Mindestens 30 Tote bei Brand in russischem Altenheim
05.11.2007 | 17:01 Uhr 2007-11-05T17:01:00+0100
Moskau. Bei einem schweren Brand in einem russischen Altersheim sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der Vizegouverneur der Region Tula, Alexej Korabljow, am Montag mit.
Mehr als hundert Feuerwehrleute suchten am Abend in dem Heim in Welje-Nikolskoje, rund 30 Kilometer von Tula, weiter nach zwei Vermissten, wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete. Brandursache sei am Sonntag ein Kurzschluss gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf die Behörden. Dem Katastrophenschutzministerium zufolge verfügte das Altersheim über keinen Feuermelder.
Mehr als 290 Bewohner und Krankenschwestern seien in Sicherheit gebracht worden, sagte Viktor Belzow vom russischen Katastrophenschutzministerium der Nachrichtenagentur Interfax. Dem Radiosender «Moskauer Echo» sagte Belzow, die Flammen hätten in dem etwa 50 Jahre alten Gebäude mit Holzbalken am Sonntag rasch um sich gegriffen. «Dass soviele Menschen sterben mussten, liegt daran, dass mit großer Verspätung Alarm gegeben wurde», sagte Belzow Interfax zufolge.
Wie mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften ein. Wäre die Feuerwehr früher alarmiert worden, hätten mehr Menschen gerettet werden können, sagte Belzow der Agentur Interfax. Seinen Angaben zufolge waren bei drei Inspektionen binnen eines Jahres mehrere Sicherheitsmängel in dem Altenheim entdeckt worden.
Es ist der bislang jüngste in einer Reihe verheerender Brände in Russland: Im März starben bei einem Brand in einem Altenheim in Südrussland 63 Menschen. Im Dezember vergangenen Jahres kamen in einer Moskauer Entzugsklinik 45 Frauen bei einem vermutlich durch Brandstifter verursachten Feuer ums Leben. (AFP)
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