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Familiendrama

Mordverdächtige von Eislingen leugnen Tat

13.04.2009 | 09:54 Uhr

Göppingen. Der Mehrfachmord an einer Familie im schwäbischen Eislingen bleibt rätselhaft. Der unter Mordverdacht stehende 18-jährige Sohn und dessen Freund leugnen die Tat. Beide sind Mitglieder in einem Schützenverein, bei dem im vorigen Jahr Waffen gestohlen worden sind.

Die Polizei sichert Spuren am Tatort. Foto: ap

Im Fall der ermordeten Familie im schwäbischen Eislingen haben die beiden Verdächtigen die Vorwürfe der Ermittler zurückgewiesen. Der 18-jährige Sohn und sein 19-jähriger Freund streiten die Tat ab, wie ein Polizeisprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AP sagte. Gegen die jungen Männer erließ das Landgericht Ulm am Samstag Haftbefehl. Von der Tatwaffe fehlt weiter jede Spur. Auch das Motiv ist unklar.

Die Männer stehen in Verdacht, den 57-jährigen Heilpraktiker, seine zwei Jahre jüngere Frau und die beiden Töchter im Alter von 22 und 24 Jahren erschossen zu haben. Die Opfer starben an einer Vielzahl von Schüssen aus einer Kleinkaliberwaffe. Der 18-Jährige selbst alarmierte am Karfreitag die Polizei. Einbruchspuren wurden an der Wohnung nicht gefunden.

Polizei setzt auf Indizien

«Wir müssen uns auf die Indizien verlassen», sagte Polizeisprecher Rudi Bauer am Sonntag. Die beiden Verdächtigen haben inzwischen Anwälte. Die Ermittlungen am Tatort wurden unterdessen abgeschlossen. Die Beamten der 30-köpfigen Sonderkommission «Familie» warten laut Bauer noch auf detaillierte Obduktionsberichte und Waffengutachten. Die Polizei befragt zudem das Umfeld von Tätern und Opfern. Bauer sagte, die Nachbarn hätten nichts mitbekommen.

In dem Mehrfamilienhaus in der Friedhofstraße in Eislingen lebten die Opfer in einer Maisonette-Wohnung. In dem Haus wohnen noch drei weitere Parteien. Im Erdgeschoss befindet sich die Praxis des getöteten Heilpraktikers.

Waffendiebstahl im vergangenen Oktober

Der 18-Jährige ist Mitglied in einem Schützenverein in Eislingen. Auf ihn sind aber keine Waffen eingetragen. In der Familie gab es nur ein Luftgewehr. Auch der 19-Jährige war Mitglied in der Schützengilde, ist aber nach Mitteilung der Polizei nicht mehr in dem Verein. Ob er freiwillig ausschied oder ausgeschlossen wurde, war zunächst nicht bekannt.

Die Beamten ermitteln außerdem, ob ein Waffendiebstahl aus dem Verein im vergangenen Jahr mit der Bluttat in Zusammenhang steht. Dabei wurden klein- und großkalibrige Pistolen und Gewehre im Wert von 11.000 Euro gestohlen. Der Fall wurde noch nicht aufgeklärt. «Die Spurenlage war sehr dünn», sagte Bauer. Die Spuren von damals sollen nun mit den jetzigen verglichen werden.

Vor der Tat unauffällig

Die Beamten werten auch den Computer des Sohnes aus. Ob darauf auch Gewaltspiele installiert waren, konnte die Polizei am Sonntag noch nicht sagen. Sowohl der 18-Jährige als auch sein Freund waren der Polizei vor dem Verbrechen nicht als Straftäter bekannt. Der Sohn der Familie ging auf ein Gymnasium in der Nachbarstadt Göppingen. Seine Schwestern waren Studentinnen.

Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass die Region Stuttgart von einer Bluttat erschüttert wird. Am 11. März erschoss der 17-jährige Tim K. an seiner früheren Schule in Winnenden und in einem Autohaus in Wendlingen 15 Menschen und sich selbst.

Der Jugendliche benutzte die Pistole seines Vaters, die entgegen der Vorschriften nicht verschlossen gesichert war. Die Tat löste ähnlich wie beim Schulmassaker von Erfurt im Jahr 2002 eine Diskussion über das Waffenrecht in Deutschland aus. (ap)

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Kommentare
18.04.2009
14:12
Mordverdächtige von Eislingen leugnen Tat
von loddi51 | #17

Die Volksvertreter ,vertreten sich selbst und das Chaos wird ohnegleichen werden ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,armes Deutschland.Gesetze zum abzocken der Bürger werden ruckzuck beschlossen .
Das Waffengesetzt wird mal so eben abgetan.......
Resultat....................Amokläufe ,echt zum kotzen

18.04.2009
14:03
Mordverdächtige von Eislingen leugnen Tat
von loddi51 | #16

Schützenvereine hatten unter Adolfs -Zeiten grossen Zuwachs und waren dem Führer ergeben...................
das Resultat ,wer doof in der Gegend rumballert und seine Kinder noch involviert um den Schützen könig zu huldigen muss sich nicht wundern ,wenn der Junior mal zur Waffe greift. Wann reagiert die BRD......
Waffen gfehören weggeschlossen so wie die Täter

14.04.2009
10:02
Mordverdächtige von Eislingen leugnen Tat
von kdi | #15

#5,6:

Nur mal zur Info. In Deutschland verschwinden ca. 6000 Waffen pro Jahr, davon der größte Teil im Verantwortungsbereich der öffentlichen Hand (Polizei, Armee, etc.). Wird oft und gerne verschwiegen.

14.04.2009
01:07
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von carolin.voss | #14

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13.04.2009
12:30
Mordverdächtige von Eislingen leugnen Tat
von Zuschauer | #13

Wenn der Sohn Killerspiele auf dem PC hat, dann muß der gar nichts mehr leugnen!
Killerspiel+Schützenverein=Mörder
Mehr Beweise braucht man da nicht!

13.04.2009
11:52
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von rene.bogdanski | #12

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13.04.2009
11:51
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von rene.bogdanski | #11

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13.04.2009
10:53
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von rene.bogdanski | #10

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13.04.2009
10:04
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von TitanioLeserin | #9

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13.04.2009
08:41
Mordverdächtige von Eislingen leugnen Tat
von susanne45 | #8

Ich finde die Beweislage sehr dürftig, um direkt den 18-jährigen Sohn zu verhaften. Wer trägt denn die Verantwortung, wenn sich herausstellt, das der Junge unschuldig ist? Theoretisch kann auch der Vater alle erschossen haben oder es wurde die Türe für einen Freund oder Bekannten der Familie aufgemacht. Mir scheint,als wolle die Polizei schnell einen Ermittlungserfolg vorweisen, ob es sich um den Täter handelt oder nicht.

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