Mordopfer von Eislingen sind beigesetzt
18.04.2009 | 14:44 Uhr 2009-04-18T14:44:00+0200Eislingen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sind am Samstag die vier Mordopfer von Eislingen beerdigt worden. Dem 18-jährigen Sohn, der gemeinsam mit einem Freund unter Tatverdacht in Untersuchungshaft sitzt, wurde die Teilnahme an der Zeremonie nicht gestattet.
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sind am Samstag die vier Mordopfer von Eislingen beerdigt worden. Nach einem Trauergottesdienst in der Lutherkirche der baden-württembergischen Kleinstadt wurden die Eltern und die beiden Töchter in nebeneinander liegenden Doppelgräbern beigesetzt, wie Polizeisprecher Rudi Bauer erklärte.
Dem 18-jährigen Sohn beziehungsweise Bruder der Opfer, der gemeinsam mit einem Freund unter Tatverdacht in Untersuchungshaft sitzt, wurde die Teilnahme an der Zeremonie nicht gestattet.
Das einstündige Requiem in der Lutherkirche wurde nach draußen übertragen, weil das Gotteshaus nur 500 Plätze und damit zuwenig für die vielen Trauergäste hat, wie Bauer sagte. Die Kleinstadt hat rund 20.000 Einwohner, von denen nach diesen Angaben sehr viele zum Friedhof gekommen waren. «Es herrscht große Betroffenheit», berichtete der Polizeisprecher nach der Beisetzung. Für Vertreter der Presse war der Friedhof bis um 14.00 Uhr gesperrt.
Sohn hat gestanden
Neue Angaben zum Ablauf der Tat vom Karfreitag und vor allem dem weiterhin unklaren Motiv machte Bauer nicht, sondern verwies auf die ausführliche Pressekonferenz vom Freitag. Nach dem bisher bekannten Ermittlungsstand hat der 19-jährige Freund des Sohnes gestanden, gemeinsam mit diesem, zunächst die 22 und 24 Jahre alten Schwestern erschossen zu haben.
Anschließend sollen sich die beiden jungen Männer seelenruhig in einer Gaststätte mit den Eltern unterhalten und diese nach deren Rückkehr ebenfalls kaltblütig ermordet haben. Die Waffen hatten sie wahrscheinlich bereits vergangenes Jahr in der Schützengilde gestohlen. Der Sohn verweigert bisher jede Aussage. (ap)
0mitdiskutieren