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Fährunglück

Mindestens 17 Deutsche von der "Norman Atlantic" gerettet

30.12.2014 | 07:13 Uhr
Die Evakuierung der "Norman Atlantic" ist abgeschlossen. Doch es könnten sich noch mehr Opfer an Bord befinden als befürchtet.Foto: dpa

Rom/Athen.  Die brennende Fähre kostet weitere Menschenleben: Zwei Helfer starben bei der Bergung. Die meisten deutschen Passagiere sind hingegen in Sicherheit.

Bei dem Versuch, die havarierte "Norman Atlantic" in der Adria abzuschleppen, sind zwei albanische Einsatzkräfte ums Leben gekommen. Die beiden seien gestorben, als ein Tau riss, teilte die italienische Marine am Dienstag mit. Damit erhöht sich die Zahl der Toten nach dem Fährbrand auf zwölf. Das Wrack soll laut Nachrichtenagentur Ansa in den Hafen der albanischen Stadt Vlora geschleppt werden.

Die Suche nach möglichen Opfern geht zwei Tage nach dem Schiffsunglück weiter. 427 Menschen wurden von der brennenden Fähre gerettet - aber von Dutzenden, die auf der Passagierliste standen, ist der Verbleib unklar. Zudem waren offenbar blinde Passagiere an Bord. Die Behörden bestätigten bislang zehn Tote.

Nach Angaben des griechischen Ministers für Handelsschifffahrt wurden auch Menschen gerettet, die nicht auf der ursprünglichen Passagierliste standen. Etwa zwanzig Unbekannte waren unter den Geretteten, die eine griechische Militärmaschine im italienischen Bari aufnehmen sollte, wie Miltiadis Varvitsiotis sagte.

Nach zwei Deutschen wird noch geforscht

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind bislang 17 Deutsche gerettet worden. Bei zwei weiteren Fällen dauerten die Nachforschungen noch an, da die Situation vor Ort noch unübersichtlich sei und die Geretteten erst nach und nach und in verschiedenen Häfen an Land kämen, teilte eine Sprecherin des Außenamtes mit. "Es liegen derzeit keine Hinweise darauf vor, dass Deutsche unter den Opfern dieser Schiffskatastrophe sind."

Die "Norman Atlantic" treibt vor der albanischen Küste. Möglicherweise sind noch Opfer in dem Schiff. Unklar ist auch, wie das Feuer ausbrach. Vermutlich entzündete es sich im Fahrzeugdeck. In Italien ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Gegen wen, ist noch nicht entschieden.

Immer mehr Details über die Zustände bei der Rettung werden bekannt. So klagte ein geretteter Lkw-Fahrer im griechischen Fernsehen, von der Besatzung sei keine Hilfe gekommen. "Es gab keinen Feueralarm, der Rauch hat uns geweckt. Wir mussten Wasser vom Deck trinken und uns mit dem zudecken, was wir gerade finden konnten." Auch die Retter hätten sich nicht gekümmert. "Wir waren zwischen Feuer und Wasser und niemand hat geholfen. Sie haben nicht eine Flasche Wasser oder eine Decke für die Kinder abgeworfen, und die waren zum Teil in Unterwäsche. Es war ein schwimmender Vulkan."

Fähre brennt vor Korfu

Geklärt werden muss auch, wohin die "Norman Atlantic" geschleppt werden soll. Die Fähre gehört zur griechischen Linie Anek Lines, fuhr aber unter italienischer Flagge. Die italienische Reederei La Visemar beauftragte die niederländische Firma Smit mit der Bergung, die schon beim Unglück der "Costa Concordia" geholfen hatte. (dpa)

 

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Mindestens 17 Deutsche von der "Norman Atlantic" gerettet
Mindestens 17 Deutsche von der "Norman Atlantic" gerettet
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2014-12-30 07:13
Norman atlantic, Fähre, Griechenland, Italien, Feuer
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