Mosambik: Mehr als 60 Tote durch vergiftetes Bier

Maputo..  Nach dem Ausschank von gepanschtem Alkohol bei einer Beerdigungsfeier in Mosambik steigt die Zahl der Todesopfer. Bislang seien 67 Menschen ums Leben gekommen – etwa 100 weitere stünden nach dem Vorfall vom Wochenende noch unter ärztlicher Beobachtung, teilten die Behörden des südafrikanischen Landes am Montag mit. Bis Sonntag waren bereits 56 Menschen gestorben.

Das im Ort Chitima gebraute Maisbier sei möglicherweise mit Gallenflüssigkeit oder Gehirnmasse von Krokodilen verseucht worden, sagte die leitende Gesundheitsbeamtin der betroffenen Provinz Tete, Carla Mosse. Dies sei eine regional gängige Vergiftungsmethode. Die Po­­lizei leitete eine Untersuchung ein, äußerte sich bislang aber weder zu dem möglichen Motiv noch zu Verdächtigen. Auch die Untersuchung der Alkoholproben dauerte an.

Für Tests seien Blut- und Bierproben in die Hauptstadt Maputo geschickt worden, hieß es. Die Frau, die das Pombe-Bier gebraut habe, sei ebenfalls unter den Opfern. Pombe ist eine traditionelle Biersorte aus Mosambik, die aus Hirse oder Maismehl hergestellt wird.

Trauernde, die das Bier am Morgen getrunken hatten, hätten keine Anzeichen einer Erkrankung gezeigt, teilten die Behörden mit. Dagegen hätten sich jene, die das Getränk am Nachmittag zu sich genommen hätten, krank gefühlt. Daher gehe man davon aus, dass das Bier vergiftet worden sei, als sich die Trauernden auf dem Friedhof befunden hätten.

Das Krankenhaus in Cahora Bassa – rund 1000 Kilomter nördlich der Hauptstadt Maputo – war örtlichen Medienberichten zufolge völlig überfordert. Leichen liegen dort auf den Korridoren, da im gekühlten Leichenhaus nur für zwei Tote Platz ist. Die Regierung hat ab Montag drei Tage Staatstrauer angeordnet.