Telefonanrufen bei seinem früheren Arbeitgeber erklärt, er wolle das Gehirn seines Chefs "auf dem Bürgersteig spritzen sehen". Er habe die Firma angreifen wollen, die ihn entlassen habe. "Ich bin ein Joker und ich werde meine Waffen laden und jeden wegblasen", wurde er zitiert.

Verdächtiger wird nun psychiatrisch untersucht

Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei mehrere tausend Schuss Munition und rund zwei Dutzend halbautomatische Waffen und Pistolen. Ein Behördensprecher erklärte, die Waffen seien offenbar legal erworben worden. Dies werde jedoch noch geprüft.

Der Verdächtige wurde nach seiner Festnahme zu einer psychiatrischen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Der Polizeichef des zuständigen Kreises, Mark Magaw, sagte, es sei nicht genau abzuschätzen, was mit der Festnahme verhindert worden sei. "Wir denken, eine gewaltsame Episode wurde vermieden", sagte er. Wann der 28-jährige seine Drohungen in die Tat umsetzen wollte, war nicht bekannt. Der Bezug auf "Joker" habe dem Fall zusätzliche Dringlichkeit verliehen.

James Holmes schickte Paket an seine Ärztin

Holmes war mit orange gefärbten Haaren in die Vorführung des neuen "Batman"-Films geplatzt und hatte sich nach offiziellen Angaben selbst als "Joker" bezeichnet. Der 24-jährige Schütze, der in Untersuchungshaft sitzt, wird beschuldigt, in der vergangenen Woche zwölf Menschen in einem Kino in der Stadt Aurora in Colorado getötet und 58 verletzt zu haben. Er soll am kommenden Montag zur Anklage vernommen werden.

Seine Verteidiger versuchen aufzuklären, wie mehrere US-Medien zu der Information kamen, dass ein Paket, das Holmes an seine Ärztin schickte, ein Notizbuch mit der Beschreibung von Mordplänen enthalten haben soll. In dem Antrag der Verteidigung wurde lediglich bestätigt, dass es eine Korrespondenz zwischen Holmes und dem Psychiater gegeben habe, die nicht für die Augen der Öffentlichkeit gedacht war. Die Veröffentlichungen verstießen gegen eine richterlich verfügte Nachrichtensperre und minderten dessen Chancen auf einen fairen Prozess. (rtr/dapd)

Tote bei Schießerei im Kino

 

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