Minarett auf Seifen-Etikett sorgt für Ärger bei Aldi

..  Das Bildchen eines Minaretts auf dem Etikett einer Flüssigseife sorgt für Ärger beim Discounter-Riesen Aldi Süd. Muslimische Kunden fühlen sich von der Darstellung provoziert, im Internet forderten sie die Aldi-Führung auf, die Seife aus dem Sortiment zu nehmen. Nun hat die Handelskette auf den Druck reagiert – sie stoppte den Verkauf mit sofortiger Wirkung.

Der Streit entzündete sich an einer Cremeseife namens „Ombia – 1001 Nacht“. Auf dem Etikett ist offenkundig eine Moschee abgebildet. Das missfiel einigen Kunden: Er sei „etwas schockiert“ gewesen, schrieb ein anscheinend türkischstämmiger Mann aus Buxtehude auf Facebook an die Adresse von Aldi Süd. „Die Moschee mit ihrer Kuppel und den Minaretten ist für muslimische Menschen ein Anblick, der für sie Würde und Hochachtung bedeutet. Und gerade aus diesem Grund finde ich es nicht angebracht, diese bedeutungsvolle Abbildung auf irgendeinem Gebrauchsprodukt darzustellen.“ Auch andere Kunden fühlten sich gekränkt. Das Bild eines muslimischen Gotteshauses, argumentierten sie, gehöre nicht in die Nähe einer Toilette. Durch den „typischen Verwendungszweck“ von Seife fühlten sich manche „in ihrer Religiosität verletzt“, so Aldi-Süd-Sprecherin Lina Unterbörsch auf Anfrage. Und weiter: „Die bildliche Gestaltung des Produkts sollte die orientalische Duftrichtung unterstreichen und keinesfalls die religiösen Gefühle in irgendeiner Art verletzen.“

Das abgebildete Gotteshaus hat übrigens große Ähnlichkeit mit der Hagia Sophia in Istanbul – einst Kirche, später Moschee. Heute ist sie ein Museum.

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