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Gewalt

Mutmaßliche Terroristen töten Mann auf offener Straße in London

22.05.2013 | 20:24 Uhr
Mutmaßliche Terroristen töten Mann auf offener Straße in London
Bei einem Angriff im Londoner Stadtteil Woolwich ist am Mittwoch ein Mann getötet worden. Die Polizei geht von einem Terrorakt aus.Foto: Getty

London.  Ein Mann ist am Mittwoch in London von zwei Angreifern auf offener Straße getötet worden. Die Behörden befürchten einen Akt des Terrors, weil die Täter islamistische Parolen skandiert haben sollen. Großbritanniens Regierung ist im Alarmzustand.

Wenige Tage vor dem Champions-League-Endspiel mit Zehntausenden Besuchern aus Deutschland haben mutmaßliche Terroristen mit einem brutalen Verbrechen London in Aufruhr versetzt. Zwei Angreifer töteten den Angaben zufolge mit einem Fleischerbeil oder einer Machete einen Mann, wenige Meter von einer Kaserne im Stadtteil Woolwich entfernt. Auf offener Straße, am helllichten Tag, in einer belebten Gegend, nur einen Steinwurf von einer Grundschule voller Kinder entfernt.

Premierminister David Cameron berief eine Sondersitzung des Nationalen Sicherheitskabinetts ein und machte sich umgehend auf den Rückweg von einem Besuch in Paris. Es gebe "starke Anzeichen", dass es sich um einen terroristischen Anschlag handele, sagte er. Großbritannien werde vor Terroristen "niemals einknicken". Berichte, wonach es sich bei dem Opfer um einen Soldaten der britischen Streitkräfte handelt, bestätigte Cameron zunächst nicht.

Fernsehsender ITV veröffentlicht Video, das Angreifer zeigen soll

Der britische Sender ITV veröffentlichte ein Video, das den mutmaßlichen Angreifer zeigen soll. Der dunkelhäutige Mann, bekleidet mit einer Jeans, einer grauen Jacke und einer Wollmütze, hält ein Fleischerbeil und ein Messer in seinen offenbar blutverschmierten Händen. Der Gefilmte gibt sich in dem Video als Angreifer aus - und entschuldigt sich, dass Frauen die Tat mitansehen müssten. "Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe ansehen", sagt er.

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Waren mutmaßliche Boston-Bomber in Dreifachmord verwickelt?

Die Terrorverdächtigen Tamerlan und Dschochar Zarnajew könnten vor dem Bomben-Attentat auf den Marathon in der US-Metropole Boston in einen Dreifachmord verwickelt gewesen sein. Wie der US-Fernsehsender ABC berichtet, gehe die Polizei entsprechenden Spuren nach.

Das Video scheint kurz nach der Tat aufgenommen worden zu sein - wirft aber viele Fragen auf: Es bleibt zum Beispiel unklar, warum der Gefilmte den Tatort nicht verlässt. Offen bleibt zudem, wer das Video gedreht hat.

"Leute, ihr werdet niemals sicher sein", fährt der mutmaßliche Attentäter fort. "Setzt Eure Regierung ab. Sie kümmert sich nicht um Euch!", fordert er. Das Video zeigt anschließend, wie er und ein weiterer Mann auf dem Boden liegen, nachdem Polizisten auf sie geschossen haben. Die mutmaßlichen Täter sollen auch "Alluha Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben, berichtete die BBC unter Berufung auf Regierungskreise. Nach Angaben eines Polizeisprechers werden in unterschiedlichen Krankenhäusern ihre Schussverletzungen behandelt. Einer der beiden soll in Lebensgefahr schweben.

Sicherheitsvorkehrungen vor Militäreinrichtungen werden verstärkt

Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. "Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden", hieß es in einem Statement. Londons Bürgermeister Boris Johnson sprach von einem "widerwärtigen, unverzeihlichen Akt der Gewalt".

Innenministerin Theresa May bestätigte, sie sei von dem Chef des Inlandsgeheimdienstes MI5 über die Lage unterrichtet worden. Als Folge des Treffens sollen die Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Kaserne in Woolwich sowie an anderen britischen Militäreinrichtungen verstärkt werden.

Unklar blieb zunächst, ob die allgemeine Sicherheitslage in London von dem Vorfall beeinträchtigt ist. Am Wochenende werden Zehntausende Besucher aus Deutschland in der Stadt erwartet, wenn im Wembley-Stadion die Mannschaften von Borussia Dortmund und Bayern München im Finale der Fußball Champions League aufeinandertreffen. Sollte sich der Terrorverdacht erhärten, wäre es der erste nennenswerte Terrorakt auf britischem Boden, seit 2005 bei Anschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Menschen ums Leben gekommen waren. (dpa)


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