Mit Muttermilch gegen resistente Bakterien

Lund..  Der Kampf gegen resistente Bakterien gilt als Schicksalsfrage der Menschheit. Schwedische Forscher könnten nun einen ersten Durchbruch in dem bislang aussichtslos wirkenden Kampf erlangt haben.

Es geht um das außergewöhnliche Protein Hamlet (Human Alpha-lactalbumin Made Lethal to Tumor Cells). Es kommt in der Muttermilch vor und soll laut neuesten Erkenntnissen von Wissenschaftlern der südschwedischen Universität Lund gegen herkömmliche Antibiotikabehandlungen resistente Bakterien besiegen. Bisher war vor allem bekannt, dass „Hamlet“ dabei helfen könne, auf Krebsformen einzuwirken. Auch eine gewisse antibakterielle Wirkung war zuvor bekannt. Über seine Wirkung gegenüber resistenten Bakterien waren die schwedischen Forscher zunächst überrascht.

Herkömmliche Antibiotika

„,Hamlet’ scheint Bakterien, die resistent geworden sind, dazu zu bringen, diese Resistenz wieder zu verlieren. Sie werden wieder empfindlich für die Behandlung mit herkömmlichen Antibiotika“, so Anders Hakansson, Professor für translationale Medizin an der Universität.

Die Versuche an der Uni Lund seien noch in der Tierversuch-Phase, aber die Ergebnisse seien so vielversprechend, dass man in ein bis zwei Jahren die ersten Versuche mit Menschen vorhabe, so Hakansson.