Mord wegen Wahnvorstellungen – Ehefrau wird eingewiesen

Nach einer tödlichen Messerattacke kurz vor dem Scheidungstermin hat das Landgericht Aachen die Unterbringung einer psychisch kranken 38-Jährigen in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet.
Nach einer tödlichen Messerattacke kurz vor dem Scheidungstermin hat das Landgericht Aachen die Unterbringung einer psychisch kranken 38-Jährigen in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet.
Foto: Marius Becker/dpa
Was wir bereits wissen
Kurz vor einer einvernehmlichen Scheidung hat eine 38-Jährige aus Aachen ihren Mann ermordet. Die psychisch kranke Frau muss aber nicht ins Gefängnis.

Aachen.. Nach einer tödlichen Messerattacke kurz vor dem Scheidungstermin haben Aachener Richter die Unterbringung der gewalttätigen Ehefrau in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet. Die Frau könne wegen ihrer schweren seelischen Erkrankung nicht bestraft werden, stellten die Richter am Aachener Landgericht am Montag fest. Die Wahnvorstellungen hätten zu dem Mord geführt. Laut Urteil hatte die Frau im Oktober vor dem Amtsgericht Eschweiler auf ihren Mann gewartet und ihm mit einem extra gekauften Messer von der Seite in den Hals gestochen.

Das Paar hatte sich laut Gericht einvernehmlich scheiden lassen wollen. In ihrem Wahn hatte die Frau aber Todesangst vor ihrem Mann, obwohl sie tatsächlich nichts von ihm zu befürchten hatte, wie Richter Arno Bormann feststellte. Auch die Verteidigung hatte die Unterbringung gefordert, die Tat aber als Totschlag bewertet. Bei der inhaltlichen Begründung folgte das Gericht den Angaben der Staatsanwaltschaft.

Frau hatte "Befehle" von Peter Pan und Michael Jackson befolgt

Bei der Täterin hatte es nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1998 erste krankhafte Auffälligkeiten gegeben. In den folgenden Jahren fuhr die heute 38-Jährige demnach immer wieder in die unterschiedlichsten Städte Deutschlands. Sie sei damit "Befehlen" der Kinderfigur Peter Pan und des Popstars Michael Jackson gefolgt.

Trotz der Krankheit heirateten sie und ihr Mann 2007. "Er hat das Ausmaß der Erkrankung wohl unterschätzt", sagte Staatsanwältin Claudia Klösgen. Von 2011 bis 2015 sei die Täterin 20 Mal wegen ihrer Krankheit in stationärer Behandlung. 2015 wollte sie die Scheidung, ihr Mann wollte die Beziehung auch nicht mehr, wie Klösgen sagte.

Am Vorabend des Scheidungstermins habe die Täterin Stimmen im Haus gehört, nicht vorhandene Menschen auf dem Balkon gesehen und ihren Mann dahinter vermutet. In ihrer Todesangst habe sie beschlossen, ihren Mann zu töten. Am Morgen habe sie ein Messer gekauft, vor Gericht auf ihren Mann gewartet und dann zugestochen. Der 39 Jahre alte Mann war verblutet. (dpa)