Mit Makeup Schritt für Schritt zum perfekten Augenaufschlag

Ein dezentes Make-up mit unterschiedlichen Brauntönen lässt Maxis Augen strahlen.
Ein dezentes Make-up mit unterschiedlichen Brauntönen lässt Maxis Augen strahlen.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Seit vielen Jahren schminkt Make-up-Artist Ipek Ekmekci aus Düsseldorf Models und Schauspielerinnen. Sie verrät, worauf Frauen achten müssen.

Düsseldorf.. Männer sollen uns Frauen als Erstes in die Augen schauen. Dazu braucht es keinen grellpinken Lidschatten oder lilafarbenen Kajalstrich. Denn mit den Tipps von Make-up-Artist Ipek Ekmekci werden auch dezent geschminkte Augen zum Hingucker.

Die Vorbereitung

Zuerst eine leichte Feuchtigkeitscreme ins Gesicht, nach ein paar Minuten dann das Make-up. Anschließend versteckt ein Abdeckstift oder Concealer kleine Augenschatten, Rötungen oder Unreinheiten. Weniger ist hier mehr: „Viele machen den Fehler, dass sie die Paste komplett um die Augen verteilen“, sagt Ipek. Sie macht unter jedes Auge nur drei Tupfen, die dann mit einem breiten Pinsel verwischt werden. Den streicht sie schließlich noch über die Augenlider.

Der Lidstrich

In welcher Reihenfolge Lider, Brauen und Wimpern geschminkt werden, muss jeder für sich selbst entscheiden. Nachdem Ipek einen beigefarbenen Lidschatten aufgetragen hat, um die „fettige Basis des Concealers“ zu mattieren, folgt bei ihr der Lidstrich – die Königsdisziplin beim Augen-Make-up.

Stil Für Ungeübte empfiehlt die Expertin filzstiftartige Eyeliner. Je größer das Augenlid, desto breiter darf auch der Lidstrich sein. Wichtig ist, dass er direkt über dem Wimpernkranz sitzt, nur so kann er die Wimpern optisch verdichten. Um einen perfekten Strich zu ziehen, hält Ipek den Stift parallel zum Augenlid und beginnt in der Lid-Mitte, zieht ihn erst nach außen und anschließend von innen zur Mitte.

Farbe auf die Lider

Um die Augenlider perfekt in Szene zu setzen, müssen stets auch Augenform und Position der Augen im Gesicht berücksichtigt werden. Je näher die Augen zusammen stehen, desto heller sollte der Innenwinkel geschminkt werden. Liegen sie weit auseinander, rücken dunkle Töne sie optisch näher zusammen. Trotzdem bleibt der Augen-Innenwinkel insgesamt immer der hellste Punkt des Augen-Make-ups.

Die im Schlager besungenen „Funkelperlenaugen“ sollte man beim Schminken nicht zu wörtlich nehmen: „Glänzender Lidschatten setzt sich schneller in den Fältchen ab“, sagt die Expertin. Daher sollten reifere Frauen Glitzer und Schimmer eher sparsam einsetzen. Außerdem gilt: je matter der Lidschatten, desto natürlicher wirkt das Make-up. Die Farbauswahl richtet sich nach der eigenen Augenfarbe: Zu blauen Augen passen zum Beispiel Brauntöne, Kupfer, leichtes Rosé oder helles Grau. Grüne Augen vertragen sich gut mit Grün-, Gold-, Bronze- oder Auberginetönen. „Bei braunen Augen geht eigentlich alles, von Bunt bis Grau“, sagt Ipek. Lediglich von Rosatönen rät sie braunäugigen Frauen ab. Natürlich spielt letztendlich auch die Hautfarbe eine Rolle. Im Trend liegen derzeit übrigens Pastellfarben. Und was laut Expertin immer und bei jeder Augenfarbe geht: verschiedene Brauntöne.

Make-Up Aufgetragen wird wie folgt: Pinsel mit einem dunkleren Farbton am äußeren Lidstrich-Ende ansetzen und bananenförmig nach oben zur Lidfalte ziehen. Richtung Lidmitte weich ausblenden. Eine zweite, hellere Farbe kommt auf das Lid. Wichtig sind auch hier weiche Übergänge. Schließlich kann man noch einen hellen Ton als „Highlight“ in den Augeninnenwinkel setzen.

Unter dem Auge sollte man mit Lidschatten in Brauntönen (oder Schwarz) arbeiten, anstatt mit Stiften. Hier wird von außen nach innen geschminkt – je enger die Augen zusammenstehen, desto weniger weit zieht man die Farbe nach innen.

Ein schwarzer Kajalstrich im Innenlid eignet sich nur für große Augen, ansonsten sollte auf nudefarbene weiche Stifte zurückgegriffen werden, um Rötungen zu kaschieren, empfiehlt die Expertin. „Weiß sollte man hier nicht nehmen – damit sieht man schnell aus wie ein Kaninchen.“

Brauen betonen

„Ohne die Brauen wirkt das schönste Make-up nicht“, sagt Ipek. Um sie optimal nachzuziehen, setzt man den (abgeschrägten) Pinsel oder den möglichst harten Stift zunächst gerade am Augeninnenwinkel an – dort sollte die Braue beginnen – markiert dann den höchsten Punkt, indem man den Pinsel/Stift vom Nasenflügel diagonal durch die Pupille ausrichtet und schließlich das Ende, wieder diagonal vom Nasenflügel über das Augenende. Der optimale Farbton sei immer ein Braunton, „jedoch niemals Schwarz – egal wie schwarz die eigenen Haare sind“. Am Ende kann ein bisschen Augenbrauen-Forming-Gel helfen, auch widerspenstige Brauen gleichmäßiger aussehen zu lassen.

Auch wenn Ipek davon überzeugt ist, dass jede Frau ihre Augen mit ein bisschen Übung schön schminken kann – das Augenbrauenzupfen solle besser ein Experte übernehmen. „Augenbrauen sind das schwierigste Thema im ganzen Gesicht“ – allein schon weil die kleinen Gesichtsmuskeln rechts und links meist unterschiedlich stark ausgeprägt seien.

Klimperwimpern

Wer kennt sie nicht: die Reizüberflutung im Drogeriemarkt.

Unzählige unterschiedliche Mascara-Bürstchen samt wolkiger Werbeversprechen buhlen da um die Gunst der Kundinnen. „Wir Experten blicken da schon nicht mehr durch“, sagt Ipek, „für den Laien ist das noch schwieriger“.

Da hilft tatsächlich nur, sich durchzuprobieren und darauf zu achten, dass die Tusche erstens die Wimpern nicht verklebt und dass zweitens die Bürste zur Wimpernlänge passt. „Das ist wie beim Haarefönen: kurze Haare, kleine Bürste. Lange Haare, große Bürste.“ Bei der Farbe kann man mit Schwarz nichts falsch machen – Braun hingegen liegt laut Expertin nicht mehr im Trend. Und was ist mit wasserfester Tusche? „Die braucht nur, wer heiratet“, sagt Ipek.

Der Grund: Wasserfeste Mascara trocknet die Wimpern stark aus, sie können brechen. Tuschen kann man sowohl die oberen als auch die unteren Wimpern – nur bei sehr großen Augen sollte man die unteren Wimpern nicht noch zusätzlich betonen.