Mit „Ice Cream“ zum Erfolg

London..  Das erste Mal spielte Chris Barber „Ice Cream“ nur zum Spaß ein. „Es war in den 50ern in einem Unigebäude in Kopenhagen“, erinnert er sich, „wir hatten ein einziges Mikrofon und ein Tonbandgerät, wie man es zu Hause hat.“

Den Text auf die Melodie aus den 20er-Jahren hätten sie sich einfach ausgedacht. Mehr als 60 Jahre später singen die Fans des britischen Jazz-Veteranen immer noch begeistert „Ice Cream, you scream...“, wenn seine Band die fröhliche Melodie zum Ende der Konzerte spielt. Und Konzerte gibt er viele – etwa 100 im Jahr sind es noch. Heute wird er 85 Jahre alt.

„Es ist schon ein ganz nettes Stück“, sagt der Musiker und lacht herzlich. Und er habe auch immer noch Spaß daran. „Solange die Leute es mögen“, fügt er hinzu.

Dass sie ihn und seine Band nach all den Jahrzehnten, in denen sie oft mehr als 250 Mal pro Jahr auf der Bühne standen, immer noch hören wollen, wundert Barber fast schon. „Es ist fantastisch. Erwarten kann man es nicht“, sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Donald Christopher Barber, wie er mit vollem Namen heißt, denkt gar nicht dran, seine Posaune aus Altersgründen wegzulegen.

„Ich habe starke Lungen, ich werde nie krank, und außerdem kann ich ja sonst nichts“, scherzt er.

Mit 83 habe er im Winter seine erste Grippe durchgestanden, und auch das habe nur ein paar Tage gedauert. „Ich habe großes Glück“, stellt Chris Barber mit der ihm eigenen Gelassenheit fest. „Ich habe es geschafft, das zu tun, was ich wirklich machen will.“