Model-Casting: Groß, aber oho!
19.05.2009 | 07:15 Uhr 2009-05-19T07:15+0200Essen. Bei Germany's Next Topmodel ist schon der Ansatz einer Speckrolle tabu. Das ist beim Modelabel „Ulla Popken“ anders: In Essen veranstaltet die Modekette ein Casting auf der Suche nach einem Model „für große Größen“.
Sie ist 1,78 Meter groß, 27 Jahre alt, trägt Konfektionsgröße 44/46 und bringt 96 Kilogramm auf die Waage. Charmant lächelt Nina Bartholomé in die Kamera, zieht den Bolero erotisch über ihre Schulter, hat Spaß an dem Foto-Shooting. „Wow, das machst du toll“, ruft Fotograf Stephan Tournee. Er ist beeindruckt von Ninas fotogener Art. Vielleicht wird die 27-jährige Dortmunderin ja das „Model 2009“, das neue Gesicht für den Ulla-Popken-Katalog.
Denn in der Essener Filiale an der Limbecker Straße findet zwei Tage lang ein Casting für Models mit Übergrößen statt. Gesucht werden Frauen ab Konfektionsgröße 46. Schließlich verkauft die Modekette Pullover, Blusen, Hosen und Kleider in den Größen 42 bis 62. Und die Ware soll auch entsprechend präsentiert werden.
Eingekleidet, geschminkt und frisiert
Nina Bartholomé ist für das Casting extra aus Dortmund angereist – „aus Spaß an der Freude“. Von einer Mitarbeiterin wird die Friseurin beraten und eingekleidet. Jetzt trägt sie ein schwarz-weißes Kleid mit tiefem V-Ausschnitt, das ihr Dekollté betont und ihre blumige Tätowierung zur Geltung kommen lässt. Anschließend wird Nina von Stylistinnen geschminkt und von einem Profi frisiert.
Jetzt ist sie bereit für das Shooting. „Ich finde es schön, dass man so ein Casting auch mal für molligere Frauen macht“, sagt Nina. Schließlich fühlt sie sich mit ihren Maßen wohl. Das war allerdings auch schon anders. Vor einiger Zeit brachte sie einige Kilo mehr auf die Waage und trug Größe 52. Hätte sie zu der Zeit auch an dem Casting teilgenommen? „Ich glaube, mit Größe 52 hätte ich wohl doch eher ein Problem damit gehabt“, sagt Nina.
Dass immer mehr Models für große Größen in der Werbung zu sehen sind, findet die Dortmunderin deswegen gut. „Natürlich ist Dicksein nicht gut für die Gesundheit, und ab 100 Kilo wird es bei jeder Größe brenzlig. Dennoch sollte man sich auch in Übergrößen schick kleiden können. Und der Trend in der Werbung stärkt das Selbstbewusstsein von fülligen Frauen.“
„Warum sollte man immer nur Junge und Schlanke in der Werbung sehen?“
Während Nina vor der Kamera posiert, warten die Schwestern Annelie Werner und Monika Holtkamp in der Schlange. Mindestalter für das Casting ist 18. Die Schwestern sind 61 und 65 Jahre alt. Durch Zufall sind sie zu dem Foto-Shooting gekommen – und sind begeistert. „Normalerweise sind wir von Katalogen enttäuscht. Das ist doch alles Vortäuschung falscher Tatsachen“, sagt Monika Holtkamp, die bereits für große Größen gemodelt hat. Ihre Schwester pflichtet ihr bei: „Warum sollte man immer nur Junge und Schlanke in der Werbung sehen?“
Nina hat den Fotografen in der Zwischenzeit um den Finger gewickelt. „Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches Foto ich am schönsten finde“, sagt Stephan Tournee. Wenn die Jury seine Meinung teilt, könnte Nina Bartholomé einen Jahresvertrag bei einer Hamburger Model-Agentur und ein exklusives Fotoshooting mit der „Bild der Frau“ gewinnen. „Zu gewinnen wäre schon schön“, sagt Nina und lacht. „Ich hätte nichts dagegen.“
Das Casting geht am Dienstag, 19. Mai, ab 11 Uhr weiter. Weitere Stationen sind unter anderem in Düsseldorf und Köln.
(Fotos: Vera Kämper)
14:44
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18:42
Sehr geehrter Herr Rühl,
hier gibt es leider nur einen kranken Menschen nämlich Sie! Ihre Denke ist mittelalterlich und geformt von Ihrem eigenen kaum vorhandenen Selbstwertgefühl. Außerdem scheinen Sie reichlich blind durch die Gegend zu laufen und nicht mitzubekommen, dass die Welt runder wird.
Nicht jeder hat mit seinen Kilos mangelndes Selbstwertgefühl, nicht jeder ist bewegungsmäßig eingeschränkt nur weil er mehr als die angeblich gesunde Norm wiegt:
Glückwunsch dass Sie abgenommen haben, diese Leistung möchte ich keinesfalls schmälern, aber Ihren Rundumschlag den mittlerweile selbst Ärzte nicht mehr so anerkennen, den nehme ich übel.
19:51
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich kann überhaupt nicht verstehen, dass mit dicken Menschen ( Kranke Menschen ) in dieser Form Werbung gemacht wird. Ab einem BMI von ca. 30 spricht man in der Medizin von Adipositas dies bedeutet krankhaft dick, dies ist nicht mein Terminus sondern der Medizin. Das von Ihnen gezeigte Model Sabine Graf weist einen BMI von 32 auf.
Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass Sie in Ihrer Berichterstattung die gesamte Thematik des DICKSEINS in irgend einer Form positiv aufgreifen.
Es handelt sich bei dieser Körperform um einen krankhaften Vorgang, oftmals ausgelöst durch Depression, mangelndes Selbstwertgefühl etc.
Folgende Krankheiten werden durch Adipositas ausgelöst oder begünstigt:
Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkverschleiss etc.
Sie sollten besser über Menschen berichten, die sehr viel abgenommen haben und ihre Ess Sucht in den Griff bekommen haben.
Die Textilfirma Ulla Popken stellt meiner Meinung nach somit Kleidung für somit kranke Frauen her.
Das aller schlimmste finde ich an Ihrem Bericht, dass junge Frauen den Eindruck gewinnen, dass dick sein Salonfähig ist.
Dabei ist diese körperliche Behinderung in allen Bereichen des Lebens hinderlich.
Beispielsweise hat eine amerikanische Studie ergeben, dass dicke Menschen wesentlich schlechter einen Job finden und auch weinger verdienen !!!!!!!!
Von Hüftgold in diesem Zusammenhang zu schreiben ist überhaupt nicht nachvollziehbar.
Ich selber rede aus eigener Erfahrung, da ich in den letzten 3 Jahren ca. 25 KG abgenommen habe, jetzt 2 - 3 X pro Woche Sport treibe und mich 100 X besser fühle.
Nicht umsonst gibt es jetzt auf verschiedenen Nahrungsmitteln endlich die sogenannte Ampel.
Damit dicke Menschen endlich begreifen, was sie essen sollten und was nicht.
Der gesamte Artikel ist mittelalterlich und entbehrt jedweder modernen weltanschaung und trifft nicht den modernen Zeitgeist einer gesunden Menschen.
Mit freundlichem Gruß
Stephan Rühl